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Große Tamadaba-Runde - Wandertour

Naturvielfalt im Westen der Insel

20,5 km
06:30 h
1100 hm
1100 hm
Start | Campingareal am Tamadaba (1225 m) oder San Pedro im Agaete-Tal (225 m); Zum Ausgangspunkt am Tamadaba gelangt man nur mit dem eigenen Pkw. Wer auf den Bus angewiesen ist, muss die Tour in San Pedro beginnen, das von der Linie 102 ab Las Palmas angefahren wird. [GPS: UTM Zone 28 x: 432.260 m y: 3.103.729 m]
Charakter | Lange, aber gehtechnisch nicht allzu schwierige Wanderung auf gut ausgebauten Saumpfaden, Schotter- und Asphaltpisten, teilweise mit Wegweisern und Orientierungs­schildern des Naturparks gekennzeichnet.

Diese ausgedehnte Wanderrunde führt durch die vielfältige Landschaft des Tamadaba-Naturparks sowie des Agaete-Tals, das eines der schönsten und üppigsten Täler auf der Nordseite der Insel ist. Neben den landschaftlichen Reizen wird die Tour durch die sehenswerten Höhlensiedlungen El Hornillo und Cuevas de Bibique und einigen Kulturdenkmälern bereichert. Diese Tour zählt zu den schönsten der Insel, wenn sie nicht überhaupt die vielfältigste ist, die auf Gran Canaria unternommen werden kann. Mit Ausnahme der Lebensräume an der Küste sind alle Vegetationsstufen entlang der Route vertreten, aber auch die typische Kulturlandschaft der engen Barrancotäler kommt in dieser Tour vor.

Peter Mertz

Tourenverlauf

Tourenbeschreibung

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Campingareal Tamadaba, 1225 m

▶ Der Tamadaba wird von einer sieben Kilometer langen Ringstraße umrundet, die auch die Zufahrt zum Naturcampingplatz an der Nordwestseite bildet. Hier starten wir zur Wanderrunde, die über knapp 20 Kilometer lang ist und mit knapp 1100 Metern Höhenunterschied aufwartet.Am Camping­areal , das über Grillstellen, Tische und Bänke sowie einen Brunnen verfügt, weist ein Schild auf den Camino de San Pedro. Wir folgen zunächst einer gesperrten Forstpiste aus dem Campingareal hinaus und wandern leicht abwärts durch dichten Kiefernwald. Sobald sich dieser ein wenig lichtet, biegt nach links bei einem Wegweiser ein Saum­pfad ab, der wiederum mit einem Hinweisschild nach San Pedro gekennzeichnet ist. Wir wandern nun im Verlauf des Hauptweges ziemlich geradlinig abwärts und vernachlässigen alle undeutlichen Pfadspuren, die nach links und rechts abzweigen. Später kommen wir an der Staufassung Las Presas vorbei, wobei der Weg hier von Steinmauern gesäumt ist. Die nach links abzweigende Allee mit Säulenzypressen beachten wir ebenfalls nicht. Der Weg senkt sich unmerklich und steuert auf den Rücken der Montaña de Las Presas zu. Wegweiser des Naturparks Tamadaba mit der Nr. 7 helfen uns. Wir umrunden den Montaña de Las Presas, wobei der breite Waldpfad von einem Wasserkanal begleitet wird.  
Wir kommen immer näher an die steiler werdende Westseite des Tamadaba heran und plötzlich fallen unsere Blicke 1000 Meter in die Tiefe auf den Barranco Oscuro, während wir an der Westseite bis zum Meer hinabsehen. Nach wenigen Minuten Quergang erreichen wir den Aussichtspunkt Mirador de la Vuelta de Paloma

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Mirador de Paloma, 860 m

, der eindrucksvolle Tiefblicke auf den wildreichen und unbesiedelten Abschnitt der Westküste zu Füßen des Tamadaba sowie auf das Tal von Agaete gewährt. Zusätzlich gibt es hier zahlreiche Eukalyptusbäume zu bewundern. Hinweistafeln des Naturparks informieren über die Tier- und Pflanzenwelt. Die Szenerie wechselt nun dramatisch. Wir haben den Kiefernwald verlassen und stehen unvermittelt in den Steilabbrüchen der Montaña de Las Presas, durch die sich der kunstvoll angelegte Weg nun abwärtsschlängelt. Die gut ausgebaute Trasse bringt die Schroffheit der Landschaft kaum zur Geltung, die sich dann später, bei einem Blick zurück, zeigt. Nach eineinhalb Stunden erreichen wir einen historischen Kultplatz der Altkanarier am Roque Bermeio

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Roque Bermeio, 654 m

, der die Form eines runden Plateaus mit etwa zehn Metern Durchmesser hat. Hier hat man früher das Getreide von den Feldterrassen der Umgebung mit Dreschflegeln bearbeitet. Haben wir zuvor grün bewachsene Hänge mit haushohen Felsblöcken durchquert, befinden wir uns hier im Bereich eines Lavaaschestromes, der in allen Braun- und Ockertönen schimmert.
Oberhalb des Dreschplatzes teilen sich die Wege. Der Weg nach links führt nach Agaete, jener nach rechts, als gepflasterter Saum­pfad, nach San Pedro

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San Pedro, 225 m

hinab.  Der Weg schwindelt sich meisterhaft durch den Steilabbruch und führt uns wenig später an der Felswand vorbei, in der sich die zahlreichen Höhlen Cuevas de Bibique der Ureinwohner befinden. Weiter abwärts im Verlauf des Saumpfades gelangen wir in einen schluchtartigen Hangeinschnitt, der fast senkrecht vom Tamadaba herabfällt und im Frühjahr Wasser führt. Hier ist eine kleine Quellfassung, an der man sich erfrischen kann.
Die folgende Schlucht ist nun mit dichter Vegetation verwachsen. Wir haben den Hauptabstieg hinter uns gebracht und der Weg schwenkt in die saftig grünen Hangterrassen oberhalb von San Pedro ein. Plötzlich umgeben uns Weiden, Mandelbäume und Palmen, während links vor uns die Siedlung mit den weißen Häusern immer deutlicher wird. Ab der ersten Finca von San Pedro wird der Weg von Straßenlaternen gesäumt und bringt uns durch die Hausgassen hindurch zum Fußballplatz des Ortes. Wir wandern nach links bis zur Hauptstraße hinab, die wir bei einer kleinen Bar erreichen.  
Dort folgen wir dem promenadenartig angelegten Treppenweg, der zunächst im Talgrund verläuft und mit Wegweisern markiert ist. Er schlängelt sich auf der orografisch rechten Seite an Häusern vorbei und leitet uns entlang von schönen Fincas aufwärts zur Talstraße GC-231. Wir folgen ihr nach rechts circa 800 Meter, bis nach der Bar Camino Las Casas in einer Linkskurve der Straße der alte Saumpfad in Richtung Los Berrazales und El Sao abzweigt. Gut ausgebaute Serpentinen führen teils steil durch den bewaldeten Hang Montaña de las Vueltas gegenüber dem Hotel Princesa Guayarmina, das durch die Kiefern hindurch scheint und immer weiter in die Ferne rückt. Nachdem wir 150 Höhenmeter aufgestiegen sind, strebt der Saumpfad auf eine Hangnase

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Hangnase, 560 m

zu, die durch einen Stromleitungsmast gut zu erkennen ist. Hier biegt der Pfad ins Tal ein und läuft hohlwegartig, von einer Steinmauer gesäumt, zuerst leicht abwärts und dann wieder aufwärts zur GC-231. Dieser folgen wir durch eine Senke, bis sie an einem Wendeplatz unterhalb von El Sao

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El Sao, 540 m

endet.
Die Wanderroute setzt sich links fort und zieht bei einem Wegweiser auf einer betonierten Piste steil aufwärts. Schon nach fünf Metern wechseln wir nach rechts auf den alten Verbindungsweg nach El Hornillo. Dieser windet sich in der Folge am Südrand von El Sao durch die dicht bewachsenen Hänge aufwärts, kommt immer wieder an Fincas vorbei und durchläuft anschließend eine kleine Schlucht, in der die Wassermühle Molino de Abajo steht. Danach folgt ein Abschnitt mit längeren Aufwärts- und kürzeren Abwärtspassagen, bis wir an einem Steilabbruch mit Höhlen vorbeikommen. Dann klettert der mit angenehmer Steigung angelegte Weg durch Trockenhänge und später Kulturterrassen nach El Hornillo

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El Hornillo, 765 m

empor.
Wir erreichen den kühn an den Hängen klebenden Weiler beim Kulturhaus, vor dem eine Aussichtsterrasse einen herrlichen Blick zurück ins Tal von Agaete ermöglicht. Hier endet auch die schmale Fahrstraße mit einer Umkehrschleife und einem kleinen Parkplatz. Der Rest des Dorfes mit den in den Felsen angelegten Wohnhäusern kann nur zu Fuß über Saumpfade und Treppenwege erreicht werden.
Für die Fortsetzung unserer Wegrunde benützen wir nun die asphaltierte Fahrstraße, die in südwestlicher Richtung über dem tief eingesenkten Tal verläuft. Nach mehreren Aussichtspunkten gelangen wir nach knapp einem Kilometer zu einer Kreuzung, bei der wir auf die Fahrstraße von Artenara nach Agaete treffen. Wir biegen nach rechts in die abwärtsführende Straße ein und steigen wenig später zum Stausee Presa de los Pérez auf. An der Mauer steht kühn über dem Abgrund ein größeres gelbes Haus.
Um zu unserem Ausgangspunkt am Tamadaba zu gelangen biegen wir nach rechts in die Hauseinfahrt ab (Wegweiser) und überqueren danach die Staumauer, um auf einen Waldpfad zu gelangen. Dieser schlängelt sich gut trassiert mit Spitzkehren durch den lichten Wald und gibt Blicke auf den Stausee frei. Nach einiger Zeit biegt in einer Serpentine nach links ein Weg in Richtung Lugarejos

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Lugarejos, 905 m

ab, während wir nach rechts weiter aufwärtswandern. Nachdem nach weiteren 20 Minuten der Großteil der Steigung überwunden ist, biegt der nun mit Nadeln bedeckte Pfad nach links den Hang hinauf und trifft auf die Weggabelung Siete Pinos

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Siete Pinos, 1291 m

. Sie fällt durch Steinmauern auf, die kurzzeitig links und rechts den Hauptweg säumen.
Geradeaus geht es noch ca. 100 Wegmeter hinauf zur Ringstraße und später zum Gipfel des Tamadaba, nach rechts folgt der Quergang, der mit leichtem Auf und Ab durch den eindrucksvollen, flechtenbehangenen Wald verläuft. Wegen des häufigen Passatnebels, der sich an den Hängen des Tamadaba staut, können sich hier lange Bartflechten entwickeln. Nach etwa 30 Minuten erreichen wir das Campingareal

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am Tamadaba, bei dem die Wanderung endet.

©  KOMPASS-Karten
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