Das richtige Board finden

Die Wurzeln des Snowboardens liegen beim Surfen. In den 60er Jahren wollten zwei surfbegeisterte Amerikaner das Surf-Feeling auch auf den Schnee übertragen. Mit den ersten an Surfbretter angelehnten – Brettern ging es die Berge hinab und damit war ein neuer Trendsport geschaffen. Heute hat sich der einstige Nischensport zu einem echtem Massensport etabliert, die Snowboarder sind nicht mehr von den Pisten wegzudenken und einige Disziplinen des Snowboardens sind mittlerweile sogar olympisch.

Bei der Anschaffung eines neuen Boards gibt es einige wesentliche Kriterien, die entscheidend sind und die unbedingt beachtet werden sollten: die Länge, die Breite sowie die Flexibilität des Boards. Diese drei Kriterien sind vor allem vom gewünschten Einsatzbereich des Snowboards abhängig.

All-Mountain

Die All-Mountain-Boards sind nicht speziell konzipiert und können dadurch – wie der Name schon vermuten lässt – in verschiedenen Einsatzgebieten am Berg genutzt werden. Diese Art von Board ist also für alle geeignet, die sich nicht spezialisieren möchten und sowohl auf als auch neben der Piste unterwegs sind.

Freestyle

Für die Fahrt auf Pipes und Rails im Funpark wird ein Freestyle-Board benötigt. Freestyle-Boards sollten möglichst weich und nicht zu lang sein, da kurze Boards dehnbarer sind und so Ungenauigkeiten beim Landen von Sprüngen eher verzeihen als harte Boards

Freeride/Backcountry

Freeride-Boards eignen sich durch ihre breitere und längere Bauweise vor allem für die Fahrt im Tiefschnee abseits der Piste. Die Boards sind außerdem härter und damit für Rails und Kickers im Funpark ungeeignet.

Raceboard

Zusätzlich gibt es sogenannte Raceboards, die für extrem schnelle Abfahrt ausgelegt sind. Sie sind meist länger als Freestyle- oder Freerideboards und haben eine flachere Nose (Spitze). Raceboards werden ausschließlich mit Hardboots und Plattenbindungen gefahren, um so die hohe Geschwindigkeit besser kontrollieren zu können. Für Funparks und Sprünge ist sie ungeeignet.

Boardlänge

Für Einsteiger empfehlen sich Boards, die sich leicht kontrollieren lassen, nachgiebig sind und Fahrfehler verzeihen. Grundsätzlich sind kürzere Boards drehfreudiger und somit für Anfänger geeigneter. Über ein zu kurzes Board kann man jedoch schnell die Kontrolle verlieren. Ein zu langes Board kann hingegen nur mit großem Kraftaufwand gefahren werden. Es ist also wichtig, die ideale Länge zu finden. Zur Bestimmung der richtigen Länge des Snowboards gibt es einige Faustregeln. All-Mountain-Boards und Freerideboards sollten dem Fahrer aufgestellt bis zum Kinn und maximal bis zur Nase reichen. Freestyle-Boards sollten hingegen lediglich bis zum Kehlkopf gehen, wenn sie nur für den Funpark genutzt werden sollen. Wenn sie zusätzlich auch für Backcountry oder Pipes verwendet werden, können sie Kinnhöhe haben.

Beinstellung

Bei der Beinstellung muss man sich entscheiden, ob man mit dem linken Fuß (Regular) in Fahrtrichtung stehen möchte oder mit dem rechten Fuß (Goofy). Welches das stärkere Bein ist, lässt sich durch Austesten am besten herausfinden. Das stärkere Bein lässt sich meist auch dadurch bestimmen, mit welchem Bein man beim Sprung abspringt bzw. mit welchem Fuß man nach einem Sprung aufkommt. Das Sprungbein steht beim Snowboarden in der Regel vorne und bei Rechtshändern ist oft das linke Bein das stärkere. Wenn man jedoch bereits ein paar Kurven gefahren ist und sich mit der Beinstellung unwohl fühlt, sollte man eventuell ausprobieren, ob man besser zurechtkommt, wenn man das vordere Bein und somit auch die Fahrtrichtung wechselt.

Heutzutage fahren die meisten Snowboarder im sogenannten „Duckstance“, das heißt, die Fußspitzen stehen nach außen. Der geeignete Bindungswinkel findet sich durch Ausprobieren. Beliebte Bindungstellungen sind +15° / -15°, +12° / -6° und +15° / -9°. Bei diesen Werten bezieht sich die vordere Zahl auf die Bindung in Fahrtrichtung, die zweite Angabe auf die hintere Bindung. Der Abstand zwischen den Bindungen ist abhängig vom Einsatzbereich und der Länge des Boards sowie der Körpergröße. Als Faustregel für den Beinabstand (Stance) gilt die Körpergröße in Zentimetern geteilt durch drei. Auch hierbei ist es jedoch wichtiger, dass man sich mit der Stellung wohlfühlt.

Bindung

Durch die Bindung wird der Schuh des Snowboarders fest mit dem Board verbunden. Beim Snowboarden wird zwischen mehreren Bindungsarten unterschieden. Die am häufigsten genutzte Bindung ist die Softbindung, die die Softboots mit zwei Ratschen über den Zehen und dem Fußrücken fixiert. Die Step-in-Bindung ist ein Schnelleinstiegssystem, das es dem Fahrer ermöglicht, seine Boots im Stehen in die Bindung einzurasten. Eine weitere Bindungsart ist die Flow-Bindung, die der normalen Softbindung ähnlich ist, bei der jedoch keine Ratschen verwendet werden. Stattdessen befindet sich auf dem Fußrücken ein halbfester Stoff, dessen Spannung sich einstellen lässt. Um in die Bindung einsteigen zu können, muss mit einem kleinen Hebel die Fersenplatte heruntergeklappt werden. Die Bindung erfordert in der Regel nur ein einmaliges Einstellen und ermöglicht dann das An- und Ausziehen mit einem Handgriff. Die Plattenbindung kommt zum Einsatz, wenn Hardboots verwendet werden. Sie fixiert die Schuhe an der Spitze und der Ferse mit Metallbügeln, wodurch die Kraft direkt übertragen wird.

Bekleidung

Die ideale Snowboardjacke hält warm, ist atmungsaktiv und bringt den Fahrer nur wenig zum Schwitzen, da sie die Feuchtigkeit vom Körper weg nach außen transportiert. Das Obermaterial der Jacke sollte aus wasserdichten Materialien bestehen. Snowboardjacken sollte eine Wassersäule von mindestens 10.000 mm haben – nach Möglichkeit sogar noch höher. Um vor Wind zu schützen, verfügt die Jacke über einen hoher Kragen und ein Schneefang im Inneren verhindert, dass Schnee von unten in die Jacke gelangt – somit bleibt die untere Kleidung trocken. Ideal sind auch Unterarmreißverschlüsse oder eine andere Ventilationsmöglichkeit, die nach Bedarf geöffnet werden können.

Beim Kauf einer Snowboardhose sollte vor allem darauf geachtet werden, dass wasserfeste und atmungsaktive Materialien verarbeitet wurden. Wie auch bei den Jacken, sind Hosen mit einer Wassersäule von mindestens 10.000 mm empfehlenswert, um absolute Wasserdichte zu garantieren. Außerdem bieten gute Snowboardhosen durch einen großzügigen Schnitt genügend Bewegungsfreiheit. Einige Hosen verfügen zusätzlich über Verstärkungen an Knien und Hintern, um Stürze ein wenig abzudämpfen. Snowboardhosen haben im Inneren integrierte Gamaschen, die über die Schuhe gestülpt werden und so das Eindringen von Schnee in die Schuhe und die Hose verhindern.

Bei den Snowboard-Boots gibt es zwei Varianten. Hardboots sind den normalen Skischuhen sehr ähnlich, werden aber nur bei Raceboards verwendet, da sie die Kraft optimal auf die Kanten des Boards übertragen. Softboots bieten einen höheren Tragekomfort als Hardboots und mit ihnen lässt es sich einfacher laufen, die Kraftübertragung erfolgt jedoch indirekter. Freestyleboards und Freerideboards werden generell mit Softboots gefahren.

Der Helm übernimmt beim Snowboarden eine wichtige Schutzfunktion und ist daher unverzichtbar. Er muss unbedingt die richtige Größe und Passform haben, eng am Kopf sitzen und möglichst kein Spiel haben. Viele Helmmodelle verfügen über ein verstellbares Kopfband, das zur Feineinstellung dient.

Die Brille muss mit dem Helm kompatibel sein, um zu verhindern, dass sie zu tief im Gesicht sitzt oder unangenehme Druckstellen verursacht. Orange und gelber Gläser lassen die Umgebung heller erscheinen, wodurch sie vor allem für den Einsatz bei Nebel und dichtem Schneefall geeignet sind. Dunkle Gläser schützen die Augen wiederum bei Sonnenschein vor starker UV-Strahlung.

Handschuhe schützen nicht nur gegen Kälte sondern auch vor Schürfwunden auf eisigem Schnee. Die Handschuhe sollten aus robustem und wasserfestem Material sein. Mittlerweile gibt es auch Handschuhe, die Protektoren für den Schutz der Handgelenke integriert haben, mit denen sich unnötige Verletzungen vermeiden lassen.

Das zusätzliche Tragen eines Rückenprotektors ist empfehlenswert, um Verletzungen an der Wirbelsäule zu vermeiden. Rückenprotektoren gibt es in unterschiedlichen Varianten. Zum einen gibt es Protektorenwesten, die meist aus Stretch-Material bestehen und in die der Protektor eingearbeitet ist. Bei einer anderen Variante wird der Protektor mit Schulter- und Bauchgurten auf den Rücken geschnallt.

 

© Foto: Tina Piechulik