Wandern im Stubaital

Wandern im Stubaital

Es gibt nur wenige Täler in den Alpen, die sich so frei überblicken lassen wie das Stubai. Das zentralste der Tiroler Zentralalpentäler bietet eine nahezu durchgehende Sicht auf seine höchsten Gipfel. Das mag den Blick auf Einzelheiten mitunter etwas überstrahlen. Dabei ist das Stubai wirklich nicht arm an landschaftlichen und kulturellen Besonderheiten – von den Dörfern im Tal, die trotz ihrer rasanten Tourismusentwicklung noch Tiroler Dörfer geblieben sind, über die uralten Bergbauernhöfe, von denen sich etliche in unglaublich steile Hänge krallen, bis hin zu den zauberhaften Almen und den Bergen, die darüber aufragen.

Viele kennen das Stubai als Skidestination. Doch darüber hinaus ist das Tal ein ideales Ganzjahresziel für alle Menschen, die gern wandern und Gipfel erklimmen, die am Rodeln, Skitouren- und Schneeschuhgehen ebenso Freude finden wie am Klettern und Klettersteigen. Am Ufer der Ruetz kann man schon im Winter und im zeitigen Frühjahr genussvoll dahinspazieren; bis zum Sommerbeginn steigt der „Tourenhorizont“ dann auf die Höhe der zahlreichen Almhütten an. In der Folge laden zwei oder drei Monate zu hochalpinen Erlebnissen ein, wobei traditionsreiche Schutzhütten auch mehrtägige Touren ermöglichen. Der Herbst ist wiederum die Zeit der „kleineren“ Gipfel und der Lärchenmähder.

Wandern im Stubaital bietet also viele Möglichkeiten, all diese Pracht zu erlebe - zahlreiche Tourenvorschläge haben wir hier für Dich zusammengestellt.

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Touren in der Region Stubaital

1

Serles Tirols „heiliger Berg“

gratis
14,6 km
07:00 h
1150 hm
1150 hm

Als ebenmäßige „Dreifaltigkeit“ aus scharfen Kalkzacken prägt die Serles die südliche Bergsilhouette von Inns­bruck, aber auch die Bergumrahmung des vorderen Stubaitals. Daher wurde der unverwechselbare Dolomitgipfel auch in den Reigen der Stubaier Seven Summits aufgenommen. Sein Name geht auf den romanischen Begriff serrula (Weidezaun) bzw. das lateinische Wort serra (Säge) zurück. Um 1400 nannte man die Grenze zwischen Mieders und Matrei „auf Sörls“. Der Name „wanderte“ auf den Gipfel und verdrängte die alte Bezeichnung „Sunnstain“ (Sonnenstein), die vielleicht auf ein Bergheiligtum hindeutet, auf einen nördlichen Vorgipfel. Jedenfalls bietet die Serles eine großartige Rundsicht, die bei klarem Wetter von den Dolomiten über die Zillertaler Alpen und das Karwendelgebirge bis zu den Allgäuer Alpen reicht. Prachtvoll ist der Blick übers Stubai zu seinen vergletscherten Hochgipfeln. Beim Aufstieg sollte man jedoch tunlichst auf den Boden schauen, denn der Gipfelgrat ist stellenweise recht abschüssig. Der kürzeste Weg dorthin beginnt beim Kloster Maria Waldrast, das von Matrei im Wipptal auf einer 5 km langen Mautstraße erreichbar ist. Aus dem Stubaital kann man die Serles über die Wildeben erklimmen (siehe Tour 15), was aber Kondition für gut 1700 Höhenmeter voraussetzt. Viel bequemer geht's mit der Hochserles-Gondelbahn, die den Zusatz-Fußmarsch erheblich reduziert.

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2

Der Pilgerweg Quo Vadis Auf den Spuren von Bischof Reinhold Stecher

gratis
21,5 km
07:30 h
1400 hm
150 hm
Quo vadis? Dieses gefügelte Wort bezieht sich laut dem Johannesevangelium auf die Frage von Simon Petrus: "Herr, wohin willst du gehen?" Jesus antwortete ihm: "Wohin ich gehe, dorthin kannst du mir jetzt nicht folgen. Du wirst mir aber später folgen." Quo vadis wurde auch zum Motto für einen Pilgerweg von Innsbruck nach Maria Waldrast. Diese 21 km lange Route ist der unvergessene Innsbrucker Altbischof Reinhold Stecher (1921 – 2013) oft und gern gegangen, und zwar meist allein und in der Nacht. Die Route führt vom Dom St. Jakob in der Innsbrucker Altstadt hinaus in die Natur, vorbei an beeindruckenden Kirchen und kleinen Kulturschätzen am Weg, durch Wälder und Wiesen zur Ruetz und schließlich auf dem historischen Kapellenweg zum Fuß der Serles, die als der "Hochaltar Tirols" gilt. Unterwegs kommt man sogar an einer vorchristlichen Kultstätte vorbei: 1976 entdeckte man beim Straßenbau unterhalb von Telfes eine kleine, mit Wasser gefüllte Höhle; Funde aus dem 5. bis 3. Jahrhundert v. Chr. deuten darauf hin, das es sich dabei um ein Quellheiligtum handelte. Über weite Strecken wandert man auf Straßen dahin, dazwischen aber auch auf steinigen Pfaden, die gutes Schuhwerk erfordern. Und gute Kondition, denn zur Streckenlänge kommt auch ein finaler 900-Höhenmeter-Aufstieg.

Die einzelnen Abschnitte:

Innsbruck – Natters: 5 km, 1:30 h, Aufstieg 200 m
Natters – Mutters – Mieders: 10,5 km, 3:00 h, Aufstieg 450 m, Abstieg 100 m
Mieders – Maria Waldrast: 6 km, 3:00 h, Aufstieg 750 m, Abstieg 50 m
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3

Zu den Kartnallhöfen Leben am Steilhang

gratis
8,5 km
02:45 h
400 hm
400 hm

Kartnall ist einzigartig: Fast 300 m über Neustift stehen zwei Bauernhöfe auf sonnseitigen, aber unglaublich steilen Wiesenhängen, die bis heute mühevoll gepflegt und gemäht werden. Gegründet wurden diese Anwesen im 13. Jahrhundert als sogenannte Schwaighöfe. Der Landesherr ließ diese Gebäude auf hoch gelegenen, aber oft schon seit Urzeiten als Weiden genützten Flächen anlegen. In den klimatisch exponierten Höhenlagen zwischen 1200 m und 1700 m war meist nur Viehzucht und Milchwirtschaft möglich; auf Kartnall gedieh jedoch sogar etwas Getreide. Darauf deutet auch der Name Quartinal, der 1288 erstmals in einer Urkunde aufschien und wohl auf das romanische Getreidemaß quartinas (= Viertel) zurückgeht (und auf das Wort quartinale, das die dafür notwendige Ackerfläche bezeichnet). Heute laden auf Korschtnol, wie die Einheimischen sagen, zwei gemütliche Jausen­stationen zur Einkehr ein. Es ist schon ein besonderes Erlebnis, hausgemachte Stubaier Köstlichkeiten vor einem Traumpanorama von der Serles bis zum Zuckerhütl zu genießen – vom „Flugzeugblick“ zum Talboden mit den spielzeugkleinen Häusern ganz zu schweigen!

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4

Saile (Nockspitze) Vom Stubai auf das Innsbrucker Bergwahrzeichen

pro
14,5 km
07:00 h
1420 hm
1420 hm

Von Norden ein Felsklotz, von Süden ein Wiesenbuckel: Die Saile, die vor allem im Inntal als Nockspitze bekannt ist, erweist sich als janusköpfiges „Bergwahrzeichen“ zwischen Innsbruck und dem Stubai. Bei gutem Wetter bietet ihr Gipfel eine großartige Rundsicht vom Karwendel über die Kalkkögel bis zum Olperer in den Zillertaler Alpen, während der nördliche Vorgipfel einen Tiefblick zu den Dörfern des Mittelgebirges verspricht. Bei schlechtem Wetter sollte man nicht hinaufsteigen, denn immerhin galt die Saile schon im Mittelalter als Wetterberg. Besonders die Gegend um das Halsl war bis ins 19. Jahrhundert als Hexenplatz verschrien, und so zogen die Bauern jedes Jahr zur Halslkapelle hinauf, um dort für gute Witterung und Schutz vor Hagelschäden zu beten. Wenn das alles nichts nützte, half nur mehr die Wetterglocke, die heute noch im Turm der Pfarrkirche von Telfes hängt und folgende Aufschrift zeigt: „Anne Marie heiß i, alle wetter weiß i, wenn man mich thut ziechen müssen alle Wetter fliechen.“
 

5

Auffangalm, Brandstattalm Die Almkräuterwanderung

pro
10 km
04:30 h
790 hm
790 hm

Augentrost und Arnika, Spitzwegerich und Katzenpfötchen ... Auf den Bergwiesen zwischen Milders und der Seblasspitze blühen im Sommer Alpenkräuter, die nicht nur Kühen und Schafen schmecken, sondern auch den Menschen Genuss und Gesundheit verheißen. Man muss nur wissen, was man wie verwendet. Sandra, die "Kräuterfee" von der Auffangalm, weiß es. Sie gibt dieses Wissen gerne in Kräuterseminaren weiter, stellt heilsame Salben und Tinkturen aus der "Apotheke Gottes" her und verwendet die Schätze der Natur natürlich auch in der Küche. Die Almkräuterwanderung zur Auffangalm kann man im Oberbergtal beim Parkplatz "Josef" beginnen – von dort spaziert man auf einer kinderwagentauglichen Forststraße in etwa 45 Minuten hinauf. Mehr als doppelt so lang und viel steiler, aber landschaftlich sehr schön ist der alte Almweg von Milders herauf, der gleich einmal an der Jausenstation Bichlhof vorbeiführt. Müde Beine macht dann ein Stamperl Engelwurzlikör wieder fit, sodass sich die 200 Höhenmeter bis zur aussichtsreich gelegenen Bandstattalm auch noch locker ausgehen. Bis dorthin sollte man aber wieder ordentlich Appetit haben, denn die Hüttenwirtin Karin ist für ihre Almspezialitäten und Mehlspeisen weitum berühmt.

6

Zur Falbesoner Nockalm Alte Alm, neues Wanderziel

pro
3 km
02:30 h
400 hm
400 hm

Seit dem 17. Jahrhundert steht die kleine Holzhütte der Falbesoner Nockalm am Abhang des 3029 m hohen Ochsenkogels im Habichtkamm. Sie birgt die letzte Rauchkuchl im Stubaital. Über ihrem offenen Herd zieht der Rauch nicht durch einen Kamin, sondern zwischen den rußgeschwärzten Dachsparren ab. Als der letzte Senner im Jahr 2000 die Bewirtschaftung aufgab, schien der Verfall der Alm gewiss. Doch es kam anders – und das lag paradoxerweise an den Riesenlawinen und Geröllmuren, die sich jedes Jahr aus der Ochsengrube talwärts ergießen. Um sie zu entschärfen, planten Beamte der Wildbachverbauung einen mächtigen Begrenzungsdamm auf 1640 m Seehöhe. Für den Materialtransport ließen sie eine Forststraße anlegen, an deren Ende die Familie Gleinser eine neue Hütte errichten konnten – mit allen technischen Finessen für eine umweltschonende Bewirtschaftung. Im Sommer 2015 wurde das schmucke Gebäude als Jausenstation eröffnet. In der holzgetäfelten Stube und auf der Terrasse mit Blick zu den Bergen um die Neue Regensburger Hütte werden hausgemachte Köstlichkeiten serviert, und für den nötigen Appetit sorgen die romantischen und waldschattigen Zustiegswege, die von Hannes Gleinser mit viel Mühe neu angelegt wurden.

7

Hoher Burgstall Edmund Hillarys erste Alpentour

pro
10 km
04:15 h
700 hm
700 hm

Der südliche Eckpfeiler der Kalkkögel ist der „Einsteigerberg“ der Stubaier Seven Summits. Zum „Einsteigerberg“ wurde der Hohe Burgstall auch für einen Mann, der zu Weltruhm gelangen sollte: 1949 wählte ihn der Neuseeländer Edmund Hillary, der spätere Erstbesteiger des Mount Everest, für seine erste Gipfeltour in den Alpen aus. Er hat's nicht schlecht getroffen, denn die Aussicht von diesem formschönen Berg ist phänomenal. Schon der vorgelagerte Niedere Burgstall bietet in dieser Hinsicht einiges – aber ganz oben gibt sich bei klarem Wetter ein Großteil der Tiroler Bergprominenz die Ehre: Wetterstein, Karwendel und Wilder Kaiser, Tuxer und Zillertaler Alpen, die zentralen Stubaier Alpen um Serles und Habicht, Wilden Freiger und Zuckerhütl, die Berge über dem benachbarten Gschnitztal, natürlich die Kalkkögel, die „Nordtiroler Dolomiten“, und über dem Oberbergtal die vergletscherten Alpeiner Berge mit Schrankogel und dem Schrandele. Zu ihren Füßen entdeckt man ein winziges Gebäude: die Franz-Senn-Hütte. 1881 stand der geistliche Alpin- und Tourismuspionier, nach dem sie benannt ist, ebenfalls hier heroben und genoss das 360-Grad-Panorama.

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