Am Fels in Tirol: Klettersteige im Stubaital

Im Stubaital, einer der schönsten Berglandschaften Tirols, finden Kletterbegeisterte eine Vielzahl an Klettersteigen.

Das Stubaital im österreichischen Bundesland Tirol bildet das Haupttal der Stubaier Alpen und ist begeisterten Skifahrer, Snowboardern und Freeridern sicherlich ein Begriff. Aber nicht nur im Winter überzeugt das Stubaital, das in der Nähe der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck liegt. Auch für Bergsportler und Wanderer bietet es jede Menge Abenteuer.

Zu den bekanntesten Wanderwegen zählt sicherlich der Stubaier Höhenweg – ein rund 120 Kilometer langer Höhenwanderweg, der von geübten Wanderern in acht bis neun Etappen zurückgelegt wird. Er führt auf einer Höhe zwischen 2.000 und 3.000 Metern fast ausschließlich durch alpines und hochalpines Gelände und gilt als besonders anspruchsvoll. Er ist als Rundweg konzipiert, als Ausgangs- und Endpunkt bietet sich Neustift an.

Aber auch für Tagestouren bietet diese Tiroler Region eine Vielzahl an Touren und Wegen, zudem gibt es eine stattliche Anzahl an Klettersteigen in allen Schwierigkeitsgraden und unterschiedlichen Längen – sowohl Neulinge als auch der langjährige Klettersteiggeher werden hier garantiert fündig.

Was ist ein Klettersteig?

Ein Klettersteig ist ein mit Eisenstufen, Eisenleitern und/oder Stahlseilen gesicherter Kletterweg, der am natürlichen Felsen entlangführt. Bereits früher wurden gefährliche Passagen bei Wanderwegen mit Stahlseilen abgesichert – daraus hat sich der heutige Klettersteig entwickelt. Dieser wird übrigens auch als Via Ferrara bezeichnet, eine italienische Bezeichnung für „Eisenweg“.

Welche Ausrüstung benötigt man?

Zum Klettersteiggehen werden auf jeden Fall bergtaugliches Schuhwerk, einen Helm, Gurtzeug oder ein Klettergurt sowie ein Klettersteigset benötigt. Dieses Set bildet die Verbindung zwischen Bergsteiger und dem Fels beziehungsweise dem dort angebrachten Stahlseil. Es besteht aus einer Schlinge, die in das Gurtzeug eingebunden wird. Daran befindet sich der Fangstoßdämpfer, der im Notfall einen Sturz abbremst. Davon gehen V-förmig zwei Seil- oder Bandschlingenäste ab, an deren Ende sich jeweils ein Klettersteigkarabiner befindet. Mit diesen hängt sich der Klettersteiggeher in das Stahlseil ein.

Klettersteigneulinge sollten auf jeden Fall einen Kurs besuchen oder sich das korrekte Handling vorab ausführlich erklären lassen und die erste Klettersteigtour nur in Begleitung eines erfahrenen Klettersteiggehers unternehmen.

Welche Klettersteige gibt es im Stubaital?

Die Tiroler Tourismusregion rund um Berge wie dem Habicht, Wilder Freiger, Ruderhofspitze oder dem Schrankogel bietet zahlreiche ausgesetzte Klettersteige mit spektakulären Aussichten – und das für jeden Anspruch.

Auch Familien können am Klettersteig Ilmspitze klettern
© TVB Stubai Tirol/Heinz Zak

Einer der bekanntesten Klettersteige in der Region ist sicherlich der Klettersteig Große Ochsenwand. Die sehr schwierige Route führt entlang der Südkante der Großen Ochsenwand und ist nur für geübte Bergsteiger geeignet. Für den Zustieg ab der Mittelstation muss man etwa eineinhalb Stunden einplanen, für den eigentlichen Steig rund drei Stunden (hier werden 700 Höhenmeter überwunden). Der Abstieg dauert dann ebenfalls nochmals rund 3,5 Stunden. Dieser Steig erfordert also ein hohes Maß an Ausdauer, zählt jedoch zu den schönsten und bedeutendsten Klettersteigen, nicht nur Tirols sondern sogar ganz Österreichs.

In der Nähe der Stubaier Gletscherbahn liegt der Fernau Klettersteig mit sehr originellen und vor allem auch abwechslungsreichen Passagen und einem grandiosen Ausblick zum Stubaier Gletscher. Zu- und Abstieg sind mit 15 und 45 Minuten recht kurz. Der eigentliche Steig dauert rund eineinhalb Stunden, dabei werden 230 Höhenmeter überwunden.

Weitere lohnenswerte Vie Ferrate unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades befinden sich an der Ilmspitze, dem Elferkofel, dem Steingrubenkogel und der Elfer Nordwand.

Als Kletterteigneuling in Tirol unterwegs?

Wer sich noch nicht so ganz sicher ist, ob das Klettersteiggehen das richtige ist, der kann sich auch erstmal an einem Übungsklettersteig versuchen: Diese meist sehr kurzen und für Einsteiger und Kinder angelegten Steige sind ideal, um sich mit dem Material und dem Fels vertraut zu machen und sich einzugrooven, bevor es auf eine längere Tour geht.

So gibt es am Kreuzjoch einen „Alpin-Erlebnispark“, welcher neben einem Kinder- und Sportklettergarten auch drei Klettersteige mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden anbietet. Des Weiteren gibt es in der Region den Schnupperklettersteig Dresdner Hütte oder die Übungsklettersteige Wilde Wasser, Fernau und Innsbrucker Hütte.

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