Das Worst-Case-Szenario tritt ein – ihr werdet bei eurer Wanderung von einem Gewitter überrascht. Als wäre das nicht schon schlimm genug, wird ein anderer Wanderer vom Blitz getroffen. Nun müsst ihr schnell handeln und Erste Hilfe leisten.

Im Hochsommer herrscht in den Alpen Blitzsaison. Dann kann es  trotz guter Vorbereitung und Berücksichtigung des Wetterberichts schon mal vorkommen, dass man auf seiner Wandertour von einer Gewitterfront überrascht wird. Wer es nicht rechtzeitig schafft, sich in Sicherheit zu bringen und Schutz zu suchen, kann vom Blitz getroffen werden. Wenn der Blitz direkt in den Körper eines Menschen einschlägt, hat dieser in der Regel keine Überlebenschance. Stromstärken von mehr als 100.000 Volt führen zum tödlichen Herzstillstand. Die Überlebenschancen stehen jedoch besser, wenn der Blitzstrom nicht durch den Menschen fließt, sondern nur an seiner Körperoberfläche. Doch selbst dann kann es zu schweren Verbrennungen, Lähmungen und Herzschäden kommen. Wenn ihr Zeuge eines Blitzschlags werdet, solltet ihr unverzüglich Erste Hilfe leisten.

Wohlgemerkt: Es ist absolut ungefährlich, das Blitzopfer zu berühren. Die verletzte Person steht nicht unter Strom – ihr braucht euch keine Sorgen zu machen, auch verletzt zu werden. Grundsätzlich solltet ihr zunächst immer den Rettungsdienst alarmieren. Sobald ihr dies getan habt, gelten die üblichen Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Ist der Verletzte bei Bewusstsein, redet mit ihm und beruhigt ihn. Funktionieren der Kreislauf und die Atmung des Blitzschlagopfers, solltet ihr den Verletzten vor dem Unwetter in Schutz bringen und vor Unterkühlung schützen. Ihr musst dafür sorgen, dass der Verletzte möglichst viel trinkt, um einen Schockzustand vorzubeugen.

Ihr fühlt keinen Puls oder stellt einen Atemstillstand fest? Macht die Atemwege frei, führt eine Mund-zu-Mund-Beatmung und bei Herzstillstand zusätzlich eine Herzdruckmassage durch.

Ist das Opfer bewusstlos, bringt es in die stabile Seitenlage. Achtet dabei immer darauf, dass die Atmung funktioniert. Zusätzlich könnt ihr die Erstversorgung von Verletzungen übernehmen. Verbrennungen könnt ihr mit sterilem Verbandstoff verbinden oder abdecken. Es ist es ratsam, bei Wanderungen für solche Notfälle immer ein kleines Erste-Hilfe-Set dabeizuhaben. Außerdem solltet ihr die Verbrennungen nach Möglichkeit kühlen. Hat der Wanderer sich beim Sturz infolge des Blitzschlags oder durch unkontrollierbare Muskelkontraktionen Arme oder Beine gebrochen, stellt ihr diese ruhig. Anschließend wartet ihr auf den Notarzt oder die Bergrettung.

Übrigens sollte jedes Blitzschlagopfer zur Untersuchung und Beobachtung ins Krankenhaus. Auch wenn keine Verletzungen sichtbar sein. Es besteht auch einige Stunden nachdem man von einem Blitz gestreift wurde die Gefahr, dass Herzrhythmusstörungen auftreten.

Die häufigsten Blitzverletzungen

  • kurzzeitige Bewusstlosigkeit oder Lähmungen
  • Atem- und Kreislaufstillstand
  • Hitze- und Kältegefühl in der Haut
  • Schäden an den Augen und dem Trommelfell

Mit diesen Tipps könnt ihr euch beim Gewitter in den Bergen schützen.

Veröffentlicht am 27. April 2016