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Reich der Dreitausender: Skitouren in der Silvretta

Die Silvretta ist das Skitouren-Paradies in den Ostalpen. Eine Vielzahl an abwechlungsreichen Touren zieht jedes Jahr zahlreiche Skitourengeher in die Silvretta-Gebirgsgruppe.

Im Herzen der Alpen liegt mit der Berggruppe der Silvretta eine Region, die zurecht als ein Eldorado für Skitouren gilt. Begrenzt wird die Silvretta von Unterengadin und Prättigau im Süden sowie von Montafon und Paznauntal im Norden. Die umgebenden Berggipfel gehören zum Rätikon, zur Verwall-, Samnaun- und Sesvennagruppe und zu den Rätischen Alpen. Der Kammverlauf der Silvretta bildet die Grenze zwischen Österreich und der Schweiz und auf der Dreiländerspitze (3.197 m ü. NN) treffen die österreichischen Bundesländer Tirol und Vorarlberg mit dem Schweizer Kanton Graubünden zusammen.

Die höchste Erhebung in der Silvretta-Region ist mit 3.411 m der Piz Linard, der sich vollständig auf Schweizer Boden befindet. Die nächsttieferen Gipfel von Fluchthorn (3.398 m) und Piz Buin (3.312 m) teilen sich die Schweiz und Österreich. Insgesamt gibt es in der Silvretta über dreihundert vermessene beziehungsweise benannte Berggipfel – davon erreichen 64 Bergspitzen Höhen von über 3.000 m. Die Silvretta ist also eine echte Dreitausender-Region.

Zu den beliebtesten Zielen beim Skibergsteiger gehören in der Silvretta das Silvrettahorn, der Augstenberg, die Schneeglocke und Großlitzner. Durch die ausgedehnten Höhenlagen weist die Silvrettagruppe mehrere Gletscher auf, sodass zahlreiche Skitouren bis weit in das Frühjahr möglich sind. Aufgrund der Vergletscherung und ihrer vielen großen und kleinen Gletscher erhielt die Region auch die Bezeichnung „Blaue Silvretta“.

Während die Schweizer Südseite in einigen Teilen für den Skitourismus als unerschlossen gilt, hat sich die stärker vergletscherte österreichische Nordseite zu einem der beliebtesten Reviere für Skitouren in den Alpen entwickelt. Das Skitourengehen wird hier begünstigt durch die gute Erreichbarkeit über die Silvretta-Hochalpenstraße zur Bielerhöhe und durch mehrere Hütten, die teilweise von Februar bis Mai bewirtschaftet werden. Empfehlenswerte Ausgangspunkte für Skitouren sind unter anderem die Silvretta- und Tuoihütte auf der Graubündener Seite sowie die Jamtalhütte, das Madlenerhaus (Eröffnung Ende 2018), die Saarbrücker Hütte, die Tübinger Hütte sowie die Wiesbadener Hütte in Vorarlberg.

Die Qual der Wahl – Skitourengehen in der Silvretta

Die Gletscherlandschaft der Silvretta ist mit ihren Dreitausendern ein Paradies für Skitouren bis Anfang Mai. Auf jeden Gipfel führt mindestens eine Route, da viele Berge von der österreichischen und der Schweizer Seite aus zu erreichen sind. Dadurch ergibt sich auch die Möglichkeit einer Silvretta-Durchquerung oder einer Skitourenrunde durch die gesamte Region, weshalb die Silvrettagruppe ein sehr beliebtes Ziel für eine Tourenwoche darstellt. Bei der riesigen Auswahl findet jeder Skitorengeher eine Route im passenden Schwierigkeitsgrad, wobei auf jeder Skitour alpine Erfahrung und Lawinenausrüstung unbedingt notwendig sind.

Zu den leichteren Tourenzielen gehören die Gamsspitze (970 Höhenmeter, 5,7 km, 3 bis 3,5 Stunden), der Nördliche Chalauskopf (962 Hm, 4,9 km, 3 Stunden) und der Südliche Chalauskopf (964 Hm, 4,9 km, 3 Stunden).

Mittelschwere Skitouren führen auf den Grenzeckkopf (900 Hm, 5,7 km, 3 Stunden), den Hennekopf (885 Hm, 8,2 km, 4,5 bis 5 Stunden) und die Hintere Jamspitze (1.010 Hm, 6,3 km, 3 bis 4 Stunden). Als Ausgangspunkt für diese Skitouren eignet sich am besten die Jamtalhütte, aber auch der Hennekopf wird sehr oft von der Bielerhöhe aus bestiegen.

Die Silvrettagruppe – klangvolle Namen und faszinierende Skitouren

Die Gletscherwelt der Silvretta bietet herrliche Anblicke beim Skibergsteigen, viele Touren werden jedoch durch die Spaltengefahr und Kletteranstiege zum Gipfel zu großen Herausforderungen. Neben einer guten Ausrüstung und einer Skitourenkarte im Gepäck, sollten Skitourengeher in der Silvretta deshalb auch immer ausreichend Erfahrung im Erkennen von Spaltenzonen haben.

Als schwere Skitouren in der Silvrettagruppe gelten unter anderem die Aufstiege zum Augstenberg (6,2 km, 4 bis 5 Stunden), zur Dreiländerspitze (6 km, 4 Stunden), zur Vorderen Jamspitze (6,2 km, 4 bis 5 Stunden) und zur Heimspitze (12,7 km, 4 bis 5 Stunden).

Einen Höhepunkt bei einer Skitourenwoche in der Silvretta-Region bildet sicherlich die Tagestour auf den Piz Buin von der Bielerhöhe aus (1.405 Hm, 21,2 km, 8 bis 9 Stunden). Dieses Erlebnis wird nur übertroffen durch die viertägige Silvretta-Runde von der Bielerhöhe über Jamtalhütte, Wiesbadener Hütte und Silvrettahütte zum Vermuntstausee. Die Gipfel auf dieser Tour sind Haagspitze, Hintere Jamspitze, Ochsenkopf, Piz Buin und Silvrettahorn. Und obwohl die Alpen eine Vielzahl von renommierten Skitourengebieten aufweisen, hat ein Name beim Skitourengehen im Alpenraum einen besonderen Klang – Silvretta.