• Der Steinkauz ist ein echtes Gewohnheitstier – hat er erst einmal ein Revier gewählt, bleibt er oft sein ganzes Leben dort. Bei der Revierwahl bevorzugt er offene Landschaften, Wälder meidet er hingegen. In den Alpen und auch im restlichen Mitteleuropa ist der Bestand der kleinen Eulen sehr zurückgegangen. Vor allem in Deutschland ist der Steinkauz momentan stark gefährdet, in der Schweiz gilt er sogar schon als seltene Art.
  • In Alpengebieten bis zu einer Höhe von 2.500 Metern fühlt sich die Kreuzotter heimisch und lebt bevorzugt zwischen alpinen Geröllfeldern und auf Bergwiesen. Doch durch Beeinträchtigungen der Lebensräume droht der Kreuzotter in immer mehr Regionen das Aussterben. Deshalb wird die Schlange in den Alpenstaaten bereits als stark gefährdet eingestuft und in Deutschland durch das Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt.
  • Der Eurasische Luchs war Anfang des letzen Jahrhunderts nach gezielten Ausrottungsmaßnahmen fast vollständig aus Europa verschwunden. Ab 1950 wurde er wieder gezielt angesiedelt und nennt heute auch die Alpen seine Heimat. Zwar gilt er der Luchs heute nicht mehr als gefährdet, doch die Alpenstaaten Deutschland, Österreich und die Schweiz verbieten die Jagd auf Luchse ganz oder regulieren sie sehr streng. Auch ist noch nicht klar, ob die Wiederansiedlung wirklich erfolgreich war und ob die Population langfristig in Europa überleben wird.
  • Der Feuersalamander bevorzugt es, in Laubwälder zu leben – hier findet er ein großes Nahrungsangebot. Er versteckt sich gerne in kleinen Höhlen oder Felsritzen, die er nur nachts oder bei kühlem, feuchtem Wetter verlässt. In der Schweiz steht der Feuersalamander auf der Roten Liste und gilt als gefährdet und auch in Österreich droht seine Gefährdung. In Deutschland hat sich der Bestand hingegen erholt und der Feuersalamander gilt nicht mehr als gefährdet, wird jedoch weiterhin besonders geschützt. Auch der verwandte Alpensalamander steht unter strengem Artenschutz.
  • Der Schneehase ist ein echter Alpenliebhaber! Neben dem Alpenschneehuhn ist er das einzige Tier in Europa, das sich ideal an den boreoalpinen Lebensraum in den Bergen angepasst hat. Doch die Schneehasen-Population in der Alpenregion ist bedroht. Einer der Gründe dafür ist das kontinuierliche Vordringen des Feldhasen in die Alpen. So bleibt dem Schneehasen immer weniger Lebensraum. Es wird außerdem vermutet, dass der zunehmende Tourismus in den Bergen den Hasen schaden könnte.
  • Beim eurer Wanderung pfeift es plötzlich zwischen den Felsen? Dann wird wohl gerade ein Murmeltier seine Artgenossen vor euch warnen. In den hohen Alpen überleben die Nagetiere, weil sie fast ein halbes Jahr Winterschlaf halten. Das Alpenmurmeltier ist dennoch im vergangenen Jahrhundert aus etlichen europäischen Gebirgen verschwunden. Trotzdem darf das Murmeltier in Österreich und der Schweiz gejagt werden. In Deutschland steht es hingegen unter Naturschutz. Das zunehmend warme Klima in den Bergen macht den Murmeltieren aber zu schaffen, denn sie vertragen die hohen Temperaturen nur schlecht. Es wird sich zeigen, wie sich der Klimawandel auf die Population auswirkt.
  • Viele Menschen haben Angst vor Ringelnattern – doch für Menschen ist sie völlig ungefährlich! Die Natter ist meistens in der Nähe von Gewässern und in den Alpen in Gebieten bis zu 2.000 Metern Höhe zu finden. Für die Ringelnatter droht offiziell eine Gefährdung, weshalb die Alpenländer Deutschland und Österreich die Schlange auf die Vorwarnliste gesetzt haben. Damit darf sie weder belästigt oder gefangen, geschweige denn getötet werden. In der Schweiz ist eine Unterart der Ringelnatter bereits stark gefährdet.
  • Die nachtaktive Zwergohreule zählt zu den kleinsten europäischen Eulen und lebt vor allem im südlichen Europa entlang des Mittelmeers. Früher gab es auch in der Schweiz ein großes Vorkommen, dort existieren sie jedoch mittlerweile fast nicht mehr. Auch in Österreich und Deutschland gibt es nur noch wenige Beobachtungen der Zwergohreule. Experten rechnen jedoch damit, dass die Eulenart vom Klimawandel profitieren und sich ihr Verbreitungsgebiet wieder in Richtung Norden ausweiten könnte.
  • Die Gemeine Blutströpfchen lebt in den Alpen ausschließlich oberhalb der Baumgrenze und ernährt sich von vielen verschiedenen Alpenpflanzen. Der tagaktive Falter kann sogar auf einer Höhe von 3.500 Metern überleben. Die roten Punkte des Gemeinen Blutströpfchens signalisieren Fressfeinden, dass es giftig ist. Aufgrund der landwirtschaftlichen Nutzung von Wiesen, gelten fast alle Widderchen-Arten in Mitteleuropa als gefährdet oder sogar stark gefährdet.
  • Die Zauneidechse zählt zu den streng zu schützenden Arten und ist in der Schweiz bereits vorm Aussterben bedroht. Auch in Deutschland und Österreich droht durch die Zerstörung von Lebensräumen die Gefährdung und die Echse steht bereits auf der Vorwarnliste. Die Zauneidechse sonnt sich in den Alpen bevorzugt auf großen Steinen oder Baumstümpfen. Normalerweise hat die Echse eine braune Grundfarbe, zur Paarungszeit verfärben sich die Männchen jedoch grün.

10 Alpentiere, die vom Aussterben bedroht sind

Der Lebensraum für Alpentiere schwindet und immer mehr Tierarten sind vom Aussterben bedroht.

Die Alpen sind das größte Gebirge Europas und Heimat für entsprechend viele Tiere. Doch immer mehr in den Alpen beheimatete Tierarten sind gefährdet und drohen sogar auszusterben. Grund für das Verschwinden von Tieren in bestimmten Regionen ist meist die Zerstörung oder Veränderung der Lebensräume durch den Menschen.

Aber auch die Bejagung und natürliche Schwankungen in den Populationen sind Ursachen. Allein von den 83 Säugetierarten, die es in den Österreichischen Alpen gibt, werden momentan 34 als gefährdet betrachtet, sechs von ihnen sind sogar ausgestorben oder wurden in jüngster Zeit nicht mehr gesichtet. Immer wieder gelingt es aber auch, gefährdete Tiere, die in den Alpen schon fast oder ganz verschwunden sind, wieder anzusiedeln. Dies ist vor allem beim Steinbock, dem Uhu und dem Luchs gelungen.

Klickt euch oben durch die Galerie und erfahrt, welche Alpentiere vom Aussterben bedroht sind!

  • Steinkauz (Athene noctua)
  • Kreuzotter (Vipera berus)
  • Eurasischer Luchs (Lynx lynx)
  • Feuersalamander (Salamandra salamandra)
  • Schneehase (Lepus timidus)
  • Alpenmurmeltier (Marmota marmota)
  • Ringelnatter (Natrix natrix)
  • Zwergohreule (Otus)
  • Widderchen / Gemeines Blutströpfchen (Zygaena filipendulae)
  • Zauneidechse (Lacerta agilis)

Weitere Infos zu den Tieren der Alpen findet ihr im KOMPASS Naturführer „Alpentiere“:

KOMPASS Naturführer Alpentiere