Wandern auf Madeira

Hohe Berge, steile Küstenhänge und zerklüftete Vulkanlandschaften ­– Madeira scheint wie für das Wandern geschaffen. Die Hauptinsel der Inselgruppe Madeira lässt sich prima zu Fuß erkunden und bietet Wanderungen verschiedenster Höhenlagen und Schwierigkeitsgrade vor einer traumhaften Kulisse.

Es sind vor allem die Wanderungen durch die Gebirgslandschaft und entlang der Levadas (künstliche Wasserkanäle), welche die wahre Schönheit der Insel erschließen. Wandere mit offenen Augen, dann wirst Du viel über die vielfältigen Facetten und unterschiedlichen Gesichter dieser bezaubernden Insel kennenlernen.

Mehr als eine Million Besucher, und die Zahl ist stetig steigend, finden sich jährlich hier aus fast der ganzen Welt ein. Sie genießen die Vorzüge der Insel sowie die Mischung aus Südeuropa, mediterranem Flair und Kolonialstil. Wandern auf Madeira bietet vielfältige Abwechslung, bedingt vor allem durch den Kontrast der Landschaften. Zwischen Kultur und Natur mit den jahrhundertealten Kulturterrassen, dem einzigartigen Lorbeerwald, den schroffen und bizarren Gebirgen sowie den einsamen und urwüchsigen Tälern. Trotz der teilweise schwer zugänglichen Topografie lässt sich die Insel entlang der Levadas relativ bequem erkunden.

Romantiker finden sich frühmorgens auf der Aussichtsplattform am Pico Arieiro ein, um den Sonnenaufgang zu genießen, und abends an der Ponta do Sol, um die Sonne im Meer untergehen zu sehen.

Wer „nur“ flanieren möchte, dem stehen herrliche Anlagen wie der Botanische Garten oder der Palheiro-Park in Funchal zur Verfügung, die ein tropisches Ambiente zu allen Jahreszeiten bieten. Die Hauptstadt Madeiras lockt zudem mit zahlreichen historischen Gebäuden, Markthallen mit dem bunten Gemüse- und Fischmarkt und geselligen Abenden mit traditioneller Musik oder einer Capoeira-Aufführung.


Deine Wanderführer in der Region

Touren in der Region Madeira

1

Die Überquerung zum Encumeada-Pass Die Königstour im zentralen Gebirgsgrat

gratis
14 km
05:15 h
545 hm
1145 hm
Die Wanderung von der Achada
de Teixeira zur Boca de Encumeada
verläuft entlang der Wasserund
Wetterscheide der zentralen
Gebirgskette
und gehört zu den
schönsten Touren, die man auf Madeira unternehmen kann. Wir
bewegen uns stets in luftigen Höhen
an den Nord- und Südhängen
des schroffen Zentralgebirges und
kratzen meist unmittelbar an den
Wolken, die bald im Tagesverlauf
durch die Passatwinde herangetragen
werden können. Deshalb
ist unbedingt auf eine alpine
Ausrüstung zu achten, um nicht
von Wind, Kälte oder gar Regen
überrascht zu werden. Dazu gehört
eine ausreichende Menge an
Proviant und Wasser, denn erst
am Encumeada-Pass trifft man
wieder auf Einkehrmöglichkeiten.
Entlang der Tour können wir jene
Einsamkeit der Bergwelt Madeiras
genießen und zurückgewinnen,
die wir am Beginn der Tour vermissen
werden. Denn der erste Wegabschnitt
ist mit der Besteigung
des Pico Ruivo identisch und mit
Tagesbesuchern meist überlaufen.
Da der Start- und Zielort weit
auseinander liegen und der Ausgangspunkt
nicht mit öffentlichen
Verkehrsmitteln erreichbar ist,
erfordert die Organisation dieser
Wanderung, sofern man sich
keiner Gruppe anschließt, etwas
Geschick. Am besten nimmt man
den Bus bis Santana und absolviert
die Auffahrt zur Achada do
Teixeira mit dem Taxi. Vom Encumeada-
Pass kehrt man mit dem
Bus nach Funchal zurück. Ideal
ist es natürlich, wenn man sich
am Zielort abholen lassen kann.
Jedoch dauert die Fahrt von der
Achada do Teixeira zum Encumeada-
Pass relativ lang. Wenn man
zum Beispiel zusammen zum Pico
Ruivo geht und der Abholende
dann umkehrt, kann es sein, dass
der Wanderer schneller am Zielort
ist als der Fahrer.
Grundsätzlich handelt es sich aber
bei dieser Tour um eine anstrengende
Wanderung in Höhen zwischen
1760 und 1000 m Seehöhe,
die durch raschen Wetterwech- sel und Wind verschärft werden
kann. Darüber hinaus sollte man
einiges an Bergerfahrung und
Trittsicherheit mitbringen. Rutschige
Wegverhältnisse, feuchte
Stein- und Lavatreppen sowie
felsige Passagen bieten weitere
wegtechnische Erschwernisse.
Dabei wechselt die Route stets
zwischen der Nord- und Südseite
des Kamms, die steilen Gegenanstiege
verlangen es, sich die Kräfte
entlang der 14 km langen Route
einzuteilen. Grundsätzlich geht es
aber mit Ausnahme des Gegenanstiegs
nach der Boca das Torrinhas
vermehrt abwärts, vor allem im
letzten Drittel der Tour.
Ausgesetzte Passagen sind jedoch
weitgehend nicht vorhanden,
nach den Waldbränden von 2010
hat man den Weg im Frühjahr 2011
saniert und alle luftigen Stellen
mit Seilgeländern gesichert. Der
teilweise fehlende oder verkohlte
ehemalige Bewuchs aus Baumerika
gibt nun mehr Tiefblicke frei,
weshalb manche Wegpassagen
heute etwas luftiger erscheinen.
Immerhin umfassten die Waldbrandgebiete
zwei Drittel der
Wegstrecke. Ab und zu ist noch
die gelb-rote Markierung zu sehen,
die Route ist jedoch bis auf
eine Abzweigung eindeutig zu
erkennen.
2

Vereda da Encumeada Durchquerung der Gebirge auf einem alten Pilgerweg

gratis
13 km
04:00 h
410 hm
640 hm
Durch die Waldbrände im August
2016 sind große Teile der Tour derzeit
gesperrt.
Eine der herausragenden Touren
verläuft von der Boca da Corrida
quer durch die wildesten Bergpassagen
Madeiras zum Encumeada-
Sattel. Der kunstvoll angelegte
Saumpfad, auch als Caminho real
PR 12 ausgewiesen, wurde beim
großen Feuer 2010 an einigen Stellen
stark beschädigt und musste
damals gesperrt werden. Heute
sind die meisten Passagen saniert,
lediglich in den steilsten Geländestellen
im Bereich des Pico Grande
müssen in Hangrinnen und an
Steilhängen abgerutschte, schmale
Passagen überwunden werden. Die
Tour verläuft in Höhen zwischen
940 und 1340 m Seehöhe durch
die bizarre Gebirgslandschaft und
bietet herrliche Ausblicke in die
tief eingeschnittenen Täler und zur
Hochebene Paúl da Serra.
3

25 Quellen Zum romantischen Kessel der 25 Quellen

12,25 km
04:15 h
350 hm
350 hm
Rabaçal liegt auf der einsamen
Hochebene Paul da Serra, die
noch weitgehend unbesiedelt ist
und ein völlig anderes Bild zeigt,
als die dicht besiedelten und bewaldeten
Küstenregionen. Das
Forsthaus von Rabaçal ist 2,3 km
von der Hauptstraße entfernt und
Ausgangspunkt für mehrere sehr
beliebte Wanderungen, die durch
die herrliche Waldlandschaft am
Nordostabfall des Hauptkamms
zu herausragenden Sehenswürdigkeiten
der Inselnatur führen.
Zum Forsthaus verkehrt ein privater
gebührenpflichtiger Shuttlebus,
mit dem man die Wanderung
um 4,6 km verkürzen kann. Die Zufahrt
zum Forsthaus ist für den öffentlichen
Verkehr gesperrt (nicht
für Radfahrer), deshalb befindet
sich an der Hauptstraße ein großer Parkplatz, der vormittags bald gut
gefüllt ist und beim Vorbeifahren
unübersehbar auf diese Wanderregion
aufmerksam macht.
4

Der Küstenweg von Caniçal Auf alten Hirtenpfaden an der Südostküste

6,5 km
02:45 h
320 hm
80 hm
Nach der Halbinsel São Lourenço
kann man in Caniçal eine kurze
Streckenwanderung auf einem
historischen Verbindungsweg
unternehmen, der entlang der
rauen Südküste zum herrlichen
Aussichtspunkt Pico de Facho verläuft.
Da die Tour kurz ist, bleibt
Zeit für die Besichtigung des sehr
interessanten Walmuseums von
Caniçal. Wer nur in eine Richtung
wandern möchte, kann vom Pico
de Facho nach Machico absteigen
und von dort mit dem Bus entweder
zum Ausgangspunkt oder
nach Funchal zurückkehren.
6

Von Ribeiro Frio zum Portelapass Entlang der „Forellen-Levada“

11 km
03:30 h
275 hm
Ribeiro Frio, auf 860 m Seehöhe
gelegen, gehört zu den schönsten
Ecken Madeiras und besticht
durch den herrlichen Lorbeerwald,
der sich an den Hängen links und
rechts der Talung großflächig
ausbreitet. Viel Feuchtigkeit und
häufiger Nebel führen dazu, dass
sich dieser Waldtyp hier prächtig
entwickeln kann. Das reichlich
vorhandene Wasser, das in den
Taleinschnitten abfließt, wird für
die Forellenzuchtstation genutzt,
die Ribeiro Frio zum viel besuchten
Ausflugsziel für alle Madeira-Urlauber
macht. Für den Naturfreund
weit beeindruckender und
wertvoller ist aber der Lorbeer- wald, den wir im kleinen Botanischen
Garten oder am Beginn
dieser Tour kennen lernen können.
Die Wichtigkeit des Lorbeerwaldes
für Madeira hat dazu geführt,
dass die Landschaft um Ribeiro
Frio zu einem Naturpark erklärt
wurde. Denn im Zuge der Erschließungstätigkeit
hat man den Lorbeerwald
großflächig
abgeholzt,
sodass er sogar zu verschwinden
drohte. Managementprogramme
schützen heute dieses zu den seltensten
Waldtypen der Welt gehörende
Ökosystem und versuchen
es auf der Insel wieder großflächiger
anzusiedeln. Die Levada da
Furado wurde an einigen Stellen
spektakulär und kunstvoll in die
Steil- und Felshänge gebaut.
Ein Gutteil der Wanderung entlang
der Levada do Furado in Richtung
Portelapass verläuft durch
Lorbeerwald. Dies ist aber nur ein
Aspekt, warum diese Streckenwanderung
zu den beliebtesten
Touren der Insel gehört. Die anderen
Höhepunkte liefern die
eindrucksvolle Streckenführung in
den Steilhängen des Ribeiro-Frio-
Tales, die Felsgalerien etwa 800 m
vor dem Wasserhaus von Lamaceiros
sowie die Ausblicke auf eine
noch sehr ursprüngliche Landschaft.
Im Frühjahr begeistern die
Wasserfälle und Kaskadenbäche,
die über Felswände herabstürzen
oder Taleinschnitte zu herrlichen
Gumpen ausgewaschen haben.
7

Levadas bei Ponta do Sol Zwei schmale Levadawege und ein Wasserfall

9,5 km
03:00 h
110 hm
110 hm
Neben der Levada Nova bietet
Lombada noch eine zweite Möglichkeit
zu einer Kanalwanderung,
diesmal aber weit schwieriger und
kühner, denn wir dringen bis zur
Quelle der Levada Nova vor. Diese
hat ihre „madre“ im wildreichen
Tal der Ribeira da Ponte do Sol, das
allerdings nur für trittsichere und
schwindelfreie Wanderer erreichbar
ist. Denn der schmale Weg
führt stellenweise nur auf der Kanalmauer
hoch über dem Tal, wir
müssen einen Tunnel durchqueren
und an der Wende sogar durch
einen Wasserfall gehen. Für Abwechslung
ist also gesorgt, jedoch
nicht ohne Nervenkitzel.
8

Achadas da Cruz Feldterrassen unter der Steilküste

3,5 km
01:25 h
400 hm
400 hm
Das kleine Örtchen Achadas da
Cruz nahe Porto Moniz wäre keinen
Besuch wert, gäbe es nicht
die atemberaubende Seilbahn, die
„Teléferico das Achadas da Cruz“,
die von der senkrecht abbrechenden
Steilküste 451 m fast im freien
Fall zum Meer hinabführt. Die
Talstation befindet sich auf dem
typischen Schwemmkegel – Fajã
genannt –, den die Bauern von
Achadas zum Anbau von Obst und
Gemüse nutzen. Daher musste
diese technische Aufstiegshilfe
geschaffen werden, um nicht stets
die 450 bzw. 600 Höhenmeter bis
zum Ort überwinden zu müssen.
Dennoch steht der alte Wanderweg
nach wie vor zur Verfügung,
vor allem für weniger Wagemutige,
die diese schwindelerregende
Talfahrt vermeiden möchten.

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