Wandern im Stubaital

Wandern im Stubaital

Es gibt nur wenige Täler in den Alpen, die sich so frei überblicken lassen wie das Stubai. Das zentralste der Tiroler Zentralalpentäler bietet eine nahezu durchgehende Sicht auf seine höchsten Gipfel. Das mag den Blick auf Einzelheiten mitunter etwas überstrahlen. Dabei ist das Stubai wirklich nicht arm an landschaftlichen und kulturellen Besonderheiten – von den Dörfern im Tal, die trotz ihrer rasanten Tourismusentwicklung noch Tiroler Dörfer geblieben sind, über die uralten Bergbauernhöfe, von denen sich etliche in unglaublich steile Hänge krallen, bis hin zu den zauberhaften Almen und den Bergen, die darüber aufragen.

Viele kennen das Stubai als Skidestination. Doch darüber hinaus ist das Tal ein ideales Ganzjahresziel für alle Menschen, die gern wandern und Gipfel erklimmen, die am Rodeln, Skitouren- und Schneeschuhgehen ebenso Freude finden wie am Klettern und Klettersteigen. Am Ufer der Ruetz kann man schon im Winter und im zeitigen Frühjahr genussvoll dahinspazieren; bis zum Sommerbeginn steigt der „Tourenhorizont“ dann auf die Höhe der zahlreichen Almhütten an. In der Folge laden zwei oder drei Monate zu hochalpinen Erlebnissen ein, wobei traditionsreiche Schutzhütten auch mehrtägige Touren ermöglichen. Der Herbst ist wiederum die Zeit der „kleineren“ Gipfel und der Lärchenmähder.

Wandern im Stubaital bietet also viele Möglichkeiten, all diese Pracht zu erlebe - zahlreiche Tourenvorschläge haben wir hier für Dich zusammengestellt.

Deine Wanderführer in der Region

Touren in der Region Stubaital

1

Römerweg und Stollensteig Eine Rundwanderung auf historischen Spuren

gratis
15,5 km
04:00 h
250 hm
250 hm
In seinem vordersten Bereich zeigt sich das Stubaital von seiner einsamen Seite. Dort fließt die Ruetz durch die bewaldete und – abgesehen von einer Stomleitung – völlig unberührte Gallhofschlucht. Viel Wasser des Stubaier Talbachs wurde allerdings 1912 für ein Kraftwerk zur Stromversorgung der Stubitalbahn abgezweigt. Parallel zum (längst durch eine leistungsfähigere Röhre ersetzten) Ausleitungsstollen legte man einen Wartungspfad an. Auf diesem "Stollensteig" wandert man heute durch eine stille Waldlandschaft – anfangs keine 100 m unterhalb der Brennerautobahn.Diese wurde vor allem durch die 1963 eröffnete, 820 m lange und 190 m hohe Europabrücke bekannt. Unterhalb davon verläuft der alte Weg zum Brennerpass, der wohl schon in prähistorischer Zeit begangen wurde. Um 15 v.Chr. besetzten die Römer die Region, gegen Ende des 2. Jahrhunderts bauten sie die Brennerroute zu einer Militärstraße aus (ein Rest davon wurde am Pass entdeckt und ist nun bei der Autobahnraststätte Europabrücke zu sehen). Im Jahr 800 reiste Karl der Große über den Brenner nach Rom, wo ihn Papst Leo III. zum Kaiser krönte. Bis zum Ende des Mittelalters folgten ihm 65 weitere Kaiser und Könige auf der "Kaiserstraße" – meist mit großem Gefolge. Damals wurde auch fast der gesamte Fernhandelsverkehr zwischen Augsburg und Venedig – immerhin 6500 Frachtwagen pro Jahr – über die Brennerstraße abgewickelt. Als "Nadelöhr" galt der Steilanstieg am "Untern Schenperg", wo bis zu zehn zusätzliche Pferde vor die Wagen gespannt werden mussten. Diese Strecke ließ Maria Theresia 1777 ausbauen; neun Jahre später rumpelte dort Johann Wolfgang von Goethe in der Kutsche gen Italien. Unten, wo die Ruetz in die Sill mündet, entstand zwischen 1842 und 1845 schließlich die Stefansbrücke. Geplant wurde sie von Carl Ritter von Ghega, dem späteren Erbauer der Semmeringbahn – und sie ist bis heute die größte Steinbrücke Österreichs.
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2

Zur Falbesoner Nockalm Alte Alm, neues Wanderziel

gratis
3 km
02:30 h
400 hm
400 hm
Seit dem 17. Jahrhundert steht die kleine Holzhütte der Falbesoner Nockalm am Abhang des Ochsenkogels im Habichtkamm. Sie birgt die letzte Rauchkuchl im Stubaital. Über ihrem offenen Herd zieht der Rauch zwischen den rußgeschwärzten Dachsparren ab. Als der letzte Senner die Bewirtschaftung aufgab, schien der Verfall der Alm gewiss. Doch es kam anders – und das lag indirekt an den Lawinen und Geröllmuren, die sich jedes Jahr aus der Ochsengrube talwärts ergießen. Um sie zu entschärfen, planten Beamte der Wildbachverbauung einen mächtigen Begrenzungsdamm auf 1640 m Seehöhe. Für den Materialtransport ließen sie eine Forststraße anlegen, an deren Ende die Familie Gleinser eine neue Hütte errichten konnten – mit allen technischen Finessen für eine umweltschonende Bewirtschaftung. Im Sommer 2015 wurde das schmucke Gebäude als Jausenstation eröffnet. In der holzgetäfelten Stube und auf der Terrasse mit Blick zu den Bergen um die Neue Regensburger Hütte werden hausgemachte Köstlichkeiten serviert, und für den nötigen Appetit sorgen die romantischen und waldschattigen Zustiegswege, die von Hannes Gleinser mitvviel Mühe neu angelegt wurden.
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3

Durchs Pinnistal zur Innsbrucker Hütte Überraschungen im Reich des Habichts

gratis
21,3 km
07:00 h
1.400 hm
1.400 hm
Das waren noch Zeiten: Im 19. Jahrhundert nahm der Zugangsweg von Innsbruck zum Habicht mindestens zwei, drei Tage in Anspruch. Die Alpenvereinssektion Innsbruck erbaute 1884 ein erstes kleines Schutzhaus hinter dem Pinnisjoch. Laut einer alten Chronik war sie "aus Stein und Mörtel gebaut, deren Schindeldach einen 7,5 mal 5,5 m großen Raum überdeckt. Für 10 Personen gab es Matratzen und für 20 weitere Heu". Nach mehreren Zubauten ist die Innsbrucker Hütte heute ein komfortables Schmuckstück, und auch der Zugang lässt sich bedeutend verkürzen: mit der Almshuttle-Zufahrt bis zur Karalm. Die Straße durch das etwa 7 km lange Pinnistal ist zwar nicht besonders spannend zum Wandern, sie führt aber nicht nur an guten Einkehrstationen vorbei, sondern auch durch eine atemberaubend schöne Landschaft. Rechts oben die bleichen Zacken des Elfers, links die waagrecht gebankten und von kolossalen Schluchten zerrissenen Wände des Serleskamms (Hammerspitze, Kirchdachspitze, Iilmspitzen) und im Hintergrund der gewaltige, dunkelfelsige Habicht mit dem kleinen Pinnisferner als Eisaccessoire. Ab der Karalm schließt sich dann der neu angelegte Bertl-Weg an, ein breiter Zickzackpfad in moderater Steigung, sozusagen eine De-Luxe-Wanderroute. Und dann sollte man auf jeden Fall oben in der Innsbrucker Hütte übernachten, denn der Abend und der Morgen zaubern unglaubliche Stimmungen in die Landschaft zwischen dem Pinnis- und dem Gschnitztal.
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4

Neue Regensburger Hütte, Falbesoner See Wasserwunder und (vielleicht) Badevergnügen

pro
15 km
07:00 h
1.350 hm
1.350 hm
1888/89 erbaute die Alpen­vereins­sektion Regensburg in der Geislergruppe (Dolomiten) ein Schutz­haus. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde diese Regensburger Hütte vom italienischen Staat beschlagnahmt – und so schritten die bayerischen Bergfreunde ein zweites Mal zur Tat. Seit 1930 steht die Neue Regensburger Hütte vor der Gipfelarena um die 3474 m hohe Ruderhofspitze. Das Falbesoner Tal birgt Wasserfälle mit einer Gesamthöhe von 200 m, das einzigartige, 1,5 km lange "Hohe Moos" und den Falbesoner See, den der Hochmoosferner einst mit einer 20 m hohen Moräne aufstaute. Viel kleiner ist der See gleich neben der Hütte, der sich auf einer Slackline überqueren lässt und jedes Jahr Schauplatz der höchstgelegenen Ruderbootregatta Europas ist. Es macht nichts, wenn man dabei über Bord geht. An (sehr) heißen Sommertagen erreicht das originelle Gewässer Badetemperaturen.
5

Der Panoramaweg am Elfer Höhenflüge über dem Pinnistal

pro
10,5 km
03:30 h
660 hm
660 hm
Das Elfer-Massiv diente den Bauern seit jeher als natürliche "Sonnenuhr". Die Gipfelkrone dieses Bergstocks besteht aus Dolomit, was seinen Reichtum an bizarren Türmen und Graten erklärt. Der Panoramaweg, der unterhalb dieser alpinen Zauberwelt von der Elferhütte zur Karalm im hinteren Grund des Pinnistals führt, zählt daher nicht ohne Grund zu den "klassischen" Stubaier Wanderrouten. 2013 wurde er breiter ausgebaut und zu einem Themenweg gestaltet. Wieso sind Alpenblumen so farbenprächtig? Warum schmecken Beeren süß? Und was machen die Pflanzen eigentlich im Winter? Diese und viele andere Fragen werden dort nun buchstäblich im Vorübergehen beantwortet.
6

Wanderziel Wildeben Himmel und "Höhle”

pro
6,3 km
03:30 h
800 hm
800 hm
Oberhalb von Kampl, der nördlichsten Ortschaft der Gemeinde Neustift im Stubaital, verzeichnen die Karten eine "Kamplhöhle". Dabei handelt es sich um keine Grotte, sondern um einen großen, schwer zugänglichen Felstrog unter der Kesselspitze (2728 m). Unablässig arbeiten Wasser und Frost an der Ausgestaltung dieser wilden Landschaft, die sehr an die Dolomiten erinnert – beim Anblick des spektakulären Fels-Amphitheaters ebenso wie bei der Sicht talaus zu den Kalkkögeln. Der abenteuerliche Weg in die Fels- und Schuttwildnis der Kamplhöhle verlangt durchaus etwas Mut, auf jeden Fall aber einen sicheren Tritt und ebenso sichere Wetterverhältnisse: Bei Unwettern ist in der "Höhle" tatsächlich die Hölle los! Umso himmlischer erscheint dann die Ankunft auf der beim Alpengasthof Wild-eben, der auf einem stillen Waldbuckel am Fuß der Serles steht. Er lockt mit einer bodenständigen Speisekarte (Wildspezialitäten!) und Heubetten zum Übernachten (handgemähtes Kräuterheu). Vor dem Haus laufen die Hühner fröhlich herum.
7

Zur Bänkenalm Eine Alm wie ein Adlerhorst

pro
4 km
02:40 h
500 hm
500 hm
Würden Adler Almhütten bauen – so sähen sie aus. Ein Holzbau krallt sich in den Steilhang "Auf Bänken" unterhalb der Nördlichen Rötenspitze; von seiner Terrasse bietet sich ein prachtvoller Blick zum Wilden Freiger und zum Hinteren Daunkopf. Der Weg herauf ist direkt und steil. Gut, dass der Almwirt unterwegs Tafeln zum Trost angebracht hat: "40 min donn bisch‘ obn" liest man da auf gut Tirolerisch, oder "eppas wos di gfreid: in 10 min is’ soweit".

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