Extrembergsteiger Ueli Steck wird oft als „Schweizer Maschine“ bezeichnet – zu Recht. Etliche Schnellkletter-Projekte hat er in Rekordzeit bewältigt. Zu seinen wichtigsten Erfolgen zählte der Rekord in der Speed-Besteigung der Eiger-Nordwand, den er viele Jahre hielt. Nun ist ihm eine weitere Rekordleistung gelungen: Innerhalb von nur zwei Monaten hat er alle Viertausender im Alpenraum bestiegen, 82 an der Zahl.

Ursprünglich wollte Ueli Steck das Projekt „82 Summits“ innerhalb von 80 Tagen schaffen. Dieses selbstgesteckte Ziel hat er sogar unterboten, denn bereits nach 61 Tagen stand er am 11. August auf dem Barre des Écrins (4.102 m) in den französischen Dauphiné-Alpen und schloss sein Projekt damit ab. Ueli Steck machte es sich bei diesem ehrgeizigen Schnellkletter-Projekt nicht leicht: Bei sämtlichen Gipfelbesteigungen war er nur mit einem Seil und einer Trinkflasche ausgerüstet. Zwischen den einzelnen Etappen verzichtete der Schweizer auf motorisierte Fortbewegung und ging entweder zu Fuß oder nutzte das Rad, um vom einen zum nächsten Viertausender zu kommen.

Vor Beginn des Projekts hatte der Bergsteiger erklärt, dass er den Rekordversuch vor allem dazu nutzen wolle, seine Freude am Bergsteigen zurückzugewinnen. In den vergangenen Jahren gab es einige Ereignisse, die seine Lust auf die Berge getrübt haben. Unter anderem musste er sich nach seiner Annapurna-Besteigung gegen Vorwürfe verteidigen, es gäbe keinen Beweis, dass er tatsächlich auf dem Gipfel gewesen sei. Ein weiterer Schicksalsschlag ereignete sich 2014 am Shishapangma, als nur wenige Meter neben ihm die beiden Bergsteiger Sebastian Haag und Andrea Zambaldi von einer Lawine mitgerissen wurden und ums Leben kamen. Und auch dieses Mal wurde der Gipfelmarathon von einem tragischen Ereignis überschattet: Am 23. Juli verunglückte Stecks Begleiter Martijn Seuren bei der Besteigung des Mont Blancs tödlich.

Nach dem erfolgreichen Abschluss bezeichnete Ueli Steck den Kletterrekord dennoch als tolles Projekt: „Für mich war das eine sehr schöne Erfahrung, eine sehr schöne Reise“. Sein nächstes Bergprojekt wird sicherlich nicht lange auf sich warten lassen.