Über lustige Städtenamen hat jeder schon mal gelacht. Doch es gibt auch zahlreiche Berge, die seltsame und verrückte Namen tragen. Unnütz, Misthaufen oder Bscheißer – so mancher Wanderer wundert sich sicherlich über die Bergnamen, wenn er in den deutschen und österreichischen Alpen unterwegs ist. Bei einigen skurrilen Bergnamen ist deren Bedeutung schnell klar, bei anderen ist die Herkunft des Namens nicht ganz so leicht oder gar nicht zu klären. Wir haben einige der skurrilsten Bergnamen aus der Alpenregion zusammengetragen.

Misthaufen – Vorarlberg

Im österreichischen Vorarlberg erhebt sich der 2.436 Meter hohe Misthaufen. Der Berg verdankt seinen Namen tatsächlich dem Misthaufen, der früher in der Region in quadratischer Form vor den Bauernhöfen angelegt wurde. Der Berg Misthaufen ähnelt in seiner Form einem solchen rechteckig aufgebauten Misthaufen.

Haariger Rücken – Tirol

Wer die Stallkarspitze (2.350 m) in Tirol besteigen möchte, kommt auf dem Weg zum Gipfel definitiv am Haarigen Rücken vorbei. Ihr denkt dabei an einen behaarten Rücken? Falsch. Vielmehr bezieht sich der Name auf das raue Gelände, das in der schneefreien Zeit im Sommer sehr brüchig und daher ziemlich „haarig“ ist.

Hinterunnütz, Hochunnütz, Vorderunnütz – Tirol

Die Unnütze erheben sich in den Brandenberger Alpen in Tirol. Das Bergmassiv besteht aus drei Gipfeln, die alle sehr bezeichnende Namen tragen: der Hinterunnütz, der Vorderunnütz sowie der Hochunnütz. Während sich heute Wanderer an der Besteigung der Unnütze erfreuen, waren die Berge in früheren Zeiten tatsächlich unnütz. Die Bewohner der Region konnten an den zerklüfteten Bergflanken keine Almwirtschaft betreiben – und nannten die Berge daher Unnütze.

Kackenköpfe – Allgäuer Alpen

Südlich des Rohrmooser Tals erstrecken sich drei bewaldete Felsköpfe, die den klangvollen Namen Kackenköpfe tragen. Wer die drei Felsen besteigen möchte, erreicht die Gipfel weglos durch den Wald. Da die Kackenköpfe jedoch bewaldet sind, kann man von ihnen keine Aussicht genießen. Woher jedoch der skurrile Name stammt, lässt sich nicht klären.

Fleischbank – Karwendel

Eine leichte Begtour im Karwendelgebirge führt auf die 2.026 Meter hohe Fleischbank. Der Gipfel kann aus dem Rißtal erreicht werden, es gibt jedoch auch eine Höhenwanderung, die über den Grasbergkamm auf die Fleischbank führt. Auch hier ist nicht bekannt, woher der Name des Berges stammt.

Die Fleischbank erhebt sich neben dem Wilden Kaiser

© tirol.at

Großer Hundstod – Berchtesgadener Alpen

Der Große Hundstod, der oft auch einfach Hundstod genannt wird, zählt zu den höheren Gipfeln des Steinernen Meers in den Berchtesgadener Alpen. Der dominante Felskopf verdankt seinen Namen der Watzmann-Sage. In der Sage stürzen die Hunde des Watzmann von eben jenem Berg in die Tiefe.

Bscheißer – Allgäuer Alpen

In den Allgäuer Alpen liegt an der Grenze zwischen Deutschland und Österreich der 2.000 Meter hohe Bscheißer. Der Berg hat in den vergangenen Jahrhunderten einige Namen getragen. Erstmals erwähnt wurde er 1561 als „Scheißer in Spiz“. 1803 wurde er in Dokumenten als „Scheißer Kopf“ erwähnt, bis er 1819 schließlich seinen heutigen Namen bekam. Der Name wies schon früher darauf hin, dass am Bscheißer regelmäßig Lawinen und Geröll herabschießen.

Kotzen – Karwendel

Der Kotzen (1.771 m) ist ein Ausläufer des Stierjochs im Karwendelgebirge und kann auf der sogenannten Kotzen-Runde bestiegen werden. Der Kotzen ist vermutlich ein Opfer der Namensetymologie und seine Bezeichnung stammt ursprünglich von einem ähnlich klingenden Namen, der sich über die Jahrhunderte zum heutigen Kotzen entwickelt hat.

In diese Liste reihen sich außerdem der Kothaufenberg in den Ybbstaler Alpen, das Hundsarschjoch im Allgäu, das Böse Weibl in den Liezer Dolomiten sowie der Geilkopf am Kaunergrat ein.