Südtirols Süden: Wo der Grand Canyon auf den Blauburgunder trifft

Wandern und Radfahren zwischen Weinbergen, Bergseen und Römerstraße. Entdecke ein Urlaubsgebiet, das selbst Südtirol-Kenner noch überrascht.

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Südtirol kennst du? Aber kennst du auch seinen Süden? Den Teil, wo Bergseen auf 1.500 Metern zum Schwimmen einladen und Weinberge an Bergwälder grenzen, als hätte jemand Toskana und Tirol einfach übereinandergelegt? Wo eine Schlucht 40 Millionen Jahre Erdgeschichte freilegt und du auf dem Rad einer zweitausend Jahre alten Römerstraße folgen kannst?

Die Ferienregion Südtirols Süden liegt am alpin-mediterranen Teil der Südtiroler Weinstraße. Die meisten fahren einfach dran vorbei. Dabei muss man nur einmal abbiegen. Dann nämlich entdeckt man zwischen dem lebendigen Etschtal und den stillen Bergdörfern Aldein, Altrei und Truden ein Urlaubsgebiet, das selbst Südtirol-Erfahrene noch überrascht.

Neumarkt zählt zu den schönsten historischen Ortskernen Italiens, der GEOPARC Bletterbach ist UNESCO-Welterbe, der Naturpark Trudner Horn der artenreichste seiner Art in Südtirol, und die Weindörfer Kurtatsch, Margreid und Salurn locken mit mediterranem Flair, eingebettet in zahlreiche Weinbergen. 

Hier verschmelzen Natur, Kultur, Geschichte, Gastfreundschaft und Genuss auf eine einzigartige Weise. Und vermischen sich mit dem Gefühl, genau richtig abgebogen zu sein.

Wandern von der Schlucht bis zum Gipfel

Die Wanderwege in Südtirols Süden führen durch eine Landschaft, die sich nicht entscheiden kann – und genau das macht sie so besonders. Hier beginnt eine Tour in sonnenverwöhnten Weinbergen und endet auf einer stillen Alm. Eine Schlucht öffnet sich zum UNESCO-Welterbe, ein Naturpark überrascht mit einer Artenvielfalt, die man hier nicht erwartet. Und wer nach dem letzten Anstieg einen Bergsee findet, der mitten in einem geschützten Biotop liegt, versteht: Das war kein Zufall. Das ist Südtirols Süden.

Der GEOPARC Bletterbach

Der GEOPARC Bletterbach zieht sich über acht Kilometer durch das Gestein. In seinen Wänden stecken Fossilien und Saurierabdrücke, die Jahrmillionen alt sind. Teil des UNESCO-Welterbes Dolomiten, wird er nicht ohne Grund als „Grand Canyon Südtirols“ bezeichnet. Gut ausgeschilderte Wanderwege führen dich hindurch, im Besucherzentrum in Aldein gibt es Ausstellungen, geführte Wanderungen und Schutzhelme zum Ausleihen. Wer danach noch nicht genug hat, kann beim Erlebnisformat „Wein & Stein“ den Abstieg durch die Schlucht mit einer Weinverkostung kombinieren. Den hat man sich dann auch verdient.

Naturpark Trudner Horn

Über 6.800 Hektar, fünf Gemeinden, ein faszinierendes Zusammenspiel aus submediterranem und alpinem Klima – das ist der Naturpark Trudner Horn. Er ist der artenreichste Naturpark der Region und einer der ruhigsten Orte, die du in Südtirol findest. Die Aldeiner Almenrunde führt dich durch lichte Lärchenwälder und über sanfte Almen vorbei an Hochmooren und blühenden Wiesen. Wer botanisch interessiert ist, findet hier rund 60 Orchideenarten, darunter der seltene Frauenschuh und der fleischfressende Sonnentau. Das Besucherzentrum in Truden, untergebracht in einer liebevoll restaurierten alten Mühle, ergänzt die Tour noch um zusätzlichen kulturellen Charme.

Themenwege auf den Spuren von Dürer, Dinosauriern und Winzern

Südtirols Süden ist durchwandert von Wegen, die mehr erzählen als Landschaft. Sie führen durch Jahrmillionen Erdgeschichte, durch Sagenlandschaften, entlang von Rebzeilen und auf den Spuren großer Künstler. Weinlehrpfad, Apfelweg, Saurierpfad und Höfewanderung sind nur einige Beispiele. Sie alle bieten dir genug Abwechslung für mehr als nur einen Aufenthalt. 

Wir stellen dir drei ausgewählte Themenwege vor: 

Der Dürerweg folgt den Spuren von Albrecht Dürer, der im 15. Jahrhundert auf dem Weg nach Venedig durch diese Landschaft zog. Was er unterwegs sah, hielt er in den ersten eigenständigen Landschaftsaquarellen der Kunstgeschichte fest. Wer dem Weg folgt, versteht schnell, warum ihn diese Landschaft zum Malen gebracht hat.

Der Saumpfad zwischen Truden und Altrei folgt einer Route, auf der Säumer jahrhundertelang Salz und Wein über die Alpen transportierten. Heute führt dich dieser 9,5 Kilometer durch Lärchenwälder, Almwiesen und Moorlandschaften, ohne dass sich der Weg groß verändert hat.

Der Blauburgunderweg führt durch die Pinot-Noir-Lagen von Montan und Neumarkt und in eine Weinkultur, die hier seit Jahrhunderten gelebt wird. Die Sagenwege in Truden und Altrei entführen in die mystische Welt lokaler Legenden, am besten bei einbrechender Dämmerung. 

Weitwandern auf dem Schwarz Weiss Weg

Der Schwarz Weiss Weg ist der erste Weitwanderweg im Südtiroler Unterland. Auf 80 Kilometern und sechs Etappen zieht er von Dorf zu Dorf durch eine Landschaft, in der sich alles verdoppelt und widerspricht. Zwei Sprachen, zwei Klimazonen, Berg und Tal, und am Ende zwei Gipfel, die dem Weg seinen Namen geben: das Weißhorn aus hellem Sarldolomit, das Schwarzhorn aus dunklem Quarzporphyr. Entlang des Weges erklären über 135 Installationen und Informationstafeln, was man gerade unter den Füßen hat. Wer nicht alle Etappen am Stück gehen will, kann einzelne Abschnitte oder eine der zehn Dorfrunden als Tagesausflug einplanen.

Fennberger See und Göller Seen

In Südtirols Süden wanderst du nicht nur, du schwimmst auch. Mitten in einem geschützten Biotop , gelegen auf über 1000 Metern Höhe und umgeben von Seerosen und Libellen, liegt ein kleiner Steg, von dem du ins seidige Moorwasser des Fennberger Sees springst. Der Blick auf die kleine Kirche und die umliegenden Berge machen den See so besonders. Am Fennberg wartet außerdem ein Klettersteig, der das ganze Jahr über begehbar ist. Also auch dann, wenn anderswo die Saison längst vorbei ist.

Der Göller See bei Aldein versteckt sich dagegen mitten im Wald, dreißig Gehminuten von Aldein entfernt. Wer danach noch Luft hat, findet oberhalb Panoramapunkte mit Blick über das gesamte Etschtal. 

Zwei Seen, zwei Charaktere, beide einen Abstecher wert.

Radeln: Von der alten Bahntrasse bis ans Mittelmeer

Südtirols Süden lässt sich auf dem Rad in mehreren Geschwindigkeiten entdecken: auf einer ehemaligen Kriegsbahntrasse durch Tunnel und über Viadukte, auf einer zweitausend Jahre alten Römerstraße bis an den Gardasee oder ganz gemächlich durch Weinberge, von Dorf zu Dorf.

Alte Fleimstaler Bahntrasse

Von 1917 bis 1963 verband die Fleimstalbahn Auer mit Predazzo im Fleimstal. Ursprünglich im Ersten Weltkrieg für militärische Zwecke gebaut, ist die ehemalige Schmalspurtrasse heute ein Rad- und Wanderweg, der Geschichte und Landschaft auf ungewöhnliche Weise verbindet. Die Infrastruktur von damals, mit historischen Tunneln, dem markanten Glener Viadukt und einigen Brücken über Schluchten, macht die Strecke heute zu einem Erlebnis. Die rund 24 Kilometer lange Route überwindet etwa 900 Höhenmeter und führt durch das Biotop Castelfeder und den Naturpark Trudner Horn.  

Via Claudia Augusta & Etschradweg

Vor rund 2.000 Jahren als einzige kaiserliche Staatsstraße über die Alpen gebaut, ist die Via Claudia Augusta heute einer der geschichtsträchtigsten Fernradwege Europas. Übrigens gilt sie als die leichteste Alpenquerung auf dem Rad überhaupt. Die Etschradroute führt als Teilstück auf 300 Kilometern vom Vinschgau bis an den Gardasee, vorbei an Burgen, Obsthainen und Weinbergen. Alle Dörfer der Ferienregion Südtirols Süden liegen direkt an der Strecke, darunter Neumarkt, wo Archäologen die einzige nachgewiesene römische Straßenstation Südtirols gefunden haben. 

Du magst es lieber etwas ruhiger? Dann nimm die Weinradroute Süd durchs Überetsch, vorbei am Kalterer See, durch Tramin, Kurtatsch und Margreid. Einzelne Abschnitte lassen sich bequem mit dem Zug kombinieren.

Reisezeit Südtirols Süden

Südtirols Süden ist eine Region, die man in den verschiedenen Jahreszeiten immer wieder neu entdecken kann. Wer also einmal hierhin abgebogen ist, kommt gerne wieder. Im Frühling erwacht die Landschaft früher als anderswo. Die Weinberge blühen, die Wege sind frei, bevor manch anders die Saison noch gar nicht beginnt.
Im Sommer zieht es einen an die Bergseen und in die Kühle der Lärchenwälder.
Im Herbst verwandeln sich die Weinberge in ein Meer aus Gold und Rot. Die Weinlese beginnt, ebenso der Almabtrieb, und die Luft riecht nach Most und Holzrauch.

Die Südtirols Süden Card

Wer in einem der Partnerbetriebe der Ferienregion übernachtet, bekommt die Südtirols Süden Card automatisch, im Zimmerpreis inklusive. Sie bietet freie Fahrt mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln in Südtirol – Bus, Bahn und ausgewählte Seilbahnen – sowie Ermäßigungen bei über 50 Wein-, Kultur- und Freizeiterlebnissen. Die Card deckt genau das ab, was die Region ausmacht, wie beispielsweise geführte Wanderungen im Naturpark Trudner Horn, Weinverkostungen, Kellerführungen, Bikeverleih, Museen.

Anreise: Entspannt ankommen

Deine Reise in den Süden beginnt bereits am Zugfenster. Während die Landschaft draußen vorbeizieht, lässt du den Alltag Stück für Stück hinter dir. Südtirols Süden ist ein Paradebeispiel dafür, wie gut Erholung ohne eigenes Auto funktioniert. Ob mit den Freccia-Zügen oder dem Italo, der Weg führt über Bozen direkt in die Region. Die Bahnhöfe von Auer, Neumarkt, Margreid/Kurtinig und Salurn liegen mitten im Geschehen, oft nur einen kurzen Spaziergang von der Unterkunft entfernt. Wer einmal zu Fuß durch die Lärchenwälder gestreift oder mit dem Rad die Etsch entlanggrollt ist, merkt schnell: Ein Auto braucht es hier nicht. Man kommt überall hin und will eigentlich nirgendwo anders sein.

Weitere Informationen zu Wanderwegen, Radtouren und den zahlreichen Highlights findest du hier: