Für so manchen Skifahrer ist das die alpine „Königsdisziplin“ – Skitouren möglichst weit abseits von den präparierten Pisten. Es ist dieser unvergleichliche Wintersport, bei dem man allein mit der eigenen Kraft seine Ziele erreicht und vordringt in grandiose Naturlandschaften. Und wer die Gipfel des Glücks erreicht und ein traumhaftes Bergpanorama genießt, der darf sich auf genussvolle Abfahrten in einem zumeist unverspurten Gelände freuen. Das sind dann die Stunden, von denen Skifahrer träumen, wenn der Stress des Alltags sie längst wieder eingeholt hat.

Doch für alle, die sich jenseits der überwachten Skipisten aufhalten, gilt eines: Sicherheit zuerst! Wer Skitouren plant, sollte sich mit dem Bergwetterbericht vertraut machen, denn die Natur ist nun mal nicht berechenbar. Der Deutsche Alpenverein kooperiert mit der Wetterdienststelle Innsbruck, die täglich aktuelle Prognosen für die West- und Ostalpen ausgibt. Dass die Kleidung und Ausrüstung stimmen muss, sollte eigentlich selbstverständlich sein, und im Rucksack dürfen sich eine gute Skitourenkarte, ein Kompass und eventuell auch Notproviant befinden.

Das hört sich zwar alles etwas kompliziert an, doch es ist nun mal ein Unterschied, ob man als Freizeitsportler über gewalzte Pisten wedelt oder ob man sich ins Gelände wagt. Dann sind richtige Entscheidungen gefragt, denn wem seine Gesundheit wichtig ist, der scheut das unüberlegte Risiko. Zudem ist das Einschätzen der eigenen Fähigkeiten von großer Bedeutung. Der Aufstieg wird bei einer Skitour immer dann zum Erlebnis, wenn man ohne größeren Kraftaufwand ökonomisch auf Skiern geht.

Um mögliche Risiken auszuschließen, brechen erfahrene Touren-Skigänger aus der Almhütte schon sehr frühzeitig auf, wenn sie einen längeren Weg vor sich haben. Denn das Risiko, eine Lawine auszulösen oder von ihr überrascht zu werden, ist an sonnenverwöhnten Hängen sehr groß. Darum gilt: Die steilen Hänge sollten bei der Tour schon passiert sein, wenn die Harschdeckel zu schmelzen beginnen.

Genusstouren sind nicht erst seit gestern angesagt und sie kommen nicht nur den Möglichkeiten von Anfängern entgegen. Bei einer Genusstour sind angsteinflößende Steilhänge für alle Teilnehmer tabu. Es gibt keine schwierigen Abfahrten und die lawinengefährdeten Stellen werden tunlichst gemieden. Denn um Emotionen am Berg zu erleben und die Wunder der Natur tief einzuatmen, bedarf es keiner Höchstschwierigkeiten. Die Touren sollen Freude bereiten und unvergesslich sein.

Eine auch Anfängern sympathische Genusstour ist jene in den Sarntaler Alpen. Der Blick über die Dolomiten über dem Eisacktal, unweit von Klausen, ist einzigartig. Es geht dabei mehrere Kilometer lang über sanfte Hänge, in denen im Sommer die Kühe grasen. Oder man begibt sich südlich vom Brenner nach Sterzing. Bei Ratschings gibt es nicht nur ein kleines alpines Skigebiet sondern auch weite weiße Hänge, die zum Fleckner führen. Diese Tour ist alles andere als anstrengend, denn man hat kaum mehr als fünfzig Höhenmeter zu überwinden.

Teils über verschneite Waldwege und Wiesen führt die Genusstour am Feichteck in den Chiemgauer Alpen. Unterwegs gibt es sogar Einkehrmöglichkeiten und am Ziel wird man durch einen tollen Panoramablick belohnt. Beliebt ist auch die Tour zum Kleinen Pleißlingkeil im schneesicheren Dachsteingebiet oder im Südtiroler Ahrntal, wo der Weg durch ein unberührtes Hochtal führt. Fortgeschrittene geben sich mit diesen Touren kaum zufrieden. Sie zieht es eher auf die Wildspitze, dem höchsten Gipfel der Ötztaler Alpen. Wer sich an diese Herausforderung traut, der sollte wissen, dass das Ziel dieses Skitourenparadieses 1.500 Meter höher liegt als der Ausgangspunkt.

Keine Frage: Skitouren sind im Trend und dabei ist es gleichgültig, ob man die sportliche Variante wählt oder Freude an einer Genusstour empfindet.