Wandern mit der Familie: Entdecke das Wanderparadies Deutschland

Wanderlust Familienzeit - gemeinsam wandern

Bewegung an der frischen Luft garantiert Gesundheit und Lebensfreude – für alle Altersgruppen. Wenn man seine Tourenziele dem Lebensalter und den aktuellen körperlichen Möglichkeiten anpasst, dann hält gerade das Wandern bis ins hohe Alter fit.

Umso mehr, wenn auch die jüngere und jüngste Generation mit von der Partie ist. Denn Kinder sehen die Welt mit ganz anderen Augen als die Erwachsenen. Nicht Wanderziel oder gar irgendwelche Gehzeit-Rekorde stehen im Fokus, sondern Spiel und Spaß, und zwar nicht zu knapp. Und so gilt meistens bei gemeinsamen Erkundungen: Nicht die Großen nehmen die Kleinen mit in die Natur – es ist umgekehrt!

Wandern mit Kindern: Wann und wie lange?

Wanderungen mit Kindern erfordern natürlich eine ganz besonders intensive Planung. Die Wandervorschläge in unserem Wanderlust Familienzeit sind jedoch bewusst nicht mit Altersvorschlägen versehen, denn selbst in vergleichbaren Altersstufen können die momentane Lust, Ausdauer und Kondition einzelner Kinder und Jugendlicher höchst unterschiedlich ausfallen.

Was die Gehstrecken angeht, so nennt der Deutsche Wanderverband als Faustregel folgende grobe Orientierung: Lebensalter mal 1,5. Ein Sechsjähriger schafft also zum Beispiel rund neun Kilometer. Dabei dürfen aber natürlich auch die Höhenmeter nicht vernachlässigt werden. Geht es bergauf oder bergab, entsprechen 100 Höhenmeter einem Kilometer.

Darüber hinaus gibt es grundsätzliche Erfahrungen mit bestimmten Altersgruppen – und Punkte, auf die Du besonders achten solltest:

  • 0,5 – 4 Jahre
    Erste, ein- bis zweistündige Wanderungen in der Kindertrage auf dem Rücken der Eltern. Wichtig sind dabei lange Spielpausen. Zu beachten ist außerdem, dass die Kleinen in der Trage nur wenig Bewegungsfreiheit haben und bei kühler Witterung ohne guten Regen-, Wind- und Kälteschutz viel schneller zu frieren beginnen als der Träger oder die Trägerin. Vorsicht auch bei steilen Abstiegen: Da überträgt sich jeder Stoß beim Auftreten bis in ihren noch nicht so gefestigten Knochenbau und in ihre noch sehr empfindlichen Augen.
  • 4 bis 6 Jahre
    Erste drei- bis vierstündige Wanderungen auf einfachen Wegen. Für diese Altersgruppe sollte man Tourenziele mit vielen Rastplätzen für großzügige Spielpausen wählen. Doch auch für die Gehstrecken muss man genügend Zeit einplanen.
  • 6 bis 9 Jahre
    Unschwierige Wanderungen, die bereits ein selbstständiges Beherrschen verschiedener Geländeformen erfordern: an Stränden, Küsten und Seen mit Möglichkeiten zum Baden oder Bootfahren, zu Bächen, an denen man gefahrlos spielen kann, zu Kaskaden und Wasserfällen, durch Wälder mit geheimnisvollem Dickicht und alten Bäumen, zu Felsen zum Verstecken und für erste Kletterversuche, auf Wiesen zum Toben oder Faulenzen, auf sicheren Wegen in Moore, zur Erforschung kleiner Höhlen, zu Almhütten mit Kühen, Schafen und Ziegen, Hüttenwanderungen mit gemütlicher Einkehr oder einer Übernachtung im Bergland…
  • 9 bis 14 Jahre
    Nun sind mit entsprechender Pausengestaltung bereits 5 bis 6 Stunden Tagesgehzeit „drin“, wobei die Bereitschaft zu länger dauernden Unternehmungen mitunter etwas abnehmen kann. Man kann die Freude am Wandern jedoch meist durch die Einbindung in die Tourenplanung und natürlich mit ganz besonders interessanten Tourenzielen stärken.
  • Mit dem Einsetzen der Pubertät
    verlieren die flügge werdenden Sprösslinge oft jede Begeisterung für’s Wandern oder stecken – ganz im Gegenteil –  ihre Ziele merklich höher. Wie auch immer: Diese Entwicklung ist kaum zu beeinflussen oder gar zu stoppen, daher sollten sich Eltern und Erzieher in dieser Phase mehr und mehr auf Beratung und Unterstützung zurückziehen.

Eins jedoch zieht sich wie ein roter Faden durch alle Lebensabschnitte der Kinder und Jugendlichen: Gemeinsam mit Gleichaltrigen macht’s viel mehr Spaß als allein mit den Eltern.

 

Wandern mit der Familie: Die schönsten Touren in Deutschland

In unserem neuen Wanderführer Wanderlust Familienzeit haben wir unsere 200 beliebtesten Erlebnispfade in Deutschland für die ganze Familie zusammengefasst. Der Wanderführer bietet familienfreundliche Wanderziele mit spannenden Wasserfällen, Wiesen zum Toben und geheimnisvollem Dickicht zum Erkunden.

Dabei ist ganz Deutschland vertreten: Von den Inseln im Norden, der Lüneburger Heide, der mecklenburgischen Seenplatte oder Berlin-Brandenburg über Deutschlands Mitte mit beispielsweise dem Harz, der Sächsischen Schweiz, dem Ruhrgebiet, der Eifel, dem Hunsrück, dem Schwarzwald, dem Fichtelgebirge oder dem Bayerischen Wald bis zu Deutschlands gebirgigem Süden mit dem Allgäu, rund um den Chiemsee oder dem Berchtesgadener Land  – und zahlreichen weiteren, wunderschönen Gebieten.

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Wandern mit Kindern: 5 Tipps für entspanntes Wandern

© Guillaume M. / Unsplash

„Mama, wie weit ist es noch? Wann sind wir endlich da?“
Damit die Familienwanderung wirklich ein Erlebnis wird, und Langeweile erst gar nicht aufkommen kann, hier ein paar Tipps:

  1. Kurze Strecken, viele Pausen
    Auch wenn viele Kinder ausdauernder sind, als Erwachsene annehmen – Wanderungen mit Kindern erfordern natürlich eine eigene Planung. Die Länge und Gestaltung der Strecke hängt dabei auch stark von der Vorlieben der jeweiligen Kinder ab. Dabei bestimmen immer die schwächsten Teilnehmer der Wanderung das Tempo und die (ausreichenden!) Pausen. Das sind in der Regel die Kleinsten. Die übrigens oftmals den doppelten Weg zurücklegen, da sie oftmals eifrig am Rumwuseln und Hin-und Herlaufen sind.
  1. Kinder sollen mithelfen
    Kinder möchten ernst genommen werden – und genauso Verantwortung übernehmen dürfen wie die Großen! Wenn man sie einbindet und ihnen etwas zutraut, macht sie das stolz, motiviert und fördert sie. Sie sollen also ruhig einen Teil der Verpflegung selbst tragen, ein Ausrüstungsgegenstand tragen (zum Beispiel ein Fernglas oder eine Kamera) oder sogar ein eigenes Taschenmesser haben dürfen (natürlich je nach Alter und nicht zu scharf).
  2. Naturinteresse spielerisch wecken
    Staubtrockene Belehrungen aus dem Naturkundeführer machen keinem Spaß. Aber mit Hilfe von spannenden Rätseln, Kinderliedern oder Naturerlebnisspielen gelingt es fast schon nebenbei, die Kleinen für die Vorgänge in der Natur zu begeistern und so spielerisch Wissen zu vermitteln. Und garantiert lernen dabei auch die Großen noch einiges über Flora und Fauna.
  3. Niemals ohne Ziel
    Eine richtige Wanderung hat ein echtes Ziel. Und das ist nicht nur einfach ein langweiliger, nichtssagender Ort, an dem der Weg endet oder an dem umgekehrt wird – sondern etwas, auf das man sich freuen kann. Ein Ziel, das die Fantasie anregt, die Wanderung strukturiert und die Kleinen motiviert, dort anzukommen. Besonders gut eignen sich für Kinder beispielsweise Seen, Grillplätze, Spielplätze, Ruinen, etc.
  4. Bloß keine Routine
    Nichts ist gefährlicher als Langeweile und Eintönigkeit. Gerade bei Familienwanderungen sollte sich nie Routine einschleichen. Kleine Überraschungen am Wegesrand oder eine spontane Schatzsuche sorgen für Kurzweiligkeit. Außergewöhnliche und neue Aktivitäten vertreiben die Routine und sind die besten Abenteuer für die ganze Familie: Wie wäre es mal mit einer Barfußwanderung, einer Nachtwanderung, einem Grillfest im Tiefschnee oder einer Schnitzeljagd?

 

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