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Wandern rund um Meran

Meran überzeugt nicht nur mit seinem milden Klima, sondern hat in der Umgebung auch unzählige Wanderwege und Höhenwege zu bieten.

Meran – da denkt man an südliches Flair, an belebte Straßencafés, an Palmen und üppige Blütenpracht. Wenn der Winter die Nordseite der Alpen noch fest im Griff hat, weht bereits ein Hauch von Frühling durch die Gassen der alten Kurstadt.

Man flaniert über die Promenaden, begleitet vom unablässigen Rauschen der Passer. Lässt sich durch das geschäftige Leben unter den Lauben treiben. Reist gedanklich in die Zeit, da sich der europäische Adel, Künstler und Literaten in dieser Stadt ein Stelldichein gaben. Sitzt schließlich in einem der Cafés und blickt, die Cappuccino-Tasse in der Hand, hinauf zu den Bergen vor den Toren der Passerstadt: die schroffen Flanken der Texelgruppe, der felsige Wall des Ifingers, der waldige Walfischrücken des Marlinger Bergs. Tourenpläne werden geschmiedet. Wo soll es hingehen? Hinauf ins raue Gebirge der Texelgruppe, zu einsamen Hochtälern, wildromantischen Bergseen und aussichtsreichen Gipfeln? An den Fuß der Ötztaler Gletscherriesen? Auf eine urige Alm zu Wein und Speck? Zu alten, sonnenverbrannten Höfen in oft schwindelerregender Lage? Oder ganz gemütlich entlang eines Waals, der durch idyllische Obstwiesen plätschert?  Rund um Meran ist alles möglich. Man hat die Qual der Wahl. Und mit Sicherheit wird jeder seine persönliche Traumtour finden.

Das Gebiet rund um Meran

Die Wanderregion rund um Meran reicht vom Timmelsjoch und dem Jaufenpass im Norden über das Passeiertal bis zum Talkessel von Meran. Sie schließt außerdem das mittlere Etschtal mit dem Tschögglberg sowie das Ultental und den Deutschnonsberg ein.

Brenner, Sterzing, Bozen, schließlich auf der „MeBo“, der Schnellstraße zwischen Meran und Bozen, zum Stadtrand von Meran – das ist der bequemste Weg. Doch es lohnt sich, bereits in Sterzing die Rennstrecke Richtung Süden zu verlassen und sich auf einem jahrhundertealten Passübergang Meran anzunähern. Unzählige Keh­­ren schlängeln sich den Jaufenpass hinauf, bis einem das Meraner Land zu Füßen liegt.

Ein Land der Kontraste: Nur wenige Kilometer Luftlinie trennen die kargen Hochflächen, wilden Täler und Kare und felsigen Gipfel der Texelgruppe von den Talböden des Meraner Beckens und des Etschtals, wo Obstkulturen und Weinreben reiche Frucht tragen und in Gärten mediterrane und subtropische Vegetation wuchert. Am Ötztaler Hauptkamm oder im Ultental wandert man im Angesicht der Gletscherriesen. Um Meran schlendert man über Promenaden unter Palmen und Zypressen oder folgt einem beschaulichen Waalweg. Steil sind die Hän­ge über dem Passeiertal, in die sich enge, schroffe Täler schneiden. Sanfte waldige Hügel be­stim­men dagegen das Landschaftsbild der Mittelgebirgsterrassen von Hafling und Tisens oder des Deutschnonsbergs. Ge­mütliche Almwanderungen sind ebenso möglich wie lange Hüttenanstiege und anspruchsvolle Gipfelbesteigungen.

Die Region ist reich an Geschichte und Kultur. Meran war einst die Hauptstadt Tirols, und Andreas Hofer zog von seiner Heimat, dem Passeiertal, in den Tiroler Freiheitskampf gegen Bay­ern und Franzosen. Zahlreiche Burgen, Schlösser, Kirchen und prähistorische Fundstätten säumen die Wege. Wanderungen zu hoch gelegenen Bergbauernhöfen und Almen führen durch eine jahr­hundertealte Kulturlandschaft. Das leibliche Wohl kommt in Südtirol auf keinen Fall zu kurz. Auf fast jeder Tour laden bewirtschaftete Almen, Hütten und Berggasthöfe zu einer ausgiebigen Rast ein.

Die Touren führen in die Ötztaler und Stubaier Alpen, in die Te­xelgrup­pe, die westlichen Sarntaler Berge und das nordöstliche Ortlergebirge. Seilbahnen und Lifte erschließen vor allem die Sarntaler Berge und die südöstliche Texelgruppe. Straßen führen weit hi­nauf zu den vielen Höfen, so dass hoch gelegene Ausgangspunkte leicht zu erreichen sind.

Der Meraner Höhenweg

Der Meraner Höhenweg umrundet auf einer Länge von rund hundert Kilometern den zentralen Teil des Naturparks Texelgruppe, Für die gesamte Strecke ist man fünf bis sechs Tage unterwegs und erlebt dabei die vielfältige Landschaft des Naturparks mit seinen verschiedenen Höhenstufen. Im Norden führt der Höhenweg in hochalpines Gebiet und erreicht auf dem Eisjöchl mit 2.908 m seinen höchsten Punkt. Der südliche Teil verläuft zwischen 1.100 und 1.800 m über dem Passeiertal, dem Meraner Becken und dem Vinschgau vorbei an zahlreichen Bergbauernhöfen und bietet schöne Ausblicke in die Dolomiten. Übernachtungsmöglichkeiten bestehen in Hütten und Berggasthäusern (Reservierung empfehlenswert). Der Höhenweg kann wegen der zahlreichen An- und Abstiegswege beliebig begonnen und unterbrochen werden. Ausgesetzte Stellen sind gesichert, dennoch sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich.