Das Wanderparadies Karwendel liegt nur eine gute Autostunde von München entfernt und bietet sich daher auch für kurze Wanderausflüge oder ein Wochenende in den Bergen an. Das Karwendelgebirge erstreckt sich über knapp 1.000 km2. Das Vorkarwendel und die Nördliche Karwendelkette bilden dabei die Grenze zwischen Tirol und Bayern. 125 Gipfel über 2.000 Meter erstrecken sich bis ins Inntal und bieten sich für Wanderungen durch das einsame und naturbelassende Gebirge an.

Wandern im Naturschutzgebiet

Der Naturpark Karwendel ist das größte Naturschutzgebiet Österreichs. Hier tummeln sich nicht nur Gämsen, auch der Steinbock fühlt sich auf vielen Gipfeln heimisch und in den Lüften ziehen Steinadler ihre Kreise. Die ideale Zeit für das Wandern im Karwendel ist schwer zu bestimmen: Im Frühjahr verwandeln Frühlingsblüher die Almwiesen in Farbenteppiche, im Sommer ist die Zeit der Enzian- und Alpenrosenblüte. Im Herbst, wenn sich langsam die Blätter der Bäume verfärben, reizt das Wandern durch den Großen Ahornboden mit seinen 600 Jahre alten Baumriesen. Beliebte Winterwanderwege führen von Stans ins alte Benediktinerkloster nach St. Georgenberg oder zum Schloss Tratzberg. Im Karwendel kann man problemlos das ganze Jahr wandern – es finden sich immer passende Touren.

Highlights im Karwendel

Durch die wildromantische Gleirschklamm bahnt sich ein Wildbach seinen Weg in die Isar. Die Wanderung beginnt bei Scharnitz und folgt dem Fluss bis zur Scharnitzer Alm. Der schmale Holzsteig durch die Klamm setzt Trittsicherheit voraus, der Anblick von Felslandschaft und Wildwasser lohnt das Abenteuer allemal.

Von der 2.334 Meter hohen Hafelekarspitze bietet sich ein Panoramablick über Innsbruck und das Inntal. Der Aufstieg erfolgt über die Bodensteinhütte und den Adlerweg. Alternativ kann der Gipfel auch von Mittel- oder Bergstation der Nordkettenbahn aus erklommen werden.

Die Hochplatte zählt mit 1.814 Metern Seehöhe zu den familienfreundlichen Gipfeln im Karwendel. Den Weg über die Wiesenhänge zur Kleinzemmalm säumen nicht nur seltene Orchideen, auch eine der wenigen Murmeltierkolonien des Karwendels hat sich hier niedergelassen. Eine Übernachtung auf der Seewaldhütte bietet Gelegenheit, das Alpenpanorama bei Sonnenaufgang zu betrachten.

In etwa drei Stunden führt ein Wanderweg von Scharnitz über die Gleirschalm zum Ursprung der Isar nahe der Kastenalm im Hinterautal. Von den achtundzwanzig Quellen der Isar vereinigen sich hier jene drei, die ganzjährig Wasser führen – die Stelle ist mit einer Tafel als „Isar-Ursprung“ gekennzeichnet.

Einen atemberaubenden Anblick entlang des Wanderwegs vom Karwendeltal zum Achensee bietet die Felskulisse der Laliderer Wände: Unmittelbar hinter der auf einer idyllischen Almwiese gelegenen Falkenhütte erhebt sich eine 900 Meter hohe Wand aus schroffen Felsen, die bis knapp unter die Gipfel von Laliderer Spitze und Grubenkarspitze heranreicht. Die Laliderer Wände zählen zu den beliebtesten Klettergebieten der Region.

Wanderungen von beschaulich bis sportlich

Egal, ob beim Wandern der Naturgenuss oder die sportliche Aktivität im Vordergrund stehen soll: Im Karwendel ist für jeden Anspruch das Richtige dabei.

Eine familienfreundliche Wanderung führt vom Almdorf Eng durch den Großen Ahornboden und entlang eines Bergbaches zu tosenden Wasserfällen. Mit etwas Glück können auf den umgebenden Felsen Gämsen beobachtet werden! Auch die Wolfsklamm in Stans ist für Kinder leicht zu bewältigen.

Für den Genusswanderer bietet sich eine Wanderung auf Wald- und Wiesenwegen von Stans auf die Stallenalm an. Die Tour gilt als Geheimtipp für alle Wanderer, die Ruhe suchen und auf einer relativ kurzen und leichten Strecke viel Alpinismus erleben wollen.

Eine mittelschwere Tour führt ins „Vomper Loch“. Die abgelegene Schlucht wird auch als „Tiroler Grand Canyon“ bezeichnet. Start und Ziel der etwa vier Stunden dauernden Wanderung ist der Parkplatz Karwendelrast am Vomperberg. Der Zugang zum Zwerchloch gestaltet sich noch recht unspektakulär, in weiteren Abschnitten wird die Schlucht jedoch von bis zu 1.400 Meter hohen Felswänden begrenzt. Die komplette Durchquerung erfordert einige Ausdauer und Erfahrung!

Noch mehr Kondition, Trittsicherheit und eine gute Ausrüstung setzt der Aufstieg auf die 2.749 Meter hohe Birkkarspitze voraus. Bei einer Wanderung auf den höchsten Berg des Karwendelgebirges von Scharnitz über die Larchetalm, das Karwendelhaus, Schlauchkar und Birkkarhütterl werden inklusive Rückweg 43 Kilometer zurückgelegt (eine Übernachtung im Karwendelhaus ist möglich). Die fantastische Aussicht vom Gipfel über die Stubaier- und Tuxer Alpen bis ins Alpenvorland entschädigt für die Strapazen!