Das Tal der Dora Baltea (Aostatal) trennt die Penninischen Alpen (Walliser Alpen) von den Grajischen Alpen im Süden (sie sind nach dem Alpis Graia, der römischen Bezeichnung des Colle del Piccolo Bernardo, benannt). Der gewaltige, Südwest-Nordost verlaufende Gebirgszug ist rund 40 Kilometer lang und acht bis fünfzehn Kilometer breit. Der größte Teil des Massivs ist aus Granit und Gneis aufgebaut, zu den Rändern hin findet man vorwiegend Kalk, Schiefer und Sandstein. Vor allem fasziniert es durch seine ausgedehnten Eiscouloirs, Gletscher und Séracs – rund ein Drittel des Massivs ist vergletschert. Fünfzig Gletscher liegen im Massiv, zu den berühmtesten zählen Glacier du Géant, Glacier du Tacul, Mer de Glace, Glacier d’Argentière, Glacier des Bossons, Glacier de Bionnassay und Glacier de Tré La Tête in Frankreich sowie die Gletscher Miage (12 km²), della Brenva, Triolet und Pré de Bar in Italien. Im Wallis ist der Glacier de Saleina zu nennen.

Wasserreichtum

Wasser trägt ganz wesentlich zum Reiz der alpinen Landschaften bei – sei es in Form von Gletschereis und Schnee oder als Seen, Bergbäche und Flüsse. Alle Gewässer südlich des Hauptkamms entwässern zum Po, nördlich des Hauptkamms zur Rhône. Die wichtigsten Flüsse im Kartengebiet sind Arve (Vallée de Chamonix) und Dora Baltea (Valle d’Aosta) sowie deren Quellflüsse Dora di Veny (Val Veny) und Dora di Ferret (ital. Val Ferret). Die Niederschlagsverhältnisse sind unterschiedlich: Der französische Teil liegt im Einflussbereich von Westströmungen und erhält deutlich höhere Niederschlagsmengen als das Aostatal.

Der Berg ruft

Der Schweizer Naturforscher De Saussure umrundete den Mont Blanc 1761 zum ersten Mal komplett und stellte anschließend eine Prämie für den Bezwinger des Mont Blanc in Aussicht. Der Gipfel wurde schließlich von französischer Seite im August 1786 das erste Mal erfolgreich bestiegen, und zwar vom Kristallsucher Jacques Balmat und dem Arzt und Naturwissenschaftler Michel Paccard. Ganz wesentlichen Anteil an der Erschließung des Gebietes hatten aber auch Michel Croz, Bergführer aus Chamonix, und der Engländer Edward Whymper.

Vor allem englische Alpinisten zog es in den Folgejahren ins Mont- Blanc-Gebiet. Sie brauchten für ihre bergsteigerischen Ambitionen erfahrene einheimische Bergführer – die Geburtsstunde der Bergsteigerkapitale Chamonix. Neben dem Mont Blanc locken heute eine Reihe weiterer berühmter Viertausender Alpinisten aus aller Welt: Aiguille de la Tré La Tête, Aiguille de Bionnassay, Dômes de Miage, Dôme du Goûter, Mont Maudit, Aiguille du Midi, Dente di Gigante, Les Grandes Jorasses, Aiguille Verte und Mont Dolent (3.823 m), um nur einige zu nennen.