Wanderkarte Kyffhäuser

Wandern im Kyffhäuser – auf Kaisers Spuren

Südlich vom Harz, im grünen Wanderparadies Thüringen, erstreckt sich die Hügellandschaft des Kyffhäusers, rund um den 474 Meter hohen Kulpenberg. Mit rund 140 Quadratkilometern ist der Kyffhäuser das kleinste Mittelgebirge Deutschlands. Mit einer guten Wanderkarte erwandert ihr euch die Vielfalt des Kyffhäusers bei einer Tagestour oder bei mehrtägigen Wanderungen, die die benachbarten Hügelzüge der Hainleite und der Goldenen Aue miteinschließen. Wandern im Kyffhäuser bedeutet Naturgenuss und erlebbare, deutsche Geschichte: bei einem Besuch des weithin sichtbaren Kyffhäuserdenkmals. Auch in die Höhle von Kaiser Barbarossa solltet ihr hinabsteigen. Der mehrfach ausgezeichnete Kyffhäuserweg führt euch in drei Etappen dahin, durch alte Buchen- und Eichenbestände, dunkle Nadelwälder und malerisch am Hang liegende Wiesen. Von Frankenhausen genießt ihr vom östlichen Rennweg aus den ersten Panoramablick: Der fast hundert Meter hohe Sendemast auf dem Kulpenberg, das 81 Meter hoch aufragende Kyffhäuserdenkmal und eure Wanderkarte erleichtern die Orientierung.

Kaiser Barbarossa – schläft er noch?

Das Kyffhäuser-Monument ist das drittgrößte Denkmal in Deutschland und das prominenteste Wanderziel im Kyffhäuser-Gebirge. Das 1896 fertiggestellte Bauwerk sollte den verstorbenen Kaiser Wilhelm I. ehren. Um das damals neu gegründete Deutsche Reich in die Tradition des mittelalterlichen Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation zu stellen, wurde Kaiser Friedrich I. Barbarossa eingebunden. Die Legende sagt, der legendäre Stauferkaiser aus dem 12. Jahrhundert würde schlafen und erst wach werden, wenn das Deutsche Reich wieder in Einigkeit besteht. Wanderer bestaunen die Statue des „aufwachenden Barbarossa“ zu Füßen des Denkmals. Von hier wandert ihr etwa elf Kilometer zum zweiten Highlight im Kyffhäuser: der Barbarossahöhle. Hier soll „Kaiser Rotbart“ auf einem Stuhl schlafen und seinen langen Bart um einen steinernen Tisch wachsen lassen. Steigt unbedingt hinab in das 600 Meter lange Gewölbe, aber ohne ihn aufzuwecken! In der 1865 entdeckten Anhydrithöhle seht ihr keine Tropfsteine, sondern natürlich entstandene Gipslappen. Sie sind auch für höhlenerfahrene Wanderer eine geologische Seltenheit. Hundertfach hängen sie von den Decken hinab – manche sagen respektlos „wie alte Tapeten beim Renovieren“.

Wandern zum Naturerlebnis-Parcours

Von der Höhle geht es weiter zu den Aussichtspunkten Kattenburg und Galgenberg mit weiten Panoramablicken auf die Bergkuppen des Kyffhäusers. Unterwegs passiert ihr die Naturparkstation. Auf drei Hektar Wald- und Wiesenlandschaft hält sie viele Informationen über die heimischen Tiere und Pflanzen bereit. Hier erfahren junge Wanderer spielerisch, wie weit Frosch und Hase hüpfen, klettern wie eine Spinne im Netz oder sie erleben die Schwerelosigkeit auf dem „Steinpendel“. Naturfreunde werden auch den Walderlebnispfad erwandern. Den erreicht ihr, wenn ihr euch beim Wandern vom Kyffhäuserdenkmal aus in Richtung der Burgruine Rothenburg haltet. Entdeckt mit eurer Wanderkarte auch die kleineren Rundwanderwege des Kyffhäuserkreises: zum Beispiel den Wezel-Weg. Auf ihm gelangt ihr zu einem herrlichen Ausblick auf die Kreisstadt Sonderhausen, bekannt für ihre musikalischen Traditionen.