Trinkwasser in den Bergen: Wasseraufbereitung auf Wanderungen

Auf langen Wanderungen muss zwischendurch immer der Wasservorrat aufgefüllt werden. Mit diesen Tipps erhaltet ihr unterwegs ganz leicht sauberes Trinkwasser.

Bei sportlichen Aktivitäten – vor allem bei anstrengenden Wanderungen im Sommer – ist es wichtig, immer ausreichend Trinkwasser dabei zu haben. Nun will natürlich niemand mehrere Liter Wasser und damit zusätzliches Gewicht im Rucksack mit auf den Berg schleppen müssen. In den Bergen gibt es jedoch eine einfache Lösung: die Wasservorräte einfach immer wieder an Bächen und Quellen auffüllen. Damit ihr beim Wandern oder auch auf Fernreisen aber immer sauberes Wasser trinken könnt und durch Bakterien, Viren oder andere Verunreinigungen verursachte Krankheiten vermeidet, gibt es einige durchaus nützliche Tricks und hilfreiche Wasserfilter.

Wie erkennt man sauberes Wasser?

Das Wasser aus Gebirgsbächen oder Quellen ist in der Regel sauber und kann bedenkenlos direkt getrunken werden. Woran ihr sauberes Wasser erkennt? In unbewohnten Regionen ist die Wahrscheinlichkeit, auf verschmutztes Wasser zu stoßen, sehr gering. In Gebieten mit Siedlungen und auch in der Nähe von weidenden Tieren solltet ihr hingegen auf die Wasserentnahme verzichten. Falls euer Wasservorrat jedoch schon sehr knapp ist und weit und breit keine andere Quelle in Sicht ist, könnt ihr auch in der Nähe von Weiden eure Trinkflaschen auffüllen – dann aber unbedingt nur oberhalb von der Weide, wo die Nutztiere das Wasser mit ihren Ausscheidungen nicht verunreinigt haben können, keinesfalls unterhalb einer Weidefläche!

Als Faustregel gilt auch: je kälter das Wasser, desto sauberer ist es. Im warmen Wasser können sich gefährliche Bakterien und Viren deutlich schneller vermehren als in kalten Bächen. Gleiches gilt auch für die Fließgeschwindigkeit. Je schneller der Bach durch das Gebirge rauscht, umso sauberer ist das Wasser. Aus stehenden Gewässern dürft ihr auf gar keinen Fall trinken – sie sind ein Paradies für Bakterien.

Doch auch, wenn ihr auf all diese Eigenschaften achtet und das schnellfließende Wasser klar und kalt ist, kann es dennoch verunreinigt sein. Um sich vor allen Erregern und chemischen Verunreinigungen zu schützen, könnt ihr das Wasser im Zweifelsfall immer filtern. Unterwegs ist es unter Umständen nicht besonders praktisch, das Wasser mehrere Minuten zu kochen, um die Keime aus dem Wasser zu entfernen und dann abkühlen zu lassen, bevor man es trinken kann. Dafür gibt es hilfreiche Wasserfilter, mit denen ihr in kürzester Zeit sauberes Trinkwasser erhaltet.

Einfacher Einsatz von modernen Filtersystemen

Ihr könnt euch das Entkeimen wesentlich erleichtern, indem ihr auf Wanderungen und auch auf Reisen in ferne Länder mit niedrigeren Hygienestandards ein handliches Filtersystem im Gepäck habt. Es gibt unterschiedliche Filtersystem auf dem Markt, deren Einsatz vom Verschmutzungsgrad des Wassers abhängig ist. Wasser, das eigentlich klar ist und sauber erscheint, welches ihr aber dennoch sicherheitshalber filtern wollt, lässt sich gut und schnell mit UV-C-Licht entkeimen. Ein UV-Filter, den es für Wanderer in handlichen batteriebetriebenen Varianten gibt, kann in kürzester Zeit Bakterien, Viren und viele Sporen abtöten. Allerdings funktioniert diese Methode nur, wenn das Wasser wirklich klar ist und keine Schwebstoffe enthält.

Eine weitere Methode ist die Verwendung von chemischen Mitteln wie Chlor oder Jod, die es in flüssiger Form und als Tabletten gibt. Auch hierfür muss das Wasser klar sein und ihr müsst eine ausreichend Dosierung verwenden. Dies führt allerdings zu einem üblem Beigeschmack im Wasser, den ihr aber mit Aktivkohle wieder neutralisieren könnt.

Ist das Wasser trüb und enthält viele Schwebstoffe, eignen sich unter den modernen Wasserfiltersystem eigentlich nur mechanische Mikrofilter, in deren mikroskopisch kleinen Poren die Erreger hängen bleiben. Verfügt der Wasserfilter darüber hinaus über einen Aktivkohlefilter, werden auch chemische Verunreinigungen und Geschmacksstoffe herausgefiltert. Doch auch bei diesem System können winzig kleine Viren durch den Filter schlüpfen. Ideal ist daher eine Kombination aus dem mechanischen Wasserfilter und dem zusätzlichen Einsatz von Tabletten oder UV-Licht.

Selbstgebaute Wasserfilter für den Notfall

Ihr seid in einer Notlage, habt kein Trinkwasser mehr, es gibt nur ein Gewässer, das nicht besonders sauber erscheint und zu allem Übel habt ihr auch keinen Wasserfilter dabei? Kein Grund zu verzweifeln! Mit euren Socken könnt ihr euch ganz schnell einen Filter basteln. Dafür füllt ihr Sand, Kies oder ein Papiertaschentuch oder Toilettenpapier in eine eurer Socken und lasst das Wasser dort hindurchtropfen. Durch die Kies- oder Zelluloseschicht werden die Schwebstoffe herausgefiltert und ihr erhaltet wesentlich saubereres Wasser.