Wandern im Stubaital

Wandern im Stubaital

Es gibt nur wenige Täler in den Alpen, die sich so frei überblicken lassen wie das Stubai. Das zentralste der Tiroler Zentralalpentäler bietet eine nahezu durchgehende Sicht auf seine höchsten Gipfel. Das mag den Blick auf Einzelheiten mitunter etwas überstrahlen. Dabei ist das Stubai wirklich nicht arm an landschaftlichen und kulturellen Besonderheiten – von den Dörfern im Tal, die trotz ihrer rasanten Tourismusentwicklung noch Tiroler Dörfer geblieben sind, über die uralten Bergbauernhöfe, von denen sich etliche in unglaublich steile Hänge krallen, bis hin zu den zauberhaften Almen und den Bergen, die darüber aufragen.

Viele kennen das Stubai als Skidestination. Doch darüber hinaus ist das Tal ein ideales Ganzjahresziel für alle Menschen, die gern wandern und Gipfel erklimmen, die am Rodeln, Skitouren- und Schneeschuhgehen ebenso Freude finden wie am Klettern und Klettersteigen. Am Ufer der Ruetz kann man schon im Winter und im zeitigen Frühjahr genussvoll dahinspazieren; bis zum Sommerbeginn steigt der „Tourenhorizont“ dann auf die Höhe der zahlreichen Almhütten an. In der Folge laden zwei oder drei Monate zu hochalpinen Erlebnissen ein, wobei traditionsreiche Schutzhütten auch mehrtägige Touren ermöglichen. Der Herbst ist wiederum die Zeit der „kleineren“ Gipfel und der Lärchenmähder.

Wandern im Stubaital bietet also viele Möglichkeiten, all diese Pracht zu erlebe - zahlreiche Tourenvorschläge haben wir hier für Dich zusammengestellt.

Deine Wanderführer in der Region

Touren in der Region Stubaital

1

Über das Peiljoch Ein Prachtweg zu Gletschereis und Wasserfällen

gratis
10,9 km
05:15 h
370 hm
1.150 hm
Kleine Scharte, große Wirkung: Wenn man das Peiljoch zwischen der Dresdner und der Sulzenauhütte im Norden des Stubaier Alpenhauptkammes erklommen hat, stehen "Ah!" und "Oh!" an der Tagesordnung. Der Blick zum zerklüfteten Sulzenauferner, zum 2507 m hohen Zuckerhütl und zum Wilden Pfaff (3456 m) ist atemberaubend schön. Wer hatte angesichts dieser Szenerie eigentlich so viel Muße zum Aufschichten der unzähligen Steinmanndln in der Scharte? Wer die schweren Steinplatten so akkurat zu bequem begehbaren Stufen zurechtgerückt hat, ist allerdings bekannt: Es waren hauptsächlich bergbegeisterte Herrn der Alpenvereinssektion im fernen Dresden, die 1875 die erste Schutzhütte in den Stubaier Alpen finanziert und erbaut haben. Wie historische Darstellungen zeigen, reichte damals der Fernauferner noch bis zum Karboden herab – und auch der Sulzenauferner jenseits des Peiljochs war noch um 2 km länger als heute. Sein klimabedingter "Rückwärtsgang" ließ sich in den letzten zehn Jahren nicht nur vom Peiljoch aus, sondern im ganzen Stubaital mitverfolgen: Zunächst aperte eine kleine Felsinsel auf etwa 2800 m Seehöhe aus, die Sommer für Sommer größer wurde. 2013 rissen die Firnzungen an den beiden Rändern endgültig ab – und der berühmte "Eisfall" des Gletschers war Geschichte. Unterhalb der freigelegten Felsabstürze blieb nur ein flaches "Toteisfeld" übrig. Mangels Eisnachschub schmilzt es rasant ab, hinterläst aber einen milchig-trüben Gletschersee, in dem kleine Eisschollen treiben. Dieses Naturschauspiel ist das Ziel des WildeWasserWeges (siehe auch Tour 42), auf dem man neben den Wasserfällen des "neugeborenen" Gletscherbachs zur Sulzenauhütte absteigt und mit unvergesslichen Eindrücken ins Tal zurückkehrt.
Details...
2

Hundsheim, Aperer Freiger Exklusive Gipfelziele über der Sulzenauhütte

gratis
7,5 km
05:30 h
1.100 hm
1.100 hm
Einst wollte man das Becherhaus auf der Südseite des Wilden Freigers (siehe Tour 41) auch von Norden aus zugänglich machen. So begann man mit der Anlage einer "gletscherfreien" Route über den Aperen Freiger, den nordwestlichen Vorgipfel des Wilden Freigers. Lange vergessen, wurde sie vor einigen Jahren vom Wirt der Sulzenauhütte bis zum Gipfel reaktiviert – alpin recht anspruchsvoll und nur bei besten Verhältnissen zu empfehlen, aber ein opulenter Schaugenuss auf "Tuchfühlung" mit vergletscherten Dreitausendern!
Details...
3

Vordere Sommerwand Ein "schneidiger" Gipfel über der Franz-Senn-Hütte

gratis
3,5 km
02:45 h
530 hm
530 hm
Im Süden der Franz-Senn-Hütte erhebt sich die dunkle Felsschneide der Sommerwand. Sie verbirgt ein weites, ganz oben mit Gletschereis bedecktes Kar unterhalb der wilden Kräulspitzen (3303 m). Die Route auf ihren vordersten Gipfel weist drei sehr unterschiedliche Abschnitte auf: einen steinigen Pfad durch Almwiesen und neben Gletscherschliffen bis ins Vorfeld des Sommerwandferners, dann einen ausgesetzten Anstieg auf die Grathöhe und schließlich ein kurzes, aber sehr luftiges Kletterabenteuer bis zum Gipfelkreuz. Der Ausblick reicht vom stark abschmlzenden Sommerwandferner über das spitze Schrandele, den zerklüfteten Berglasferner, die Rinnenspitze und die Hohe Villerspitze bis zu den Gipfeln der Kalkkögel. Er inkludiert Überraschungen wie den Anblick des Berglas-Übergangs, wo der Lüsenser Ferner (noch) eine kleine Eiszunge ins Alpeiner Tal herüberstreckt, aber auch einen recht direkten Tiefblick auf das große Schutzhaus.
Details...
4

Durchs Pinnistal zur Innsbrucker Hütte Überraschungen im Reich des Habichts

pro
21,3 km
07:00 h
1.400 hm
1.400 hm
Das waren noch Zeiten: Im 19. Jahrhundert nahm der Zugangsweg von Innsbruck zum Habicht mindestens zwei, drei Tage in Anspruch. Die Alpenvereinssektion Innsbruck erbaute 1884 ein erstes kleines Schutzhaus hinter dem Pinnisjoch. Laut einer alten Chronik war sie "aus Stein und Mörtel gebaut, deren Schindeldach einen 7,5 mal 5,5 m großen Raum überdeckt. Für 10 Personen gab es Matratzen und für 20 weitere Heu". Nach mehreren Zubauten ist die Innsbrucker Hütte heute ein komfortables Schmuckstück, und auch der Zugang lässt sich bedeutend verkürzen: mit der Almshuttle-Zufahrt bis zur Karalm. Die Straße durch das etwa 7 km lange Pinnistal ist zwar nicht besonders spannend zum Wandern, sie führt aber nicht nur an guten Einkehrstationen vorbei, sondern auch durch eine atemberaubend schöne Landschaft. Rechts oben die bleichen Zacken des Elfers, links die waagrecht gebankten und von kolossalen Schluchten zerrissenen Wände des Serleskamms (Hammerspitze, Kirchdachspitze, Iilmspitzen) und im Hintergrund der gewaltige, dunkelfelsige Habicht mit dem kleinen Pinnisferner als Eisaccessoire. Ab der Karalm schließt sich dann der neu angelegte Bertl-Weg an, ein breiter Zickzackpfad in moderater Steigung, sozusagen eine De-
Luxe-Wanderroute. Und dann sollte man auf jeden Fall oben in der Innsbrucker Hütte übernachten, denn der Abend und der Morgen zaubern unglaubliche Stimmungen in die Landschaft zwischen dem Pinnis- und dem Gschnitztal.


5

Sulzenaualm, Sulzenauhütte Auf dem WildeWasserWeg dem "ewigen" Eis entgegen

pro
8,3 km
04:00 h
700 hm
700 hm
Der zweite Abschnitt des WildeWasserWeges führt hinauf in die "Kinderstube" des Sulzenaubachs. Oberhalb des beeindruckenden Grawa Wasserfalls betritt man dabei einen der eindrucksvollsten Talkessel der Stubaier Alpen: Der ebene, von 300 m hohen Felsabstürzen eingekreiste Grasboden der Sulzenaualm erinnert fast an einen Cirque der Pyrenäen. Zwei Wasserfälle beleben die Szenerie: Über den einen stürzt das Schmelzwasser vom Wilden-Freiger-Ferner, über den anderen die "Gletschermilch" aus dem Sulzenauferner. Dieser Kaskade nähert sich die Themenroute auf Wasserstaubfühlung, bevor sie zur Sulzenauhütte ansteigt. Von diesem vielbesuchte Bergsteigerstützpunkt aus sieht man schon ein wenig Gletschereis, aus dem das viele Wasser stammt. Dorthin führt auch der dritte Abschnitt des WildeWasserWeges (mehr darüber bei Tour 46).
6

Klausäuele und Mischbachfall "Wasserwandern" im Tal

pro
9,5 km
02:45 h
250 hm
250 hm
​In der Nacht vom 7. auf den 8. August 2015 riss der Mischbach so unglaublich große Gesteinsmassen in die Tiefe, dass der Talboden zwischen Gasteig und Volderau bis zu 7 m hoch verschüttet wurde. Der Grund dafür: heftige Gewitter, die sie das Stubaital schon mehrmals verwüstet haben. Doch auch bei Sonnenschein zeigen sich auf dem hier vorgestellten Talweg viele Spuren elementarer Unwetter. Sogar der idyllisch gelegene See im Erholungsgebiet Klausäulele geht auf Vermurungen zurück.


7

Großer Trögler Aug’ in Aug’ mit dem Zuckerhütl

pro
4,6 km
03:30 h
600 hm
600 hm
Es gibt nicht viele Aussichtswarten vom Schlag des Großen Tröglers: Der Blick von seinem Grat zum wild zerklüfteten Sulzenauferner, der vom Zuckerhütl und vom Wilden Pfaff heranfließt, ist wirklich atemberaubend. Der Rest des Gipfelpanoramas umfasst die Berge um das Stubaier Gletscherskigebiet und die 3474 m hohe Ruderhofspitze, die Kalkkögel und das ferne Karwendel, die Serles und den Habicht, aber auch die Bergwelt um den Pflerscher Tribulaun und die Feuersteine.

KOMPASS Tourenplaner Stubaital

Keine passende Tour gefunden?
Plane jetzt dein eigenes Abenteuer rund um die Region Stubaital

Highlights in der Region Stubaital