KOMPASS-Karten

Kennt ihr diese Wanderungen in deutschen Mittelgebirgen?

Deutschland hat nicht nur knapp 6% Anteil an Europas größtem Gebirge, den Alpen – sondern auch darüber hinaus eine unglaubliche Vielfalt an abwechslungsreichen Landschaften. Fast 200.000 befestigte Wanderwege führen durch Deutschland.

Das Wanderparadies liegt also direkt vor eurer Haustüre, und alles, was ihr tun müsst, ist Wanderschuhe schnüren und losziehen. Wir stellen euch heute spannende Wanderungen in deutschen Mittelgebirgen vor – vielleicht liegt ja eines direkt bei euch ums Eck?

Definition:
Mittelgebirge – was ist das?

Ein Mittelgebirge ist ein Gebirge mit einer Höhe zwischen ca. 500 und 1500 Metern. Im Gegensatz zu einem Hochgebirge übersteigt das Höhenniveau eines Mittelgebirges also nicht die Baumgrenze. Die Grenze eines mittleren Gebirges zu einem Hochgebirge liegt bei uns in Mitteleuropa bei 1.500 bis 1.800 Meter. Aufgrund der verhältnismäßig geringen Höhe weist die Vegetation in Mittelgebirgen wenige bis keine unterschiedliche Höhenstufen auf.

In Deutschland gibt es 40 Mittelgebirge, darunter zum Beispiel der Bayerische Wald, die Eifel, das Elbsandsteingebirge, der Odenwald, die Rhön, der Schwarzwald, die Schwäbische Alb, der Teutoburger Wald, der Thüringer Wald und der Harz.

Entstehung:
Mittelgebirge – wo kam’s her?

Alle deutschen Mittelgebirge sind vor rund 400 und 250 Millionen Jahren entstanden. Der Entstehungsvorgang ist ein recht komplizierter, schon alleine der Namen ist eine Herausforderung: Er wird auch als variszischer orogener (= gebirgsbildender) Zyklus oder variskische Orogenese bezeichnet. Extrem vereinfacht ausgedrückt wurden damals in ganz Mitteleuropa einzelne Gesteinsschichten unter großem Druck übereinandergeschoben. Dadurch warfen sie Falten, ähnlich wie bei einem Teppich, den man zusammenschiebt.

Im Vergleich zu den Mittelgebirgen sind die Alpen übrigens alterstechnisch gesehen noch im Kindergartenalter: sie sind rund 50 Millionen Jahre alt, was man auch gut an den noch sehr spitzen Gipfeln erkennen kann. Auch die heutigen Mittelgebirge hatten ursprünglich mal spitze Gipfel – diese wurden jedoch im Laufe der Jahrmillionen von Wasser und Wind abgetragen.

 

Wanderungen in deutschen Mittelgebirgen

Aber genug der Theorie – wir haben euch ein paar tolle, bekannte und weniger bekannte Wanderungen in deutschen Mittelgebirgen rausgesucht. Also schnappt euch eine (KOMPASS)-Karte und auf geht’s!

Überblick:
↓ Spessart
↓ Kaiserstuhl
↓ Westerwald
↓ Odenwald
↓ Kyffhäuser
↓ Teutoburger Wald

Spessart (Bayern & Hessen)

Die beiden Wanderrouten Spessartwege 1 & 2 lassen euch diese Landschaft hautnah erleben und sind den „Qualitätswegen Wanderbares Deutschland“ zugehörig. Beide Wege verlaufen abschnittsweise durch das sogenannte „Räuberland“, eine als „Qualitätsregion Wanderbares Deutschland“ ausgezeichnete Naturlandschaft.

Spessartweg 1

Der Weg führt euch vom Aschaffenburger Hauptbahnhof zur östlich gelegenen Fasanerie, vorbei an den sehenswerten Felsformationen der „Teufelskanzel“ zum sogenannten „Hohen Kreuz“ und dem Kloster Schmerlenbach.

In Rothenbuch wartet ein markantes Schloss und beim Abstieg zum Main die „Weikertswiese“ mit vielen Tier-und Pflanzenarten sowie der historische Hohlweg „Klapper“. Die Stadt Lohr bietet euch allerlei Sehenswertes, etwa das alte Rathaus, das Schloss und die fränkische Altstadt.

Der Spessartweg führt weiter zum Wallfahrtsort Mariabuchen und nachfolgend durch ein Wiesental zur Ruine Schönrain. In Gemünden endet der Wanderweg auf dem örtlichen Marktplatz.

Spessartweg 2

Der Weg startet im Luftkurort Heigenbrücken und führt euch zum „Pollasch“, dem Ehrenmal des Spessartbundes mit atemberaubender Aussicht. Es folgt eine unberührte Naturlandschaft mit dem Seebachtal und einem Auenwald. Über Waldaschaff geht es zum fünf Meter hohen „Posthalterkreuz“.

Über Mespelbrunn und sein Wasserschloss mit vielen verschlungenen Pfaden geht es zur „Geißhöhe“ mit dem Ludwig-Keller-Turm. Der Weg hinauf ist einer der schönsten Pfade der gesamten Tour und belohnt mit einem fantastischen Rundblick über den Spessart zum Taunus.

Über Wildensee erfolgt die Wanderung zur Ruine Henneburg und abschließend nach Stadtprozelten mit seinem markanten Rathaus.

 

Kaiserstuhl (Baden-Württemberg)

Vom kurzen Spaziergang bis zu einer ausgedehnten Tageswanderung sind in diesem kleinen Vulkangebirge viele Touren möglich. Hohlwege, Rebterrassen, lichte Laubwälder und spezielle Trockenrasengebiete sorgen dabei für Vielfalt und Abwechslung.

Seit 2007 kann die Fauna und Flora am Kaiserstuhl auf mehreren naturkundlichen Wanderwegen erkundet werden. Bereits an deren Einstiegen werdet ihr mit großflächigen Eingangsportalen über Verlauf und besondere Merkmale der einzelnen Wege informiert.

Neulindenpfad – „Nord-Süd-Weg“ (17 km)

Der Wanderweg führt von Endingen über den Katharinenberg und den Aussichtsturm Neunlinden nach Ihringen.

Kaiserstuhlpfad (22 km)

Dieser Weg orientiert sich zusätzlich kleinerer Anpassungen am Neulindenpfad und führt ebenfalls von Endingen nach Ihringen. Das Erletal, die Katharinenkapelle, der Eichelspitzturm und Neulindenturm bieten euch ausgewiesene Wanderfreuden.

 

Westerwald (Rheinland-Pfalz)

Der Westerwald erhält eine zunehmende Bedeutung als attraktives Naherholungsgebiet und einen Schwerpunkt bilden dabei die zahlreichen Wanderwege mit einer Vielfalt an Touren und Formaten.

WesterwaldSteig

Der 2008 eröffnete Wanderweg führt auf 230 Kilometern von Herborn nach Bad Hönningen und bietet euch die ganze Vielfalt der Faszination Wandern. Schmale Pfade wechseln sich mit breiten Wegen ab, staatliche Kloster am Wegesrand bieten einen reizvollen Kontrast zu einsamen Schluchten, Bachtälern und faszinierenden Tropfsteinhöhlen.

Der umfangreiche Weg bietet gleich sechs unterschiedliche Naturräume zum Durchqueren mit einer besonderen Vielzahl an kulturellen, historischen und landschaftlichen Sehenswürdigkeiten. Burgbefestigungen, kleine Schlösser und versteckte Klöster wechseln sich mit geschichtlich verwurzelten Ortskernen von Dörfern und kleinen Städten ab.

WällerTour Eisenbachtal

Der 9 Kilometer lange Wanderweg eignet sich als übersichtlicher Rundweg besonders gut für eine Familie mit Kind(ern) und ist besonders im Sommer zu empfehlen.

Start und Ziel ist der Wanderparkplatz der Studentenmühle in Nomborn, von dem es durch schattige Wälder zur „Bildches Eich“ geht. Hier befindet sich eine kleine Waldkapelle sowie eine ausgehöhlte Eiche mit einer Marienstatue aus dem Jahre 1830.

Zurück verläuft der Weg entlang des Holbachs, wobei am Ende des Wanderweges zwei Mühlen zur Rast einladen.

 

Odenwald (Baden-Württemberg/Hessen/Bayern)

Wanderungen im Odenwald bieten euch Ruhe und Entspannung mit Weiden, Burgen, Laubwäldern, Schlössern und Streuobstwiesen. Die Täler und Erhebungen versprechen abwechslungsreiche und faszinierende Ausblicke während einer spannenden Entdeckungsreise.

Der Alemannenweg – pure Natur & Kultur

Der Wanderweg beginnt und endet im Naturpanorama der Bergketten des Odenwaldes in Michelstadt-Steinbach. Der etwa 130 Kilometer lange Weg führt euch über zahlreiche kleinere Anstiege der Mittelgebirgslandschaft entlang des Oberrheingrabens. Als Rundweg führt die Route von Michelstadt nach Bensheim und über die Burg Frankenstein wieder zum Ausgangspunkt.

Sehenswürdigkeiten während der Wanderung sind unter anderem die Altstadt von Michelstadt, das „Felsenmeer“ bei Lauertal, das Auerbacher Schloss und die Burg „Veste Otzberg“.

 

Kyffhäuser (Thüringen)

Der Feengrotten-Kyffhäuser Weg ist ein mitteldeutscher Fernwanderweg mit einer Länge von etwa 230 Kilometern. Er beginnt in Saalfeld und führt über das mittlere Saaletal zur Flussmündung der Unstrut und anschließend bis zum Kyffhäuserdenkmal bei Bad Frankenhausen.

Ausgangspunkt des Weges sind die Feengrotten in Saalfeld, von denen es durch Saalfeld bis hinunter zur Saale geht. Über Rudolstadt, die Heidecksburg, den Luisenturm und Kahla führt der Wanderweg auf die Leuchtenburg, Jena-Lobeda, die Sommerlinde und den Fuchsturm.

 

Teutoburger Wald (Nordrhein-Westfalen)

Ob schöne Rundwege oder zertifizierte Qualitätswege, der Teutoburger Wald liefert euch viele Gründe, ihn wandernd zu erleben. Bachläufe, historische Ortschaften, Moorheide und artenreiche Mischwälder bieten Natur pur mit kulturellem Unterhaltungswert.

Hansaweg

Dieser Weg ist ein etwa 75 Kilometer langer Wanderweg, der die beiden Städte Herford und Hameln miteinander verbindet. Der Fernwanderweg führt euch quer durch das sogenannte nordlippische Bergland und verbindet die alten Hansestädte Herford, Lemgo und Hameln.

Der Beginn ist am Herforder Bahnhof und die weitere Route verläuft über den Bismarckturm, den Bad Salzufler Kurpark, die Lemgoer Altstadt sowie den Aussichtsturm „Hohe Asch“. Durch Wald oder offenes Feld führt der abwechslungsreiche Weg weiter in Richtung Weser und am Ende in die Rattenfängerstadt Hameln.

Das Titelbild stammt übrigens ebenfalls aus dem Teutobuger Wald: Es sind die berühmten Externsteine. Mehr Infos dazu und unsere neue KOMPASS-Karte gibt es hier: Naturpark Teutoburger Wald