Nach dem verheerenden Erdbeben im April, das auch am höchsten Berg der Welt 18 Bergsteiger in den Tod riss, war der Mount Everest monatelang gesperrt. Pünktlich zur Herbstsaison wurde die Gipfel-Route nun wieder eröffnet. Und schon gibt es auch die ersten Gipfel-Anwärter, die es als erstes Team in diesem Jahr auf den Gipfel schaffen möchten.

Nach schwerem Erdbeben gesperrt

Die Himalaya-Region war im Frühjahr von zwei schweren Erdbeben erschüttert worden, bei denen in ganz Nepal über 8.000 Menschen ums Leben kamen. Nachdem sich am Mount Everest infolge des Erdbebens eine riesige Lawine gelöst, das Basiscamp verwüstet und über ein Dutzend Bergsteiger getötet hatte, entschied sich die Regierung dafür, den Gipfel des höchsten Bergs der Welt zunächst auf unbestimmte Zeit zu sperren. Zahlreiche Teams mussten ihr Expeditionsvorhaben abbrechen und so endete die Frühjahrsaison ohne einen einzigen Gipfelerfolg.

Nach der Katastrophe waren die Eis- und Schneefelder des Berges nicht nur extrem instabil, Experten stellten außerdem fest, dass sich das Massiv des Mount Everest, das in nordöstlicher Richtung verläuft, durch das Erdbeben ganze drei Zentimeter nach Südwesten verschoben hat. Der Berg ist zwar grundsätzlich in Bewegung und verschiebt sich im Durchschnitt um etwa vier Zentimeter pro Jahr – eine solch große und schnelle Verschiebung wie nach dem Erdbeben ist jedoch eine Ausnahme.

Für die Region war das Erdbeben nicht nur menschlich eine echte Tragödie, bei der viele Familien Todesopfer betrauern mussten, sondern es hatte auch große wirtschaftliche Folgen für Nepal. Für die Tourismusbranche bedeutete die Sperrung des Berges einen erheblichen finanziellen Verlust und somit auch Umsatzeinbuße und Existenzängste bei den lokalen Sherpas.

Erste Herbstexpeditionen geplant

Nun gibt Nepal den höchsten Gipfel der Welt wieder für die Bergsteiger frei. Als erster Bergsteiger nach dem schweren Erbeben im April möchte jetzt der Japaner Nobukazu Kuriki den 8.848 Meter hohen Mount Everest besteigen. Er hofft derzeit, es in seinem fünften Anlauf auf den Gipfel zu schaffen. Aktuell haben nach Aussage der nepalesischen Tourismusbehörde 14 Mannschaften eine Erlaubnis für die Besteigung des Mount Everests beantragt. Die Herbstsaison gilt jedoch als besonders schwierig, da es zu dieser Jahreszeit starke Winde und extremere Temperaturen als im Sommer gibt und die Tage bereits kürzer werden.