Levada Ribeira de Janela - Wandertour

Ins längste Tal der Insel

13 km
04:00 h
10 hm
10 hm
Start | Parkplatz in Lamaceiras (420 m) oberhalb von Porto Moniz, keine öffentliche Verkehrsanbindung [GPS: UTM Zone 28 x: 297.250 m y: 3.636.900 m]
Charakter | Im vorderen Abschnitt leichte Wanderung auf teils breiten Wald- und Erdwegen; ab den Tunnels mittelschwere Wanderung wegen der engen, schlüpfrigen Tunnelquerungen und einigen luftigen Felspassagen, die mit Drahtseilen gesichert sind; für die Tunnels ist eine Lampe erforderlich; gute Familientour.
Intro | Von Funchal aus gesehen liegt
Porto Moniz weit entfernt in der
nordwestlichen Inselecke. Dennoch
ist die wildreiche Nordküste
durch den Tunnel zwischen Serra
de Agua und Sao Vincente, der
das Inselzentrum durchquert, relativ
leicht zu erreichen. Der kleine
Hafenort lockt nicht nur mit einer
bizarren Steilküste, die vor allem
zwischen Seixal und dem Hafenort
selbst einige Tunnelführungen
für die Hauptstraße notwendig
machte, sondern auch mit einer
reizvollen Lage und mit einigen
Sehenswürdigkeiten. Dazu zählen
vor allem die Meeresschwimmbäder,
die Piscinas de Porto Moniz,
die unmittelbar vor der Hafenmole
in schwarzen Lavasteinbecken
angelegt wurden, aber auch
das kleine, aber feine Aquarium
in der renovierten Wehrburg
Forte Sao Joao Baptista. Bootsunternehmen
bieten Walbeobachtungstouren
in den küstennahen
Gewässern an.
Wanderer begeistern sich vor allem
für die Levada Ribeira de Janela,
die oberhalb des Hafenortes
tief in das Tal des gleichnamigen
Flusses zieht. Obwohl die Ortschaft
Ribeira de Janela am öst- lichen Talausgang in Küstennähe
liegt, ist der Ausgangspunkt zur
Tour von Porto Moniz aus zu erreichen.
Man folgt der Hauptstraße ER 101
die Serpentinen hinauf bis zur
Ortschaft Levada Grande, wo die
Nebenstraße nach Lamaceiras abzweigt.
Den Straßenschildern folgend
erreichen wir den Ausgangspunkt
samt kleinem Parkplatz und
gemütlichem Rastplatz. Hier hat
man nahe einem großen Wasserbecken
Grillstellen, WC, Picknicktische
und eine Aussichtsterrasse
auf den Talausgang des Ribeira de
Janela vorbereitet.
Zum Ausgangspunkt, der vom
Parkplatz aus nicht einsichtig
ist, folgen wir der kleinen Asphaltstraße
in Richtung Talung,
biegen nach rechts in den Talhang.
Sofort quert von rechts die Levada
und unser Wanderweg kündigt
sich durch ein Hinweisschild an.
Die Levade de Janela verläuft entlang
der Westhänge des sich tief
ins Inselzentrum einschneidenden
Tal des Ribeira de Janela und
leitet das Wasser vom Nordrand
der Serra do Paúl an die Küste.
Mit viel Zeit und ausreichend
Schwindelfreiheit könnte man
diesem Wasserkanal sehr weit in
den einsamen und wildreichen
Taleinschnitt hinein folgen. Wir
absolvieren die ersten 7 km, die
uns bis zu einem Wasserhaus
bringen und zwei Tunnelquerungen
beinhalten.
Die Anforderungen dieser Wanderung
sind zweigeteilt. Einerseits
weist der Weg keinerlei Steigungen
auf, führt hauptsächlich
durch bewaldetes Gelände und
ist daher gehtechnisch als einfach
einzuschätzen. Andererseits
können die beiden Tunnels Probleme
bereiten, vor dem zweiten
Tunnel warten noch dazu luftige
Passagen und bei entsprechender
Jahreszeit ein tosender Wasserfall,
der in einem Felskessel über
den Wanderweg herabstürzt. Ein Wellblechdach schützt einigermaßen
vor Durchnässung. Für die
Tunnels müssen wir eine Taschenoder
Stirnlampe mitnehmen, da
sie zu lang und im Fall des zweiten
auch gekrümmt und damit komplett
dunkel sind.
Peter Mertz

Tourenverlauf

Tourenbeschreibung

▶ ​Vom Ausgangspunkt Lamaceiros folgen wir dem breiten Kanal, der die gesamte Wegstrecke unser Begleiter sein wird. Nach wenigen hundert Metern kommen wir an einem Ausleitungsbecken vorbei, in dem ein großer Rechen Blattwerk und Äste aus dem Kanal fischt. Anschließend führt uns der Kanal ein wenig durch offene Kulturlandschaft, ein kleiner Picknickplatz gibt Gelegenheit zur ersten Rast. Nach gut einer halben Stunde passieren wir einen Taleinschnitt, in dem ein Bachlauf mit einer betonierten Wanne über die Levada geleitet wird. Danach fließt der Kanal ein kurzes Stück von Betonplatten bedeckt unmittelbar im Weg. Bald bietet uns ein weiterer Rastplatz eine herrliche Aussicht auf das Tal des Ribeira de Janela, das bereits tief unter uns liegt und das längste der Insel ist. Bei klarem Wetter erkennt man im Hintergrund das Forsthaus Rabaçal. Ab Kilometer 3 wird der anfänglich bequeme Verlauf der Kanalroute zusehends aufregender und spannender. Das Gelände wird steiler und die Levada samt Weg schmiegt sich stellenweise luftig an die steilen Hänge. Der dichte Bewuchs schützt jedoch fast durchwegs gegen die ansonsten atemberaubenden Tiefblicke.Nach etwa 4 km und einer Stunde Gehzeit durchlaufen wir eine Bachrunse und erreichen den ersten Tunnel, der unter einem Felsvorsprung beginnt und in dem dunklen Tal von weitem kaum zu sehen ist. Die Durchquerung dauert 8 bis 10 Minuten, wobei der Weg, der links vom Wasserkanal verläuft, kaum breiter als 40 cm ist. Zusätzlich muss man sich geduckt bewegen, da der Tunnelquerschnitt für einen erwachsenen Menschen zu niedrig ist. Ab und zu stehen kleine Nischen zum Ausweichen zur Verfügung, doch die Begegnung mit entgegenkommenden Wanderern gestaltet sich etwas schwierig. Am Ausgang, der stets als heller, immer größer werdender Punkt zu sehen ist, erwartet uns eine überraschend schroffe und abenteuerliche Szenerie. Der Tunnel mündet in einen Felskessel, der mit senkrechten Wänden in ein Seitental abfällt. Der Weg und der Kanal sind auf einem schmalen Felsabsatz angelegt, Drahtseile schützen vor dem Abgrund. Zusätzlich stürzt ein Wasserfall herab, der im Frühjahr für nasse Kleidung sorgt.Wir folgen dem halbrunden Verlauf nach rechts unter dem Wasserfall hindurch. Ein Blechdach schützt dürftig vor dem Sprühnebel. Die bizarre Wegführung mündet sogleich in einen zweiten Tunnel ...

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