Seit einigen Jahren kämpft die Mittelmeerinsel Mallorca gegen ihr Image als Partyinsel. Völlig zu Recht, denn abseits der Feier- und Touristenhochburg Palma hat die Insel weit mehr zu bieten als nur Strand und Meer. Dort lassen sich die ursprünglichen Seiten und unberührten Landschaften der Baleareninsel entdecken und die Natur- und Landschaftsvielfalt sowie die zahlreichen Tourenmöglichkeiten sind ideale Voraussetzungen für Wanderer und Radfahrer.

 

Mandelblüte auf Mallorca

Der mallorquinische Frühling gilt als beste Wanderzeit. Zwischen Februar und Mai sind die Temperaturen noch angenehm mild, während sie im Sommer auf bis zu 40 Grad klettern und es für Wanderungen in den Bergen schnell zu heiß wird. Deshalb zieht es Wanderer und Radsportler überwiegend im Frühling und Herbst auf die Insel.

Mallorca ist dank seiner weitläufigen Öl- und Zitrusbaumhaine immer grün, nur die Mandel- und Feigenbäume verlieren im Winter für kurze Zeit ihre Blätter. In den Frühjahrsmonaten, lange bevor die sonnenhungrigen Massen nach Mallorca reisen, ist die Insel landschaftlich ein echtes Highlight: in den ersten Monaten des Jahres stehen die Mandelbäume der Insel in voller Blüte. Etwa sieben Millionen Mandelbäume verwandeln Mallorca während dieser Zeit in ein weiß- und rosafarbendes Blütenmeer. Vor allem im Westen der Insel finden sich viele Mandelbaumplantagen.

 

Serra de Tramuntana

Das größte Gebirge der Insel ist die Serra de Tramuntana, die sich auf 90 Kilometer Länge und 20 Kilometer Breite zwischen dem Südwesten und der Halbinsel Formentor im Norden erstreckt. Die spektakuläre Felslandschaft mit ihren Steineichenwäldern, uralten Landgütern und tiefen Schluchten wurde vor einigen Jahren von der UNESCO zum Welterbe erklärt. Insgesamt zehn 1.000 Meter hohe Gipfel erheben sich in der Serra de Tramuntana über die Insel. Mit 1.445 Metern ist der Puig Major der höchste Berg Mallorcas.

Durch die Serra de Tramuntana führt der knapp 130 Kilometer lange Fernwanderweg GR-221. Auf ihm kann das Gebirge von Port d’Andratx bis nach Pollença durchwandert werden. Der anspruchsvolle Wanderweg, der auch „Gran Recorrido“ genannt wird, führt streckenweise durch alpines Gelände. Fernab von besiedelten Gebieten ist der Massentourismus hier noch nicht angekommen und so kann die wilde, ursprüngliche Vegetation ungestört genossen werden. Wer den GR-221 nicht in seiner gesamten Länge bewandern möchte, kann auch Teilstrecken als zwei- oder dreitägige Touren laufen.

Auch im Norden Mallorcas finden sich zahlreiche Wandermöglichkeiten entlang der wilden Küsten. Hier erstrecken sich unberührte Landschaften mit idyllischen Buchten und steilen Klippen, im nördlichen Hinterland gibt es Naturparks mit Sümpfen und einer großartigen Pflanzen- und Tiervielfalt. Wer zwischen Wanderungen oder Radtouren eine Pause einlegen und sich ein wenig Kultur gönnen möchte, kommt in kleinen Städten wie Alcúdia und Pollença auf seine Kosten. Neben historischen Überresten von Bauwerken gibt es in den Kleinstädten ein breites kulturelles Angebot wie Ausstellungen und Konzerte.

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© Foto: iStockphoto.com/pkazmierczak

Veröffentlicht am 06. März 2017