Schnee-Knigge: Benimmregeln für Wintersportler

Beim Wintersport sollten Skitourengeher, Snowboarder, Skifahrer und Schneeschuhwanderer einige Regeln beachten, um Rücksicht auf die Natur und andere Sportler zu nehmen.

Vor mehr als zwanzig Jahren wurde vom Deutschen Alpenverein das Projekt „Skibergsteigen umweltfreundlich“ ins Leben gerufen. Damit möchte der DAV einen Beitrag zur naturverträglichen Ausübung und zur nachhaltigen Sicherung des Tourenskilaufs in den Alpen leisten.

Wald-Wild-Schongebiete

In den vergangenen Jahren wurden vom DAV mehr als 500 Skitouren im deutschen Alpenraum auf ihre Naturverträglichkeit geprüft. Gleichzeitig wurden mehr als zweihundert Wild-Schongebiete ausgewiesen, in denen Wildtiere vor Störungen und Beeinträchtigungen geschützt werden. Für Tiere wie Rotwild, Schneehase und Raufußhühner ist die Winterzeit schon schwer genug. Wenn dann auch noch Skitourengeher oder Schneeschuhwanderer durch ihre Rückzugsgebiete laufen, sorgt das bei den Tieren nur für unnötigen Stress. Deshalb empfiehlt der DAV diese ausgeschilderten Schongebiete bei Wintersportaktivitäten zu umgehen und so Flora und Fauna zu schützen. Generell sollte man sich in Waldgebieten ruhig verhalten und nicht allzu viel Lärm machen, um die tierischen Waldbewohner nicht aufzuschrecken. Zu dichten Baum- oder Strauchgruppen unbedingt reichlich Abstand halten – es könnten sich Wildtiere im Dickicht verstecken. Auch Futterstellen müssen großräumig umgangen werden.

Nach Möglichkeit sollte man bei Skitouren oder Schneeschuhwanderungen auf den markierten Wegen oder üblichen Skirouten bleiben. Nicht nur um Tieren auszuweichen, sondern auch, um aufgeforstete Flächen und junge Bäume zu schonen. Skitouren und Schneeschuhtouren dürfen außerdem nur bei einer dicken Schneedecke durchgeführt werden, damit keine Pflanzen oder der Waldboden beschädigt werden.

Regeln für Skitouren auf Pisten

Ihr wollt auf eurer Ski- oder Schneeschuhtour auf einer präparierten Skipiste laufen? Dann solltet ihr einige Dinge beachten, damit ihr euch und die abfahrenden Skifahrer nicht gefährdet. Die wohl wichtigste Regel für Skitouren auf der Piste ist, dass immer nur am Pistenrand aufgestiegen wird. In einer Gruppe müsst ihr immer hintereinander und niemals nebeneinander gehen. Die Skifahrer und Snowboarder solltet ihr immer im Blick behalten. Achtet stets auf Warnhinweise oder Sperrungen der Piste sowie allgemeine alpine Gefahren, wie etwa die Lawinengefahr. Die Piste darf in unübersichtlichen Bereich keinesfalls gequert werden. Auch bei Kuppen, engen Passagen und vereisten Pisten müsst ihr besonders vorsichtig sein.

Wer seinen Ausflug in die Winterlandschaft besonders umweltfreundlich gestalten möchte, nutzt die öffentlichen Verkehrsmittel, um zum Ausgangsort der Skitour zu kommen. Und noch umweltschonender ist es, mehrtägige Touren zu unternehmen statt vieler Tagesausflüge.

Welche Regeln gelten auf der Skipiste?

Auf der Piste ist man nur selten allein unterwegs. Daher ist Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme besonders wichtig. Um dies zu gewährleisten, hat der internationale Skiverband FIS zehn Verhaltensregeln aufgestellt. Die FIS-Regeln gelten weltweit auf Skipisten und sollen Unfälle und rücksichtsloses Verhalten vermeiden.

  • Rücksicht auf die anderen Skifahrer und Snowboarder: Jeder Skifahrer und Snowboarder muss sich so verhalten, dass er keinen anderen gefährdet oder schädigt.
  • Beherrschung der Geschwindigkeit und der Fahrweise: Jeder Skifahrer und Snowboarder muss auf Sicht fahren und seine Geschwindigkeit und Fahrweise dem Können, dem Gelände und den aktuellen Wetterverhältnissen angepasst werden.
  • Wahl der Fahrspur: Der hinten fahrende Skifahrer oder Snowboarder muss seine Fahrspur so wählen, dass er vor ihm fahrende Skifahrer und Snowboarder nicht gefährdet.
  • Überholen: Überholt werden darf immer, aber nur mit einem sicheren Abstand, der dem überholten Skifahrer oder Snowboarder genügend Raum lässt.
  • Einfahren und Anfahren: Nach jedem Halt muss sich der Skifahrer oder Snowboarder vergewissern, dass er beim erneuten Anfahren niemanden behindert oder gefährdet.
  • Anhalten: Es sollte nicht grundlos an engen oder unübersichtlichen Stellen angehalten werden. Stürzt man, sollten solche Stellen nach Möglichkeit möglichst schnell wieder freigemacht werden.
  • Aufstieg und Abstieg: Auf- oder absteigende Skifahrer und Snowboarder sollten den Pistenrand nutzen.
  • Beachten der Zeichen: Alle Skifahrer und Snowboarder müssen die Pisten-Markierungen und Hinweise beachten.
  • Hilfeleistung: Bei Unfällen ist jeder Skifahrer und Snowboarder verpflichtet, Hilfe zu leisten.
  • Ausweispflicht: Jeder Skifahrer und Snowboarder ist dazu verpflichtet, im Falle eines Unfalls – egal ob als Beteiligter oder als Zeuge – seine Personalien anzugeben.