„Dieses Land ähnelt keinem anderen Ort. Sardinien ist ganz anders. Liebliche Weite ringsum, entgleitende Entfernungen – nichts endet, nichts ist endgültig. Es ist die Freiheit selber”.

So schrieb D.H. Lawrence bereits 1921 in seinem Werk „Das Meer und Sardinien“ von 1921. Sardinien – das verbinden viele mit karibischen Stränden, weißem Sand und türkisblauem Meer. Und das sind auch schon mal drei ziemlich gute Gründe für einen Urlaub auf Sardinien.

Mit über 1.800 Kilometern Küste und den bekanntesten und schönsten Stränden des Mittelmeerraumes sowie unzähligen einsamen Badebuchten findet hier sicherlich jeder sein ganz persönliches Strandparadies. Aber das ist eben bei weitem noch nicht alles. Sardinien beglückt nicht nur die Sonnenanbeter und Wasserratten, auch Aktiv- und Sporturlauber finden hier das reinste Eldorado an Erlebnisräumen.

 

Sardinien, das Wanderparadies

Sardinien ist eine autonome Region Italiens, Hauptstadt ist Cagliari. Das Tyrrhenische Meer trennt Sardinien im Osten vom italienischen Festland. Und die Sprache und die sardinische Kultur grenzen die Sarden, sie sich die Inselbewohner stolz nennen, von den Italienern des Festlandes ab.

Viele traumhafte und oftmals noch recht einsame Wanderwege führen über die Insel. Die Küsten fallen bei den Bergen des Supramonte im Osten und an der Westseite oft als sehenswerte Felsklippen ins Meer. Vielmals türmen sich aber auch große, rundliche Granitfelsen zu markanten Hügeln auf. Mitunter bilden bizarre Porphyrsteine fantasievolle Felsgestalten.

Der Selvaggio Blu gilt als die anspruchsvollste Trekkingtour Europas. Nördlich von Santa Maria Navarrese ist die erste Etappe allerdings auch für Wanderer gut begehbar.

 

Sardiniens Flora und Fauna

Sardinien besitzt eine der ältesten Landschaften Europas. Ein Großteil Sardiniens setzt sich aus unberührten und einzigartigen Naturlandschaften zusammen. Unzählige Strände und Buchten, die nur über’s Meer zu erreichen sind, dazu beeindruckende Gebirgszüge und Naturschutzgebiete. Es gibt Wälder und Prärien mit wilden Wildschweinen und unzähligen wilden Orchideen, von denen viele bis heute noch unbekannt sind.

Zahlreiche seltene Tier-und Pflanzenarten sind auf Sardinien heimisch. Wildpferde jagen über das Hochplateau Giara di Gesturi, im Norden Sardiniens strecken Korkeichenwälder und tausendjährige Olivenbäume ihre knorrigen Äste nach euch aus, auf der Insel Asinara gibt es weiße Esel, vor der Küste von Olbia und Golf Aranci könnt ihr Delfine beobachten und auch Flamingos sind auf Sardinien heimisch (auf der Sinis Halbinsel und in den Lagunen von Chia und Cagliari).

Und so sind ist eben auch diese einzigartige Geologie und die seltenen Bewohner der Insel, die den Reiz Sardiniens als Wanderziel ausmachen.

 

Lebhaftes und historisches Sardinien

Wer Ruhe sucht, der wird fündig auf Sardinien. Wer sich jedoch einsam fühlt – der findet natürlich auch gesellige und lebhafte Ortschaften und Strände, dazu Orte von historischem Interesse wie die Städte Cagliari, Alghero oder Bosa. Besonders Alghero zählt nicht nur zu den attraktivsten, sondern auch zu den kulturell interessantesten Städten der Insel.

Und wer ein bisschen die Luft der Schönen und Reichen schnuppern möchte, dem sei die Nordostküste ans Herz gelegt: Die Costa Smeralda ist das Ziel von Millionären und Prominenz aus aller Welt, der Flughafen Olbia beheimatet in der Hochsaison mehr Privatjets als irgendein anderer Flughafen auf der Welt.

 

Weitere Highlights auf Sardinien

Sardiniens Nuraghe: Geheimisvoll & uralt

Kulturellen und historischen Hintergrund haben auch die Nuraghen. Die Nuraghe von Barumini, Nuraghe Su Nuraxi, gehört seit 1997 zum UNESCO-Welterbe und ist einen Abstecher wert. Sie ist die bedeutendste der ca.7000 auf ganz Sardinien verstreuten Nuraghen und wer sich jetzt fragt, was eigentlich eine Nuraghe ist: Nuraghen sind die beeindruckenden Steinbauten (eine Art kegelförmiger Turm). Errichtet wurden sie vor über 4000 Jahren von einem Volk von Hirten und Bauern. Auf den ersten Blick wirken sie wie ungeordnete Steinhaufen, bei näherem erkunden jedoch wird die Komplexität der riesigen Festungsanlage deutlich. Bis heute ist allerdings unklar, welche Funktion diese Anlagen einst hatten: Waren es Kultstätte, Schutzburgen oder doch eher Paläste?

 

La Maddalena-Archipel: Einsame Buchten & Stärnde

Wer sich nicht ganz so für alte Steine, dafür aber eher für bezaubernde einsame kleine Buchten & Strände begeistern kann, für den gibt es auf Sardinien auch ein UNESCO-Welterbe: der aus sieben Hauptinseln bestehende La Maddalena-Archipel lässt sich wunderbar mit Halbtags- oder Tagesausflügen erkunden, ein großer Teil ist Nationalpark.

 

Schlucht von Su Gorroppu: Tief & wild

Es ist nicht nur die tiefste Schlucht Sardiniens, sondern sogar eine der tiefsten Schluchten Europas: Die Schlucht von Su Gorroppu im Osten Sardiniens. Wer hier seine Wanderschuhe schnürt, der kann die wildeste Natur Sardiniens bewundern.

 

Grotte di Nettuno: Beeindruckend & Neptun geweiht

Zurück zum Meer: Die Grotte di Nettuno (geweiht dem Gott Neptun) ist eine der beeindruckcndsten Grotten Sardiniens. Sie liegt in Alghero und kann entweder per Boot oder über die 600 Stufen lange Treppe erreicht werden. Der atemberaubende Blick auf Küste und Meer ist die Anreise auf jeden Fall wert.

 

Wann ist die beste Reisezeit für Sardinien?

Sardinien ist ganzjährig ein geeignetes Reiseziel mit fast durchgängig mildem Klima.

Im Frühling von März bis Anfang Mai steht Sardinien in voller Blüte. Die Zeit eignet sich auch prima für Wander- oder Klettertouren. Und auch Wassernixen werden im Mai bereits fündig, im Süden kann man in der Regel schon baden.

Im Sommer von Mai bis August ist die Zeit der Wasserratten: Wassersport und Badeurlaube sind zu dieser Zeit besonders beliebt.

Baden kann man auf Sardinien aber auch bis weit in den Oktober hinein, zudem sind die Preise moderater als im Sommer. Der Herbst bietet sich ebenfalls für ausgiebige Wanderungen an, September und Oktober ist die Zeit der Weinernte und der Dorffeste.

Die Wintermonate sind in der Regel mild, im Landesinneren kann es allerdings durchaus auch schneien.

 

KOMPASS-Karten Sardinien

Und natürlich waren wir für euch auf Sardinien unterwegs und haben die Region von Nord über Mitte bis Süd recherchiert: die prachtvollen Fleckchen, die paradiesische Fauna und Flora, die gastronomischen Geheimtipps und die Aktivitäten von atemberaubend, gemächlich bis rasant.

Wir wären nicht KOMPASS, wenn wir hier nicht für das „Rundum-Sorglos-Paket“ für euch hätten: Mit dem druckfrischen 2in1 Wanderführer inkl. Extra-Tourenkarte Sardinien mit 75 Touren (14,99 €) und den drei 4tlg. Wanderkarten-Sets Sardinien Nord, Mitte und Süd (16,99 €) im Maßstab 1:50 000. Alle Titel sind im KOMPASS-online-shop oder im Buchhandel erhältlich.

» Unser druckfrischer 2in1 Wanderführer inkl. Extra-Tourenkarte Sardinien mit 75 Touren

Wohin auf Sardinien? Die Regionen im kurzen Überblick + Karten Sardinien

Der Norden Sardiniens

Der wilde Norden Sardiniens erstreckt sich durch die abwechslungsreichen Regionen Planargia-Marghine, Sassarese, Gallura und Baronia mit türkisblauem Meer, langen weißen Sandstränden und felsigen Küstenabschnitten. Sassarese lockt mit traumhaften Stränden, bizarren Felslandschaften und dem einzigen DOCG-Wein der Insel. Als Mondlandschaft mit leuchtendem Meer wird Gallura bezeichnet, wo sich an der Costa Smeralda die Stars und Sternchen tummeln. Konträr im Landesinneren sind zurückgezogene Hirten mit ihren Herden, archäologische Stätten und geheimnisvolle Grotten zu finden.
» Wanderkarte: WK 2497 Sardinien Nord, 4-tlg. Set, 1:50 000

Die Mitte Sardiniens

Mit spektakulären Buchten protzt der Golfo di Orosei und steht gemeinsam mit dem Monti del Gennargentu als Nationalpark unter Naturschutz. Viele Buchten dort lassen sich nur übers Wasser erreichen, eine der schönsten ist die Cala di Luna. Sardiniens Unterwelt birgt 300 Grotten und Höhlen wie die kathedralenartige Grotta di Nettuno, die Grotta del Bue Marino, die Grotta Verde und die Grotta di Ispinigoli mit ihrem 38 m hohen und Europas größten Tropfstein. In Nuraghi und Tombe dei Giganti schmücken prähistorische Kultstätten, Wachtürme aus Granit- und Basalt, bronzezeitliche, in den Bergen gelegene Siedlungen die Landschaft und Küsten. Im langen Gebirgszug der Provinzen Barbagia und Ogliastra liegen die romantischen Bergdörfer und die kurvenreichen Straßen. Oristano ist die wichtigste Stadt Westsardiniens.

Wanderkarte: WK 2498 Sardinien Mitte, 4-tlg. Set, 1:50 000

Der Süden Sardiniens

Glitzernde Sanddünen, einsame Buchten und türkisgrün schimmerndes Meer prägen die Costa Verde wie auch friedvolle alte Bergdörfer umgeben von bewaldeten Hügeln. Still gelegte Förderanlagen für Zink, Eisen und Silber mit ihrem nostalgischen Charme werden für touristische Zwecke genützt. Campidano ist die Kornkammer Sardiniens. Im Frühling und Herbst rückt jedoch eine atemberaubende Blütenpracht in den Fokus. Olivenhaine, Eukalyptuswälder und fruchtbare Flusstäler liegen am Fuße des Gebirges. Macchia-Sträucher und Steineichenwälder prägen die Region Sarrabus-Gerrei. Direkt am Wasser liegt hier die Hauptstadt Cagliari. In San Sperate schmücken Murales – die Wandmalereien – die Hauswände und erzählen vom Leben der Schäfer, Landleute, ihren Sorgen und dem Kampf um Grund.

» Wanderkarte: WK 2499 Sardinien Süd, 4-tlg. Set, 1:50 000