1,6 °C
07:11 Uhr
16:11 Uhr

Bergtour, Tirol, Österreich: Drei-Tage-Tour im Verwall

Streckeninformationen

Kurzbeschreibung:

St. Anton am Arlberg in Tirol

Tour-Character:

Mehrtagestour mit zwei Hüttenübernachtungen. Nur bei stabiler Schönwetterlage zu empfehlen. Bergerfahrung notwendig. Äußerst abwechslungsreiche Landschaftsbilder.

1. Tag: Mäßige Auf- und Abstiege auf schmalem Bergweg. Das Mittelstück der Tour verläuft auf einem Panorama-Höhenweg. Rot-weiß-rot markiert.

2. Tag: Hochalpiner Steig weiß-blauweiß markiert. Ausdauer, Kondition und Trittsicherheit erforderlich. Erhebliche Höhenunterschiede mit einigen Steilpassagen.

3. Tag: Talauswärts durch das Verwalltal auf Fahrstraße und zum Schluss auf gesichertem Steig durch die Rosannaschlucht nach St. Anton.

Ausgangspunkt/Start: St. Christoph a.A. (Parkplatz/Bushaltestelle) 1.765m.

Tourenbeschreibung: Eine Mehrtagestour ist immer etwas Besonderes und erfordert eine gute Planung. Vor allem für die Übergänge am zweiten Tag sollte man eine stabile Wetterlage wählen und sich vorher über die Wegbeschaffenheit informieren.1. TagDie spannende Hüttentour nimmt ihren Anfang wenig unterhalb des Arlbergpasses in St. Christoph. Gleich zwei Aufstiegsvarianten zur Kaltenberghütte sind ab hier möglich, auf dem Paul-Bantlin-Weg und dem Berggeistweg. Beide Anstiege beginnen beim Hotel Valluga, sind zunächst identisch und verzweigen sich bei den Albonaseen. Wir folgen dem Berggeistweg nach links. Nach einer Felsblockhalde und einem Flachstück zieht der Pfad zügig in Serpentinen bergauf und überquert unterhalb des Wirlgipfels den Peischlbach. Hier haben wir die Zivilisation mit Arlbergstraße und Elektrizitätsmasten hinter uns gelassen. Dafür ist der Blick ins Stanzer Tal von St. Anton über Pettneu bis Schnann und auf den markanten Gipfel des Patteriol im Süden höchst erfreulich.Es folgt ein Höhenweg der Extraklasse über steinige Grasmatten, die mit bunten Bergblumen und Zwergsträuchern bewachsen sind. Stets in westliche Richtung wandert man ohne nennenswerte Steigungen entlang der Südhänge von Peischlkopf und Knödelkopf dem Albonagrat entgegen. Kleine Seenaugen und das bezaubernde Maroital mit dem dahinter aufstrebenden Kaltenberggipfel mit Gletscher beleben das Bild. Beim Albonagrat angekommen, geht der Blick hinunter nach Stuben a.A. und Zürs a.A., während man in steinigem Gelände zum Oberen Maroijoch wandert. Kurz danach erkennt man bereits die Kaltenberghütte und den Weg dorthin. Dieser schlängelt sich zunächst in weiten Serpentinen hinunter und führt nach Überquerung großer Felsabbrüche nahezu eben hoch über dem Klostertal zum Tagesziel hinüber. Die DAV-Hütte der Sektion Reutlingen hat eine aussichtsreiche Lage zwischen zwei kleinen Bergseen.2. TagErst im September 2005 wurde der »Reutlinger Weg« als Verbindung zwischen der Kaltenberghütte und der Konstanzer Hütte offiziell eröffnet. Der weiß-blau-weiß markierte hochalpine Steig führt mitten durch das urtümliche Verwallgebirge und beschert unvergessliche Eindrücke. Das erste Wegstück beginnt relativ flach und ist zum einlaufen ideal. Allmählich an Steilheit zulegend geht es bald durch steiniges Gelände, das nach und nach immer alpiner wird. Man vertraut sich dem markierten schmalen Steig an, der über einen felsigen Grat und zum ersten Übergang, der Krachelscharte leitet. Wenn bisher schon die weite Sicht vom Montafon im Westen, über das Lechquellengebirge, das Arlberggebiet und bis zu den Lechtaler Alpen im Osten reichte, wird in der Krachelscharte wie mit einem Paukenschlag der Blick frei auf Gipfel und Gletscher des Kaltenberg und die tief unten liegenden türkisfarbenen Kaltenbergseen.Wir steigen auf dem steinigen, steilen Pfad hinunter und wandern am Ufer des größeren Sees entlang. Am Ende bleibt man auf der linken Seite seines Abflusses und muss noch ein gutes Stück in dem Hochtälchen abwärts gehen, bis die Markierung nach rechts über das sprudelnde Wasser führt. Hier ist der tiefste Punkt vor dem Anstieg zum Gstansjoch erreicht. Über die Kaltenbergmoräne geht es hinauf, die letzte Etappe zum Joch ist steinig und sehr steil. Ein begeisternder Weitblick bis in die firnglänzende Silvretta ist der verdiente Lohn. Der Abstieg vom Gstansjoch ist nicht viel weniger steil und führt über steinige Grashänge zu den kargen Gstanser Weideböden. Man darf sich nicht von den vielen Wegspuren irritieren lassen, sondern folgt den roten Pflöcken zügig talwärts, stets den imposanten Patteriol frontal im Blickfeld. Östlich des markanten Klettergipfels wird das Fasultal von Faselfadspitze, Kuchenspitze und Küchlspitze mit kleinen Gletschern fotogen abgeschlossen. Nach einer letzten Steilstufe durch Wiesen mit Sträuchern und bunten Blumen erreichen wir das Pfluntal mit gleichnamigem Bach. Hier stoßen wir auf einen breiten Alpweg, der nach links ins Verwalltal und schließlich zur Konstanzer Hütte führt.3. TagDie Konstanzer Hütte ist ein äußerst wichtiger Stützpunkt in der Verwallgruppe. Geübte Alpinisten ersteigen von hier die Kuchenspitze oder den Patteriol. Hüttenwanderer schätzen die Übergänge auf dem Apothekerweg zur Darmstädter Hütte, über den Bruckmannweg zur Neuen Heilbronner Hütte oder über das Schafbicheljoch zur Friedrichshafener Hütte. Wir verabschieden uns am nächsten Morgen von der sympathischen Hütte am Wanderknotenpunkt und ziehen mit der Rosanna talwärts. Am munteren Gebirgsflüsschen entlang erreichen wir an der Salzhütte und dem Verwall-Stausee vorbei wenig später das Rasthaus Verwall. Hier bleiben wir auf der linken Seite des klaren Wassers.Bei der Bushaltestelle »Rosannaschluchtweg« zeigt der gelbe Wegweiser nach rechts zur Rosannaschlucht und nach St. Anton. Der eigentliche Schluchtweg beginnt wenig später erneut nach rechts abzweigend und führt auf schmalem gesichertem Steig hoch über der rauschenden Rosanna talwärts. Zuletzt auf gleicher Höhe mit dem wilden Wasser wird vorbei an der Talstation der Rendlbahn St. Anton erreicht. Vom Terminal West bringt der Landbus den Wanderer nach drei erlebnisreichen Tagen zum Startpunkt in St. Christoph zurück.

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