Wandern im Stubaital

Wandern im Stubaital

Es gibt nur wenige Täler in den Alpen, die sich so frei überblicken lassen wie das Stubai. Das zentralste der Tiroler Zentralalpentäler bietet eine nahezu durchgehende Sicht auf seine höchsten Gipfel. Das mag den Blick auf Einzelheiten mitunter etwas überstrahlen. Dabei ist das Stubai wirklich nicht arm an landschaftlichen und kulturellen Besonderheiten – von den Dörfern im Tal, die trotz ihrer rasanten Tourismusentwicklung noch Tiroler Dörfer geblieben sind, über die uralten Bergbauernhöfe, von denen sich etliche in unglaublich steile Hänge krallen, bis hin zu den zauberhaften Almen und den Bergen, die darüber aufragen.

Viele kennen das Stubai als Skidestination. Doch darüber hinaus ist das Tal ein ideales Ganzjahresziel für alle Menschen, die gern wandern und Gipfel erklimmen, die am Rodeln, Skitouren- und Schneeschuhgehen ebenso Freude finden wie am Klettern und Klettersteigen. Am Ufer der Ruetz kann man schon im Winter und im zeitigen Frühjahr genussvoll dahinspazieren; bis zum Sommerbeginn steigt der „Tourenhorizont“ dann auf die Höhe der zahlreichen Almhütten an. In der Folge laden zwei oder drei Monate zu hochalpinen Erlebnissen ein, wobei traditionsreiche Schutzhütten auch mehrtägige Touren ermöglichen. Der Herbst ist wiederum die Zeit der „kleineren“ Gipfel und der Lärchenmähder.

Wandern im Stubaital bietet also viele Möglichkeiten, all diese Pracht zu erlebe - zahlreiche Tourenvorschläge haben wir hier für Dich zusammengestellt.

Deine Wanderführer in der Region

Touren in der Region Stubaital

1

Hundsheim, Aperer Freiger Exklusive Gipfelziele über der Sulzenauhütte

gratis
7,5 km
05:30 h
1.100 hm
1.100 hm
Einst wollte man das Becherhaus auf der Südseite des Wilden Freigers (siehe Tour 41) auch von Norden aus zugänglich machen. So begann man mit der Anlage einer "gletscherfreien" Route über den Aperen Freiger, den nordwestlichen Vorgipfel des Wilden Freigers. Lange vergessen, wurde sie vor einigen Jahren vom Wirt der Sulzenauhütte bis zum Gipfel reaktiviert – alpin recht anspruchsvoll und nur bei besten Verhältnissen zu empfehlen, aber ein opulenter Schaugenuss auf "Tuchfühlung" mit vergletscherten Dreitausendern!
Details...
2

Der Pilgerweg Quo Vadis Auf den Spuren von Bischof Reinhold Stecher

gratis
21,5 km
07:30 h
1.400 hm
150 hm
Quo vadis? Dieses gefügelte Wort bezieht sich laut dem Johannesevangelium auf die Frage von Simon Petrus: "Herr, wohin willst du gehen?" Jesus antwortete ihm: "Wohin ich gehe, dorthin kannst du mir jetzt nicht folgen. Du wirst mir aber später folgen." Quo vadis wurde auch zum Motto für einen Pilgerweg von Innsbruck nach Maria Waldrast. Diese 21 km lange Route ist der unvergessene Innsbrucker Altbischof Reinhold Stecher (1921 – 2013) oft und gern gegangen, und zwar meist allein und in der Nacht. Die Route führt vom Dom St. Jakob in der Innsbrucker Altstadt hinaus in die Natur, vorbei an beeindruckenden Kirchen und kleinen Kulturschätzen am Weg, durch Wälder und Wiesen zur Ruetz und schließlich auf dem historischen Kapellenweg zum Fuß der Serles, die als der "Hochaltar Tirols" gilt. Unterwegs kommt man sogar an einer vorchristlichen Kultstätte vorbei: 1976 entdeckte man beim Straßenbau unterhalb von Telfes eine kleine, mit Wasser gefüllte Höhle; Funde aus dem 5. bis 3. Jahrhundert v. Chr. deuten darauf hin, das es sich dabei um ein Quellheiligtum handelte. Über weite Strecken wandert man auf Straßen dahin, dazwischen aber auch auf steinigen Pfaden, die gutes Schuhwerk erfordern. Und gute Kondition, denn zur Streckenlänge kommt auch ein finaler 900-Höhenmeter-Aufstieg.

Die einzelnen Abschnitte:

Innsbruck – Natters: 5 km, 1:30 h, Aufstieg 200 m
Natters – Mutters – Mieders: 10,5 km, 3:00 h, Aufstieg 450 m, Abstieg 100 m
Mieders – Maria Waldrast: 6 km, 3:00 h, Aufstieg 750 m, Abstieg 50 m
Details...
3

Serles Tirols "heiliger Berg"

gratis
14,6 km
07:00 h
1.150 hm
1.150 hm
Als ebenmäßige "Dreifaltigkeit" aus scharfen Kalkzacken prägt die Serles die südliche Bergsilhouette von Inns­bruck, aber auch die Bergumrahmung des vorderen Stubaitals. Daher wurde der unverwechselbare Dolomitgipfel auch in den Reigen der Stubaier Seven Summits aufgenommen. Sein Name geht auf den romanischen Begriff serrula (Weidezaun) bzw. das lateinische Wort serra (Säge) zurück. Um 1400 nannte man die Grenze zwischen Mieders und Matrei "auf Sörls". Der Name "wanderte" auf den Gipfel und verdrängte die alte Bezeichnung "Sunnstain" (Sonnenstein), die vielleicht auf ein Bergheiligtum hindeutet, auf einen nördlichen Vorgipfel. Jedenfalls bietet die Serles eine großartige Rundsicht, die bei klarem Wetter von den Dolomiten über die Zillertaler Alpen und das Karwendelgebirge bis zu den Allgäuer Alpen reicht. Prachtvoll ist der Blick übers Stubai zu seinen vergletscherten Hochgipfeln. Beim Aufstieg sollte man jedoch tunlichst auf den Boden schauen, denn der Gipfelgrat ist stellenweise recht abschüssig. Der kürzeste Weg dorthin beginnt beim Kloster Maria Waldrast, das von Matrei im Wipptal auf einer 5 km langen Mautstraße erreichbar ist. Aus dem Stubaital kann man die Serles über die Wildeben erklimmen (siehe Tour 15), was aber Kondition für gut 1700 Höhenmeter voraussetzt. Viel bequemer geht's mit der Hochserles-Gondelbahn, die den Zusatz-Fußmarsch erheblich reduziert.
Details...
4

Ins Oberbergtal Wo die Bären badeten

pro
24,3 km
06:00 h
750 hm
750 hm
Im etwa 10 km langen Oberbergtal, das von Milders nordseitig ins Reich der Alpeiner Berge hinaufführt, entstanden schon im 12. und 13. Jahrhundert drei Schwaighöfe – der höchstgelegene auf 1742 m Seehöhe. Die Klimaverschlechterung führte dazu, dass sich die beiden exponiertesten Güter im 16. bzw. im 18. Jahrhundert zu Almen "zurückentwickelten". Heute ist der 1472 m hoch gelegene Schottenauerhof in Seduck – die Einheimischen sagen "Zugidugga" – die höchstgelegene Dauersiedlung im Stubai. Auch die Höfe, die weiter unten auf der Sonnseite stehen, blicken auf eine bewegte Geschichte zurück. Im Winter waren sie von der Außenwelt abgeschnitten und oft von Lawinen bedroht. Wenn's ganz schlimm kam, bot nur mehr die "Schneestube" im Roachnhof Zuflucht.
Heute ist das Tal mit einer schmalen Straße erschlossen, auf der man im Sommer bis zur Oberissalm hinauffahren darf (es gibt auch ein Almtaxi). Viel erlebnisreicher ist natürlich ein Fußmarsch durch das gesamte Tal, am besten ab Neustift. Die erste Station oberhalb von Milders ist das sagenumwobene Bärenbad, ein 1550 erstmals urkundlich erwähntes Bauernbadl. Bis 1958 wurde sein eisen- und schwefelhaltiges Quellwasser wegen seiner Heilkraft bei Wunden, schlechter Verdauung und Rheuma viel aufgesucht. Oberhalb davon beginnen die schönsten Wiesen weit und breit: ein Meer von Krokus gleich nach der Schneeschmelze, ein farbenprächtiger Blütenteppich im Frühsommer, ein schweißtreibender Arbeitsplatz der Bergbauern zur Zeit der sommerlichen Mahd, goldener Samt im Spätherbst. Selbst die Bergumrahmung sucht ihresgleichen: Über dem unteren Talbereich recken sich die Kalkkögel mit dem Hohen Burgstall und der Schlicker Seespitze dolomitengleich in die Höhe, während auf dem Weg zur Oberissalm das vergletscherte Schrandele (3392 m) zu sehen sind.
5

Der Stubaier Höhenweg Die Königsroute hoch über dem Tal

pro
77,5 km
39:30 h
4.650 hm
5.760 hm
Der gut 75 km lange Stubaier Höhenweg zählt zu den schönsten Panoramarouten der Alpen. Allerdings täuscht der Begriff "Weg", denn es handelt sich dabei um eine hochalpine Route in Höhenlagen zwischen 2100 und 2900 m, die absolute Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Bergerfahrung voraussetzt. Sie führt durch steiles Gras-, Fels- und Schuttgelände; einige ausgesetzte Passagen wurden mit Stahlseilen gesichert. Bis weit in den Juli hinein liegt in nordseitigen Karen noch Schnee; steile Rinnen können vereist sein. Mit den ersten Schneefällen im Herbst ist die Saison des Stubaier Höhenweges wieder vorbei; in manchen Jahren sorgen hochsommerlicher Wetterstürze für ein temporäres "no-go". Weitere Infos finden Sie auf www.stubaier-hoehenweg.at, aktuelle Infos über die Verhältnisse und Live-Bilder bietet die Website www.franzsennhuette.at.

Acht Alpenvereinshütten geben den Zeitrahmen für die Begehung des Stubaier Höhenweges vor. Der tatsächliche Zeitbedarf hängt dann natürlich vom Wetter ab, aber auch von der Frage, ob man unterwegs Gipfel "mitnehmen" möchte. Der Hohe Burgstall (Tour 13), die Rinnenspitze (Tour 28) oder der Habicht (Tour 18) lohnen einen zusätzlichen Tourentag auf jeden Fall. Zeit einsparen kann man dagegen, indem man die relativ kurzen Etappen Nr. 5 und 6 an einem Tag geht. Außerdem lässt sich der Stubaier Höhenweg über die Zugangswege der Schutzhäuser in beliebig lange Teilabschnitte "zerlegen". Auf jeden Fall sollten Sie nach Möglichkeit nicht am Wochenende starten – unter der Woche ist der Andrang in den Hütten meist etwas geringer.

Die einzelnen Abschnitte:Kreuzjoch – Starkenburger Hütte: 3,5 km, 1:30 h – 2:00 h, Aufstieg 200 m, Abstieg 80 m
Starkenburger Hütte – Franz-Senn-Hütte: 15,5 km, 6:30 h, Aufstieg 500 m, Abstieg 580 m
Franz-Senn-Hütte – Neue Regensburger Hütte: 9,5 km, 4:30 h, Aufstieg 700 m, Abstieg 550 m
Neue Regensburger Hütte – Dresdner Hütte: 12,5 km, 6:30 h, Aufstieg 980 m, Abstieg 900 m
Dresdner Hütte – Sulzenauhütte: 5 km, 3:00 h, Aufstieg 370 m, Abstieg 550 m
Sulzenauhütte – Nürnberger Hütte: 4,5 km, 3:00 h, Aufstieg 500 m, Abstieg 400 m
Nürnberger Hütte – Bremer Hütte: 6 km, 4:00 h, Aufstieg 550 m, Abstieg 400 m
Bremer Hütte – Innsbrucker Hütte: 10,5 km, 7:00 h, Aufstieg 850 m, Abstieg 900 m
Abstieg nach Neder im Stubaital: 10,5 km, 3:00 h, Abstieg 1400 m
6

Zur Falbesoner Nockalm Alte Alm, neues Wanderziel

pro
3 km
02:30 h
400 hm
400 hm
Seit dem 17. Jahrhundert steht die kleine Holzhütte der Falbesoner Nockalm am Abhang des 3029 m hohen Ochsenkogels im Habichtkamm. Sie birgt die letzte Rauchkuchl im Stubaital. Über ihrem offenen Herd zieht der Rauch nicht durch einen Kamin, sondern zwischen den rußgeschwärzten Dachsparren ab. Als der letzte Senner im Jahr 2000 die Bewirtschaftung aufgab, schien der Verfall der Alm gewiss. Doch es kam anders – und das lag paradoxerweise an den Riesenlawinen und Geröllmuren, die sich jedes Jahr aus der Ochsengrube talwärts ergießen. Um sie zu entschärfen, planten Beamte der Wildbachverbauung einen mächtigen Begrenzungsdamm auf 1640 m Seehöhe. Für den Materialtransport ließen sie eine Forststraße anlegen, an deren Ende die Familie Gleinser eine neue Hütte errichten konnten – mit allen technischen Finessen für eine umweltschonende Bewirtschaftung. Im Sommer 2015 wurde das schmucke Gebäude als Jausenstation eröffnet. In der holzgetäfelten Stube und auf der Terrasse mit Blick zu den Bergen um die Neue Regensburger Hütte werden hausgemachte Köstlichkeiten serviert, und für den nötigen Appetit sorgen die romantischen und waldschattigen Zustiegswege, die von Hannes Gleinser mit viel Mühe neu angelegt wurden.
7

Autenalm, Zindegg Im Banne des Elfers

pro
10 km
04:30 h
400 hm
1.200 hm
Auch in der näheren Umgebung des viel besuchten Elfermassivs gibt es noch Bergeinsamkeit – zum Beispiel auf dem Zindegg, einem unspektakulären Wald- und Grasbuckel im nördlichen Auslauf der Zwölferspitze. Von den vielen Wanderern, die von der Elferbahn zur urigen Autenalm hinabwandern, unternehmen nur wenige den 394-Höhenmeter-Aufstieg, der ja nicht einmal auf einem "richtigen" Gipfel endet. Gut für stille Genießer, die sich an der prachtvollen Ausicht von den Türmen des Elfers bis zur jenseits aufragenden Brennerspitze erfreuen und sich im Anschlus das kulinarische Angebot der Autenalm umso besser munden lassen!  

KOMPASS Tourenplaner Stubaital

Keine passende Tour gefunden?
Plane jetzt dein eigenes Abenteuer rund um die Region Stubaital

Highlights in der Region Stubaital

Wir brauchen deine Expertise!
Wir wollen KOMPASS Pro für Dich verbessern. Und wer kann uns besser sagen, was wir ändern müssen, als Du selbst?