Damit eure Körper bei dieser vielleicht ungewohnten Herausforderung nicht überstrapaziert wird, solltet ihr euch nicht überschätzen und das Gewicht, das ihr auf Schultern durch die Alpen tragt, nicht unterschätzen! Um dieses besondere Erlebnis in vollen Zügen genießen zu können, braucht es nicht viel, das allerdings in der richtigen Dosis.

Wandern von Hütte zu Hütte – Weite genießen mit Ziel

Eine mehrtägige Hüttenwanderung ist ein einzigartiges Naturerlebnis auf sicheren Pfaden. Die Distanzen sind so gewählt, dass auch weniger geübte Wanderer keine Probleme haben, wenn sie auf eine adäquate Ausrüstung und angemessenes Reisegepäck achten. Was die Ausrüstung, wie Wanderschuhe, Trekkingstöcke, Rucksack und Navigationsmaterial betrifft, gilt: Gut ist besser. Niemand braucht Schuhe, deren Sohle sich auflöst, oder einen Rucksack, dessen Inhalt im Regen trieft.

Was das Gepäck angeht, gilt: Weniger ist mehr. Ein zu schwerer Rucksack hat die schlechte Angewohnheit, mit jedem Meter gefühlt schwerer zu werden und der Weg ist weit. Der große Vorteil, den eine Hüttenwanderung bietet: Ihr braucht kein Zelt mitzuschleppen. Ein Hüttenschlafsack ist allerdings ein Muss. In den Hütten werden zwar Kissen und Decken zur Verfügung gestellt, aber aus hygienischen Gründen ist ein eigener Schlafsack erwünscht – sowohl von der Hüttenleitung, als wohl auch von euch selbst. Mehr Tipps für eure Hüttenübernachtung findet ihr in unserem Hütten-Knigge für Wanderer. Und hier erfahrt ihr, wie ihr euren Wanderrucksack richtig packt. 

Die Berge rufen immer lauter? Fein. Wir haben für euch fünf der schönsten Hüttenwanderungen in den Alpen unter die Lupe genommen. Viel Freude mit der Vorfreude – und natürlich bei der Tourenplanung!

Drei Tage Audienz beim Wilden Kaiser

Es ist unter Wanderfreunden kein Geheimnis: Das Kaisergebirge ist wohl eines der beeindruckendsten Massive der Alpen. In Tirol führt das Gebiet um den Wilden und den Zahmen Kaiser die Top-Ten der beliebtesten Wanderparadiese an. Die Vielfalt, die Ihr hier zu sehen bekommt, solltet Ihr unbedingt auch mit der Kamera einfangen. Zwar werdet Ihr die schönsten Bilder im Kopf behalten, doch teilen kann man seine Begeisterung mit Fotos natürlich besser. Euch erwarten bizarre Felsformationen, liebliche Almlandschaften, reißende Bäche und rauschende Wälder an der Südseite des Gebirgsmassives. Nähere Infos unter www.wilderkaiser.info.

Vier Tage durch den Nationalpark Kalkalpen

Diese Almwanderung ist zwar als mittelschwer gekennzeichnet, aber durchaus auch für konditionsstarke Anfänger geeignet. Die Almwanderung von der Ennserhütte über die Gschwendtalm bis zur Anlaufalm dauert vier Tage. Vor allem Tierfreunde und Pflanzenfans kommen hier voll auf ihre Rechnung, denn das Naturschutzgebiet ist Heimat für unzählige Arten, von denen einige sogar vom Aussterben bedroht sind. Aus diesem Grund wird auch gebeten, sich nicht von den markierten Wegen zu entfernen. Ihr steigt schon frühmorgens auf den Gipfel des Almkogels, genießt den atemberaubenden Ausblick auf die Kalkalpen, das Tote Gebirge, die Rottenmanner Tauern und das Gesäuse und wandert durch rauschende Wälder auf den Gamstein, von wo aus ihr bis zum Böhmerwald seht. Genauere Details dazu findet ihr unter www.nationalparkregion.com.

Höhenwege am Kaunergrat

Diese absolut traumhafte Tour könnt ihr dann so richtig genießen, wenn ihr die Routen entsprechend eurer Kondition schon im Vorfeld plant. Hier wird nämlich die Luft schon ein bisschen dünn, denn ihr überschreitet die Dreitausendergrenze. Das bedeutet auch, dass ihr schon Erfahrung im hochalpinen Gelände mitbringen solltet, denn ihr werdet auf Schneefelder, Blockwerk und sehr steile Rinnen treffen. Zum Ausruhen gibt es dazwischen aber immer wieder gemütlichere Streckenabschnitte mit atemberaubenden Aussichten, wenn ihr auf den Höhenwegen wandert. Hier im wildesten Gebiet der Ötztaler Alpen lernt ihr fünf urige Hütten und absolut einzigartige Gegenden kennen. Mehr dazu unter www.kaunergrathuette.at.

Wundervolles Südtirol – sechs Tage Meraner Alpen

Ein einzigartiger Mix aus Bergtour und Wanderung erwartet euch in der Nähe von Meran. Die Texelgruppe bietet einfach alles: Niedrige Tallagen präsentieren ihre überbordende Fruchtbarkeit und geben einem das Gefühl, in mediterranen Gefilden gelandet zu sein. Anspruchsvolle Höhenwege führen euch hinauf auf hochalpine 3000 Höhenmeter, die euch wieder daran erinnern, doch noch in den Alpen zu sein. Absolut empfehlenswert für geübte, aber auch weniger geübte Wandersleute. Zum Vorab-schmökern: www.hoehenweg.meran.info.

Auf den Spuren der Schmuggler: Ahrntaler Schmugglerpfade

Auf dieser geheimnisvollen Wanderung könnt ihr selbst wählen, ob ihr drei oder fünf Tage unterwegs sein wollt. Die Tour ist durchaus anspruchsvoll, denn sie beinhaltet gleich zwei alpine Jochüberquerungen, auf denen ihr eure Trittsicherheit unter Beweis stellen könnt. Die Route ist ausgezeichnet beschildert, allerdings solltet ihr euch im Vorfeld über die Nummern und Namen der Streckenabschnitte informieren, denn als „Ahrntaler Schmugglerpfade“ sind sie nicht beschrieben. Dies ist wohl auch im Sinne der alten Schmuggler, denn die wollten natürlich unentdeckt bleiben. Genaue Detailinformationen findet ihr unter www.alpenvereinaktiv.com.

 

MEHR ZUM THEMA: Hüttenwanderungen

» Die schönsten Berghütten der Alpen

» Packliste für eine Alpenüberquerung

» Immer oben: Die schönsten Hüttentouren im Montafon

 

Veröffentlicht am 15. Juni 2017