KOMPASS-Karten

Saison-Auftakt in den Alpen: Frühlingswanderungen in Südtirol

Im Frühling erwacht in Südtirol die Natur aus dem Winterschlaf. Die ideale Zeit, um mit den ersten Touren in die Wandersaison zu starten.

Südtirol ist die größte Provinz Italiens und liegt mitten in den Alpen. Das unter italienischer Verwaltung stehende Gebiet „Autonome Provinz Bozen – Südtirol“ erfasst mehrere Teile der Alpen: die Dolomiten, den südwestlichen Zipfel des Tauernfensters, Teile des Zillertaler Hauptkamms und um Bozen herum den Etschtaler Vulkanitkomplex. Das Faszinierende an den Alpen ist, dass auf engstem Raum eine große Vielfalt  an unterschiedlichen Landschaften, Kulturen und Klimata auftritt. Unter diesem Gesichtspunkt ist Südtirol eine Top-Alpenregion. Mehr als 17.000 Kilometer Wanderwege stehen in Südtirol zur Auswahl. Viele der Wanderwege eignen sich für Wanderungen im Frühling.

Das Leben in den Alpen läuft auf in den Tälern und auf den Bergen unterschiedlich ab. Im Frühling erwacht die Natur zuerst in den Tälern. Auf den Berggipfeln liegt noch Schnee, während die Wiesen in den Tälern mit reichlich Schmelzwasser versorgt werden, aus der Winterzeit erwachen und aufblühen. Südtirol ist eine besonders sonnige und früh aus dem Winterschlaf erwachende Alpenregion. So eignet sich beispielsweise der kleine, etwas südlich von Bozen nur vierhundert Meter über dem Meeresspiegel gelegene Ort Eppan zum Wandern zu einer Jahreszeit, während der sich in den Dolomiten noch die Skifahrer auf den verschneiten Pisten tummeln.

Kalender, Wetterbericht und Landkarte gehören zusammen

Das Besondere an Frühlingswanderungen ist das richtige Timing. Eine erfolgreiche Frühjahrstour führt über eis- und schneefreie Wege und hat meistens ein bestimmtes, jahreszeitlich gebundenes Naturerlebnis als Höhepunkt. Landkarte, Kalender und Wetterbericht bilden daher eine wichtige Informationsgrundlage für die Frühlingswanderung in Südtirol. Empfehlenswert für einen Outdoor-Urlaub im Frühjahr ist auch eine Kombination aus Wanderungen und Fahrradtouren. Das Fahrrad ist ein Hilfsmittel, das bei der Erkundung der Landschaft hilft. Da die Wanderungen im Frühling zum größten Teil leichte Wanderungen durch relativ flaches Gebiet sind, ist in vielen Fällen eine Fahrradfahrt auf der gleichen Strecke möglich. Wanderungen im Frühjahr eignen sich auch besonders für Menschen mit Gehbeschwerden und für Familien mit Kindern. In den Frühlingsmonaten kann es auch in Südtirol noch zu erheblichen Temperatur- und Wetterschwankungen kommen. Deshalb packt ihr am besten wetterfeste Kleidung für winterliche und frühlingshafte Wetterlagen ein. Für gut ausgerüstete Wanderer gibt es schließlich kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.

In Südtirol erwacht der Lenz zuerst im Frühlingstal zwischen Kalterer See und Montiggler See. Ein Blütenmeer lockt schon in den ersten Tagen nach dem Winter. Anfang April ist dann Apfelblüte im Meraner Land und Wanderungen durch die blühenden Apfelhaine sind ein schönes Highlight. Die Erholungszone Castelfeder, rund um die Burganlage Castelfeder herum, eignet sich für Frühjahrserkundungen. An den Sonnenhängen des Eisacktals wandelt man von Feldthurns über den Kastanienweg nach Verdings, dem Lenz auf der Spur. Die ersten Frühjahrsboten zeigen sich auch am Dürerweg zwischen Laag und Buchholz bei Salurn. Weiter geht es dann auf dem Dürerweg von Salurn zum Saùchpass.

Das Frühjahr kommt auch in höheren Lagen an: Spezielle Blütenerlebnisse

Die Krokusblüte am Möltner Joch sorgt für herrliche violettweiße Wiesen auf 1.750 m Höhe. Diese Farbenpracht erlebt ihr beim Wandern von Mitte April bis Anfang Mai. Ein besonderes Erlebnis für Naturfreunde sind auch die Lärchenhänge des Rojentals. Anfang Mai blühen hier auf etwa 2.000 m Höhe die Pelzanemonen – das ist eine unvergessliche Wanderung. Diese zwei Beispiele illustrieren, wie das Frühlingserwachen nach einer Weile aus den Tälern in höhere Lagen aufsteigt.