• Über den Lötschepass
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Über den Lötschepass - Wandertour

Eine „Königstour“ über die Berner Alpen

10,8 km
05:15 h
730 hm
1150 hm
Start | Kandersteg, Bahnhof, 1170 m, gebührenpflichtiger Parkplatz. Mit der Bahn durch den Lötschbergtunnel zum Bahnhof Goppenstein; von dort mit dem Bus (Linie 591) zur Haltestelle Wiler (Lötschen) bei der Talstation der Luftseilbahn Wiler-Lauchernalp, 1395 m. Mit der Seilbahn zur Station Lauchernalp, 1969 m (www.loetschental.ch/de/bergbahnen). Rückfahrt von Selde (Selden) im Gasteretal zum Bahnhof Kandersteg mit dem Taxibus (unbedingt vor der Tour reservieren unter Tel. +41 33 671 11 72, für Gruppen +41 33 671 11 71, http://kander-reisen.ch). [GPS: UTM Zone 32 x: 405.818 m y: 5.140.494 m]
Charakter | Hochalpine Passüberquerung auf guten, aber stellenweise steilen und felsigen Pfaden (kurze Passagen sind ausgesetzt und gesichert), eine kurze und meist unproblematische Gletscherquerung (T3). Bis in den Sommer hinein können Altschneefelder Probleme bereiten. Die Lötschenpasshütte empfiehlt sich nicht nur für eine Einkehr, sondern auch für eine Übernachtung!

Funde aus dem Lötschegletscher belegen, dass die Menschen den Lötschepass (oder Lötschenpass) schon in der Bronzezeit überschritten haben. Bis ins Mittelalter hatte der 2690 Meter hoch gelegene Einschnitt in einem besonders wilden Abschnitt der Berner Alpen grosse Bedeutung für den Handel zwischen dem Wallis und der Zentralschweiz; wahrscheinlich sind auch die ersten Bewohner des Gasterntals aus dem Süden eingewandert. Ein Vorgänger des heutigen Passkreuzes wurde schon 1352 urkundlich erwähnt, doch schon wenig später war der Pass Schauplatz blutiger Auseinandersetzungen zwischen hüben und drüben. Noch im 17. Jahrhundert blieb der von den mittlerweile reformierten Bernern begonnene Bau eines breiteren Saumwegs im katholisch gebliebenen Süden keine Fortsetzung. Einige der damals in Trockensteintechnik aufgemauerten Wegpassagen sind oberhalb des Lötschegletschers erhalten geblieben (der Abschnitt durch die darunter abbrechende Felsflanke ist jedoch wegen anhaltender Steinschlaggefahr nicht mehr begehbar). 1519 entstand auf der Passhöhe eine erste bescheidene Unterkunft. Die heutige Lötschenpasshütte geht auf einen militärischen Wachposten aus dem 19. Jahrhundert zurück und wurde inzwischen zu einer komfortablen Unterkunft in einer hochalpinen Traumlandschaft ausgebaut. Heute gilt die Wanderroute über den Pass als einer der „klassischen“ Gebirgsübergänge der Schweiz – berühmt für die fantastische Sicht zu den Walliser Bergriesen und spannend wegen der Querung des Gletschereises.

Wolfgang Heitzmann

Tourenverlauf

Tourenbeschreibung

01
Lauchernalp, 1969 m

▶ Gegenüber der Seilbahnstation auf der Lauchernalp führt ein Kiesweg mit der Beschilderung „Lötschenpass, Kandersteg“ geradewegs hinauf zu den Hütten von Tilgi (2030 m). Dort verlassen Sie den Lötschentaler Höhenweg nach links und wandern neben einer Sesselbahn bergan. Von der nächsten Gabelung folgen Sie der Beschilderung „Lauchernalp/Stafel, Lötschenpass“ rechts zu einer asphaltierten Strasse, auf der Sie rechts weitergehen. Nach etwa 50 m schwenken Sie links auf den Fahrweg Richtung „Berghaus Lauchernalp“ ein und zweigen beim nahen Rastplatz neben der Kapelle nochmals scharf links ab. Nun wandern Sie auf dem Lötschberg Panoramaweg Nr. 56 am Berghaus vorbei, steigen durch die Alpmatten unter dem Arbächnubel an und unterqueren ein letztes Mal eine Bergbahn. Dann geht’s zu den aussichtsreichen Mälcherbeden (2285 m) hinauf und geradeaus ins Kar unter dem felsigen Hockenhorn (3293 m) weiter. Steiler ansteigend erreichen Sie nach 1:30 h die Anhöhe Sattlegi

02
Sattlegi, 2566 m

(2566 m), von der Sie den Talschluss mit dem Langgletscher, das mächtige Bietschhorn (3934 m) und auch die ersten Viertausender jenseits des Rhonetals (u. a. der Dom, 4545 m) erblicken.
Nun wird das Gelände alpiner und rauer; bei der weiteren Querung nach Westen müssen da und dort ein paar Felsstufen überwunden werden. Wo das mächtige Ferdenrothorn (3180 m) und das Balmhorn (3698 m) in Sicht kommen, führt der Pfad über flacheres Schuttgelände, glatt geschliffene Gesteinsplatten und an kleinen Seen vorbei. Nach 1:00 h stehen Sie schliesslich in der breiten Senke des Lötschenpasses

03
Lötschenpass, 2690 m

(2690 m) vor der gleichnamigen Hütte.
Der Wegweiser „Gfällalp, Gastern/Selden, Kandersteg“ gibt die Richtung für den Abstieg vor. Der Pfad sinkt zunächst nur sanft nach Norden ab und gibt bald den Blick links zum schmalen Lötschegletscher unter dem riesenhaften Balmhorn frei. Dann geht’s wesentlich steiler in Serpentinen bergab; einzelne Felspassagen des historischen Weges sind mit Stahlseilen gesichert. Von der rechten Seitenmoräne

04
Seitenmoräne, 2405 m

(2405 m) zeigt ein Wegweiser links hinab zum „ewigen“ Eis, das hier weitgehend von Schutt bedeckt ist. Metallene Markierungspfosten weisen die beste Route über den Gletscher, auf dem man kleine Schmelzwasserrinnen überschreiten muss. Während der etwa 300 m langen Überquerung wird rechts der Blick zum Kanderfirn unter der Blüemlisalp (3661 m) und ins wilde Gasteretal am Fuss des Doldenhorns (3638 m) frei. Danach überwindet der Pfad zwei ausgesetzte Schuttrinnen und schlängelt sich durch die steilen Grashänge neben der felsigen Talstufe unter dem Gletscher in die Schönbüel-Mulde (1993 m) hinunter. Von einer grasigen Anhöhe steigen Sie dann durch Waldhänge zur Gfelalp

05
Gfelalp, 1847 m

(1847 m) ab. 2:00 h.
Zuletzt führt der Pfad in vielen Kehren durch steile Waldhänge im Hörbereich der Kaskaden des Leitibachs ins Gasteretal abwärts. Von der untersten Gabelung kommen Sie rechts zur Hängebrücke, die das breite Schuttbett der jungen Kander überspannt, zum Hotel Steinbock im Weiler Selde (Selden) 

06
Selde, 1545 m

(1545 m). Auf der dort erreichten Asphaltstrasse gelangt man rechts zum 150 m entfernten Hotel Gasterntal – bei beiden Einkehrstationen hält der Taxibus, der zum Bahnhof Kandersteg hinausfährt. 45 Minuten.

©  KOMPASS-Karten
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