Rheinland-Pfalz zu Fuß erleben heißt, in Deutschlands waldreichstem Bundesland zu wandern. Unzählige Wandermöglichkeiten bieten sich in den Gebieten Lahntal, südliche Eifel, Mosel-Saar, Hunsrück, Rheinhessen und in dem westlichen Westerwald. Für jeden Wanderfreund findet sich ein Weg, ob für groß oder klein, für jung oder alt, leichter oder schwerer Weg. Die Wandersaison beginnt im Frühjahr und endet im Herbst. Auch im Winter sind Ausflüge möglich, je nach Wetterbedingungen eingeschränkt. Ein besonderes Wandererlebnis in der Pfalz bietet jedoch der Herbst.

Die erste kühle Luft nach einem stickigen, warmen Sommer verbreitet sich. Der Nebel zieht über die Wälder wie ein halbdurchsichtiger weißer Schal. Und die Blätter leuchten an den Laubbäumen oder liegen auf den Wanderwegen in bunten Farben. Dann ist die schönste Zeit zum Wandern. Unzählige Weinberge erstrahlen in den Farben rot, gelb, grün oder braun. Die Regionen in Rheinland-Pfalz verstecken besondere Aussichtspunkte, für die es sich lohnt, in die Wanderschuhe zu steigen. Dabei ist der gepackte Rucksack mit Snackproviant und Getränk essenziell. Der Wanderstock und das Navigationsmaterial dürfen ebenfalls nicht fehlen. Auch für Kinder ist es ein großer Spaß auf den Wanderungen Kastanien, Eicheln und Blätter zu sammeln.

Die schönsten Wege in der Pfalz

Zu den schönsten Wanderwegen in ganz Deutschland zählt der Pyrmonter Felsensteig bei Roes. Der Felsensteig liegt in der Vordereifel. Der Rundweg startet an der Pyrmonter Mühle, nahe dem rauschenden Wasserfall, und ist 11,7 Kilometer lang. Die Wanderung dauert etwa vier Stunden und ist mittelschwer. Zusätzlich gibt es in der Region die romantische Tour an der Ehrbachklamm bei Boppard. Sie hält in Gestein gehauene Wanderwege, Überquerungen von Holz- und Steinbrücken sowie den wunderschönen Ausblick auf die Mosel bereit. Während der Tour können auch die Ruine der Rauschenburg und die Ehrenburg besichtigt werden.

Wanderung für Abenteuer

Sieben auf einem Streich – das können Abenteurer bei der 7-Burgen-Tour entlang der pfälzisch-elsässischen Grenze erzielen. Bei einer Wanderweglänge von rund 22 Kilometern können gleich sieben Burgen und Burgruinen besichtigt werden. Eine gute Ausstattung mit Karten und GPS-Gerät ist Voraussetzung, weil der Weg zu den Burgen versteckt ist. Allein die Wanderung zu den einzelnen Burgen dauert etwa sechs Stunden. Der Weg beginnt in Schönau in der Pfalz und führt entlang steiler Felswände. Immer wieder gibt es schöne Aussichtspunkte zwischen und an den einzelnen Burgen, die die sportlichen Etappen ausgleichen.

Ausflüge für Naturfreunde

In der Region Rheinland-Pfalz existieren zahlreiche Natura 2000-Gebiete, offizielle Schutzgebiete und Biotope, die die Artenvielfalt bewahren sollen. Im Breitenbachtal kann man neben dem Mischwaldbestand auch eine alte Holztriftanlage bewundern. Der Weg umfasst eine Länge von dreieinhalb Kilometern. Absolute Ruhe verspricht auch der Spaziergang im Naturschutzgebiet Wolfsägertal. Er führt durch weitläufiges Talgelände und vorbei an einem langgestreckten Weiher.

Weitere Wandermöglichkeiten in Rheinland-Pfalz:

  • Der Rheinburgenweg verläuft auf der linken Rheinseite mit einer Gesamtlänge von 196 Kilometern. Der Geysir Andernach, die Durchquerung des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal und die Loreley sind nur einige Highlights des Wanderwegs
  • Wandern auf den Spuren der Kelten und Römer auf dem Kelten-Rundwanderweg und dabei den Goloring – den sogenannten „Eifel-Stonehenge“ – erkunden. Der Goloring ist eine der wichtigsten archäologischen Funde aus der Eisenzeit in Rheinland-Pfalz
  • Der Rurberg-Hirschley-Rundweg führt zum wunderschönen Aussichtspunkt Hirschley am Rursee, von wo man eine einmalige Sicht auf den See und die umliegenden Dörfer hat
  • Der Römerkanal-Wanderweg verläuft entlang der ehemaligen römischen Wasserleitungen, die bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. erbaut wurde

Veröffentlicht am 13. Oktober 2015