Digitale Karten für die Navigation

Verwendet ihr auf Wanderungen ein Smartphone für die Navigation oder greift ihr auf die Printkarte zurück? Wir zeigen euch die Vor- und Nachteile von Digital- und Printkarten.

Die digitale Welt entwickelt sich immer weiter und macht auch vor der Kartografie nicht Halt. Gut so, denn dadurch ergeben sich neue Möglichkeiten, um Wanderungen zu planen, Bergtouren aufzuzeichnen oder einen virtuellen Flug über die erstellte Tour am Computer zu unternehmen. Außerdem bringt die neue Technik in manchen Dingen Erleichterung, wie beispielsweise ein GPS-Gerät oder ein Smartphone, wenn man wieder einmal etwas orientierungslos im Wald steht. Ob digitale Karte oder Papierkarte, beides bietet sowohl Vor- als natürlich auch ein paar Nachteile. Am besten bedient seid ihr, wenn ihr mit beiden Varianten vertraut seid und sie ergänzend nutzt.

 

Raster- vs. Vektorkarten

Immer mehr Kartenverlage bieten auch digitale Karten an. Damit kann eine Tour schon vorab zu Hause auf dem Computer gut geplant werden. Es lassen sich zwei verschiedene Arten von digitalen Karten unterscheiden: die Raster- und die Vektorkarte.

Rasterkarten bestehen aus einzelnen Bildpunkten (Pixel) und sind daher den digitalen Bildern sehr ähnlich. Der Unterschied besteht darin, dass jedem Bildpunkt der Rasterkarte ein Punkt auf der Oberfläche der Erde zugeordnet werden kann. Vergrößert man einen bestimmten Ausschnitt der Karte auf dem Bildschirm, werden die kleinen Bildpunkte sichtbar. Bei einer zu großen Zoomstufe wird das Bild deshalb unscharf. Die Ansicht einer digitalen Rasterkarte gleicht jener der gewohnten Papierkarte.

Vektorkarten unterscheiden sich von Rasterkarten darin, dass das Gelände nicht aus Pixeln besteht, sondern in ein Koordinatensystem eingetragen und mit Linien verbunden wird. Die Kartensoftware von Vektorkarten greift auf eine Datenbank zu und generiert damit einen Ausschnitt vom gewünschten Gebiet. Infolgedessen gibt es in diesem Fall keine klassische Karte an sich wie bei den Rasterkarten, was den Vorteil hat, dass die Dateien kleiner und kompakter sind. Die Ansicht entspricht dem von Autonavigationsgeräten. Im Gegensatz zu den Rasterkarten wird bei einem großen Zoom das Bild nicht unscharf. Zudem sind Vektorkarten auch routingfähig. Gibt man ein Ziel ein, berechnet die Kartensoftware automatisch eine Route.

 

PC-Anwedungen

Wenn ihr gerne wandern geht und Touren auch selbst planen wollt, ist der Erwerb einer Software eine Überlegung wert. Mit dieser könnt ihr Touren selbst einzeichnen und sehen auf einen Blick die Länge der Wanderung und wie viele Höhenmeter überwunden werden müssen. Auch ein Höhenprofil kann angezeigt werden. Mit diesen Informationen könnt ihr besser abschätzen, ob die bestimmte Tour rein konditionell gut geschafft werden kann.

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Die KOMPASS-DVD bietet die zusätzliche Möglichkeit, die Tour im 3-D Modus „abzufliegen“. Dadurch kann man sehr realistisch sehen, wo es bergauf bzw. -ab gehen wird. Habt ihr eine Tour eingezeichnet, kann diese natürlich auch auf einem federleichten Blatt Papier ausgedruckt werden und das beliebig oft. Auf der KOMPASS-DVD ist es sogar möglich, sich eine Detailkarte in einem Maßstab von unter 1:20.000 auszudrucken. Habt ihr ein GPS-Gerät oder ein Smartphone zur Verfügung, könnt ihr euch die gesamte Tour als Track vom PC auf dieses Gerät übertragen und damit wandern gehen.

Mit einer Software können aber auch Touren aus verschiedenen Portalen im Internet importiert und verwaltet werden. KOMPASS bietet die neue Funktion an, die digitale Karte auf ein Garmin- oder TEASI-Gerät zu spielen oder in der KOMPASS-Karten App zu verwenden.

 

Web-Anwendungen

Im Internet lassen sich viele verschiedene Portale finden, in denen Touren angeboten werden. Es handelt sich hierbei um Touren, die von privaten Nutzern ins Netz gestellt werden (ungeprüfte Touren), um Touren, die von Tourismusverbänden zur Verfügung gestellt werden und um Touren, die redaktionell aufbereitet wurden. Die Auswahl ist riesig und je nach Region gibt es unterschiedliche kleinere und größere Portale, die in ihrem jeweiligen Gebiet teils sehr gute Touren anbieten.

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Um einen Überblick über dieses Überangebot zu erhalten, müsst ihr euch Zeit nehmen und die Portale durchstöbern. Auch viele kleinere Portale haben gute Touren, die es wert sind, dass man einen Blick darauf wirft. Auf vielen Portalen beruht die Kartografie auf der weltweit verfügbaren Community-Karte OpenStreetMap (OSM).

Auch im Internet lassen sich Touren selber planen, beispielsweise auf unserer Homepage. Hier wird eine gpx-Datei erstellt, die dann auf ein GPS-Gerät oder das Smartphone übertragen werden kann.

 

GPS-Geräte

Wer regelmäßig Wander- bzw. Bergtouren unternimmt, sollte in jedem Fall eine Wanderkarte in gedruckter Form und ein GPS-Gerät bei sich haben. Dadurch wählt man bei Weggabelungen stets den richtigen Weg und behält die Übersicht. Besonders bei langen und anspruchsvollen Touren ist ein robustes GPS-Gerät von Vorteil. Kommt man zu Sturz, zerfällt es nicht gleich in sämtliche Einzelteile, sondern sollte durch das stabile Gehäuse unbeschadet bleiben. Außerdem ist es wasserdicht und es ist möglich, auch bei starkem Sonnenlicht etwas auf dem transflektiven Display zu erkennen und abzulesen.

Einsteigermodelle, für all jene, die nur selten auf Tour sind, gibt es bereits für unter 200 Euro. Diese Geräte sind mit den wichtigsten Funktionen ausgestattet. Sie können die aktuelle Position bestimmen, den Längen- und Breitengrad anzeigen, was u. a. bei einem Notfall wichtig ist, von einem Punkt zum nächsten navigieren und eine Tour aufzeichnen. Diese einfachen Modelle verfügen meist über kostenfreies Kartenmaterial und spezielle Funktionen wie beispielsweise die elektronische Schnitzeljagd, „Geocaching“ genannt.

Wer etwas mehr Geld ausgeben kann und will, wählt ein Modell in mittlerer Preisklasse, zwischen 200 und 400 Euro. Die mitgelieferten Karten sind genauer und oft auch routingfähig. Die Geräte finden automatisch Wege und liefern Abbiegehinweise durch Vibration. Somit ist es dem Navi im Auto recht ähnlich.

Nach oben gibt es wie so oft keine Grenzen. Profimodelle sind ab 400 Euro zu erwerben und bieten die umfangreichsten und besten Funktionen. Neben einem hervorragenden Empfang und einem äußerst robusten Gehäuse bestechen diese Modelle mit der Vorinstallation eines vielfältigen Angebots an Karten. Sowohl routingfähige topografische Landkarten als auch Straßenkarten gehören hier zum Lieferumfang.

Habt ihr euch für ein Gerät entschieden, solltet ihr euch auch die Zeit nehmen, um euch damit vertraut zu machen. Dies kann oftmals durchaus länger dauern. Für die Outdoor-Navigation empfiehlt es sich, eine Tour am PC zu planen und anschließend auf das GPS-Gerät zu übertragen. Auch um Updates zu installieren, ist es notwendig, das Gerät mit dem Computer zu verbinden. Ansonsten arbeiten GPS-Geräte ohne Mobilfunkverbindung, was vor allem den Vorteil bringt, dass man im Ausland keine teuren Roaming-Gebühren zahlen muss.

 

Smartphone

Schon aus Gründen der Sicherheit werden Mobiltelefone fast immer auf Wandertouren mitgenommen. Im Ernstfall kann so rasch Hilfe geholt werden. Moderne Geräte, sogenannte Smartphones, können heute aber noch viel mehr, nämlich all das, was auch ein GPS-Gerät kann. Trotzdem gibt es den einen oder anderen Nachteil, dem Sie, als regelmäßiger Wanderer Aufmerksamkeit schenken sollten. Da Smartphones – bis auf Ausnahme einiger Android-Geräte – nicht wasser- und staubdicht sind, sollte auf Wandertouren auf ein Schutzgehäuse nicht verzichtet werden. Dadurch ist es auch bei Stürzen etwas geschützt.

Die großen Displays der heutigen Smartphones scheinen geradezu perfekt für die Outdoor-Navigation, doch sind sie leider im Sonnenlicht schwer abzulesen. Hier bietet ein GPS-Gerät mit seinem transflektiven Display bessere Dienste. Außerdem verbraucht die Kartendarstellung und die Hintergrundbeleuchtung eines Smartphones viel Energie. Für Apple-Geräte empfiehlt es sich, eine Power Bank zu kaufen, ein transportables Ladegerät mit Batterien oder Solarzellen, das an das Smartphone angeschlossen werden kann und dessen Energie wieder auflädt.

Der klare Vorteil von Smartphones ist, dass auf Informationen wie aktuelle Karten etc., die online zur Verfügung stehen, ständig zurückgegriffen werden kann. Vorausgesetzt natürlich, man hat eine Mobilfunkverbindung und ist nicht im Ausland, wo Roaming-Gebühren anfallen.

Viele Navi-Apps können über das Internet kostenlos installiert werden. Gute Wander-Apps sind fähig, am PC geplante Touren in Form von GPX-Dateien zu laden und darzustellen. Sie zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie auch ohne Mobilfunkverbindung – also wenn das Smartphone im Offline-Modus ist – einwandfrei funktionieren.

Die KOMPASS-Karten App bietet, sofern das Telefon im Online-Betrieb ist, ein Live-Tracking an. So können die Zuhausegebliebenen mitverfolgen, wo sich der ambitionierte Wanderer gerade befindet.

Wer also unterwegs navigieren oder seine Tour aufzeichnen möchte, kann durchaus auf das Smartphone als Orientierungs- und Navigationsgerät zurückgreifen.

 

Digital- vs. Papierkarte

Digitale Karte oder Papierkarte? Was passt für euch am besten? Eine gedruckte Karte bietet den Vorteil, dass sie keine Batterien braucht und bei einem Sturz nicht gleich kaputt geht. Zudem bietet sie eine gute Übersicht, sodass man einen besseren Überblick vom jeweiligen Wandergebiet erhält. Wollen mehrere Personen, beispielsweise bei einer Rast, sehen, wie der Weg weitergeht und welcher Berg sich vor ihnen erhebt, ist dies mit einer Papierkarte wesentlich leichter und einfacher als mit dem Smartphone oder dem GPS-Gerät.

GPS-Geräte und Smartphones haben den Vorteil, dass man damit – dank GPS – stets weiß, wo man sich gerade befindet und die genaue Position immer abrufbar ist. Außerdem ist es mit diesen Geräten auch möglich, sich navigieren zu lassen, um von A nach B zu kommen. Somit ist es nicht notwendig, ein guter Kartenleser zu sein. Ein weiterer Vorteil ist es, dass am PC geplante Touren leicht auf ein GPS-Gerät oder Smartphone übertragen werden können.

Im Grunde muss jeder für sich selbst herausfinden, ob es ihm lieber ist, mit einer Papierkarte oder einem Smartphone/GPS-Gerät auf dem Weg zu sein. Beides ergänzt sich auf jeden Fall sehr gut, vereint all die Vorteile und minimiert somit mögliche Nachteile.


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