Stadt, Bezirk Imst, Einwohner: 8950, Höhe: 827 m, Postleitzahl: A-6460. Auskunft: Tourismusverband Imst und Umgebung. Bahnstation: Imst-Pitztal (3 km). Busverbindung zum Bahnhof, mit Land­eck, dem Fernpass, Telfs, Pitztal und Ötztal (ab Imst-Bahnhof). Bergbahnen: Sessel- und Schlepplifte.

In einer Weitung des Inntales an der Einmündung des vom Fernpass herabziehenden Gurgltales liegt auf einem sich sanft zum Fluss neigenden Hang die Stadt Imst. Im Norden bricht die gewaltige Front der Lechtaler Alpen in den Talkessel ab und im Süden liegen die sanfteren Vorberge der Ötztaler Alpen am Eingang des Pitztales. Den Osten beherrscht die gewaltige Silhouette des isoliert stehenden Tschirgants.
   Natürlich gewachsene Traditionen verbinden sich in dieser Stadt mit der modernen Zeit, uraltes Brauchtum mit den Anforderungen von heute. Dass diese Stadt sich anschickt, dem Gast und Wanderer alles zu bieten, was er von moderner Gastronomie erwarten darf, zeigt nicht nur die stattliche Zahl seiner Unterkünfte, sondern auch die Tatsache, dass Campingplätze bereitstehen.

Das bereits im Jahre 763 erstmals genannte „oppidum humiste“ wird anno 1266 als „Villa Umsta“ in Urkunden erwähnt. Graf Meinhard II. von Tirol verlieh im Jahre 1282 das Marktrecht. 1312 wurde die Erlaubnis erteilt, eine Stadtmauer zu erbauen. Da aber den Bürgern von Imst immer das nötige Geld dazu fehlte, wurde sie niemals errichtet. Die Erhe­bung zur Stadt erfolgte erst im Jahre 1898. Zur Geschichte von Imst gehört das weit über die Grenzen bekannte „Imster Schemen­laufen“, das alle 4 Jahre in der Zeit nach Dreikönig beginnt. Da kommen die „Roller“ und „Scheller“, die „Turesackner“, die „Mohr­enspritzer“, die „Kübelemaien“, die „Laggescheller“ und „Laggeroller“. Die ältes­ten Figuren dieses Faschingstreibens sind die „Scheller“, Männer, deren Gesicht hinter einer geschnitzten Larve mit phantastischem Kopfputz verborgen ist. Sie führen zusammen mit einer anderen Figur, dem „Roller“, dessen jugendliche Larve auf den Frühling hindeutet, eigenartig hüpfende Bewegungen, Sprünge und Tänze auf. In den Händen halten sie einen Stab, den sogenannten „Bemsel“, mit dem sie Beginn und Ende des „Tanzes“ leiten. Nicht vergessen werden darf, dass der „Scheller“ um die Hüfte das „G‘schall“, große, schwere Glocken trägt. Durch die hüpfenden Bewegungen wird ein eigenartig anmutendes Geläute erzielt. Das Imster Schemenlaufen geht auf das Mittelalter zurück und wurde bereits von Abraham a Santa Clara geschildert.

   Es sei noch auf den alten Übergang über das Hahntennjoch, 1894 m, ins Pfafflartal und Bschlaber Tal hingewiesen, der für den Auto-Verkehr ausgebaut wurde und damit reizvolle Ausflugsmöglichkeiten ins Lech­tal erschließt. Diese Straße ist nur in den Sommermonaten befahrbar.
Bekannt wurde Imst auch durch das 1. SOS Kinderdorf der Welt, das hier 1949 von Hermann Gmeiner gegründet wurde.
  Vom 15. bis zum 17. Jh. war Imst Zentrum eines der bedeutendsten Bergbaugebiete Tirols und zugleich Sitz des Berggerichtes für das Oberinntal.
Sehenswert im Ort und in der Umgebung
Die spätgotische Pfarrkirche Maria Himmelfahrt mit dem höchsten (84,5 m!) Kirchturm Tirols. Der moderne Hauptaltar stammt vom Imster Bildhauer Elmar Kopp.

Sehenswerte Fresken an den Außenwänden.
– Im Friedhof die gotische Michaelskapelle, nun Kriegergedächtnisstätte.
– In der neoromanischen Johanneskirche ist ein barocker Seitenaltar sehenswert.
– Die schlichte Kapuzinerkirche.
– Die Pestkapelle er­innert an die im 17. Jh. hier wütende Pest, der fast 1/5 der Bevölkerung zum Opfer fiel.
– Das Stadtzentrum von Imst schmücken 18 historische Brunnen.
– Das Imster Heimatmuseum wurde im Jahr 1909 gegründet. Zu sehen sind u. a. Gegenstände im Zusammenhang mit dem Bergbau der Fuggerzeit und aus den Bereichen Zucht und Handel mit den Kanarien­vögeln. Eine Abteilung ist dem Schemenlaufen gewidmet.
– Im Imster Bauernmuseum wird eine bäuerliche Gerätesammlung gezeigt.
– Die Rosengartenschlucht, ein wertvoller Biotop. Auf einer Länge von 11/2 km gräbt sich der Schinderbach von der Blauen Grotte bis zur Johanneskirche durch die Felsrücken der Imster Mittelgebirgsterrassen.
– Auf dem Kalvarienberg die romanische Lauren­tius­kirche.
– In Gunglgrün die Wallfahrtskirche Maria Schnee, ein entzückendes Werk des Tiroler Frührokoko.
– In Brennbichl die moderne Kirche zu den hll. Engeln, 1968 erbaut.
– Das Ruhegebiet Muttekopf hat eine Größe von 38 km² und wurde 1991 unter Schutz gestellt.

Der Imster Höhenweg liegt in den Lechtaler Alpen, welche den längsten geschlossenen Gebirgskamm in den Nördlichen Kalkalpen darstellen. Ausgangspunkt ist Hoch-Imst, 1050 m, als Aufstiegshilfe bietet sich der Sessellift bis zur Bergstation an, weiter in einer halben Stunde über den Drischlsteig zur Muttekopfhütte, 1934 m. Weiter geht es in Richtung Muttekopf über die Schaflanne, dann links abzweigen und über den Pleiskopf, 2564 m, das Ödkarle, den Larsenngrat und den Laggers, 2328 m, zur Rotwand und Abstieg nach Hoch-Imst. Gehzeit: von der Muttekopfhütte nach Hoch-Imst, ca. 7 Stunden, Länge: 10 km. Dieser Höhenweg sollte nur von Geübten begangen werden!

Wanderungen und Bergtouren
– Auf den Scheibenbichl, 40 Min.
– Auf das Wetterkreuz, 1 Std.
– Zum Pirchet und Vogelbichl, 40 Min.
– Zum SOS-Kinderdorf und nach Gungl­grün, 11/2 Std.
– Waldweg nach Karrösten, 1 Std.
– Nach Strad, zum Pigerbach, entlang am Fuße des Tschirgant bis Pigerbrücke und weiter auf dem Waldweg nach Strad, 21/2 Std.
– Am Prantlsteig zum Starkenberger See und Schloss Starkenberg, 1 Std.
– Wanderung von der Bergstation der Imster Bergbahnen berg­ab auf dem Drischlsteig zur Muttekopfhütte, 1934 m, 1/2 Std. (mittel), weiter in Kehren bergab zur Latschenhütte, 1623 m, 1/2 Std. und über die Obermarkter Alm und durch die Rosengartenschlucht nach Imst, insgesamt 3 Std.
– Von der Bergstation der Imster Bergbahnen auf den Muttekopf, 2774 m, 3 Std. (die Querung der Alpjoch-Nordwand ist mittel, im übrigen leicht), über die Muttekopfhütte und die Muttekopfscharte.
– Auf die Vordere Plattein­spitze, 2562 m, 4 Std. (nur für Geübte), ab Untermarkter Alm, mit den Imster Bergbahnen bis zur Mittelstation, von dort zur Latschenhütte, dann in Kehren nach Norden empor, zuletzt auf interes­santem, teilweise gesichertem Klettersteig zum Gipfel.
– Auf den Laggers, 2328 m, 41/2 Std. (nur für Geübte), durch die Rosengartenschlucht und den Laggerswald, zuletzt steil über Schrofen, aber gut markiert.
– Auf den Tschirgant, 2370 m, 41/2 Std. (mittel) über Karrösten
(1 Std.) und die Karröster Alm, 1467 m (1 Std.), von dort auf bezeichnetem Weg auf den Ost-Grat und diesem folgend nach Westen zum Gipfel.
– Imster Höhenweg (nur für Geübte), 6 Std.
– Imster Klettersteig auf den Maldonkopf, 2632 m, nur für Geübte, Klettersteigausrüstung er­forderlich, Klettern auf eigene Gefahr! Einstieg bis Gipfel, ca. 21/2 Std.

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Gebirgsgruppen in Imst

  • Stubaier Alpen Höchster Berg: Zuckerhütl, 3.507 m
  • Ötztaler Alpen Höchster Berg: Wildspitze, 3.768 m
  • Wettersteingebirge Höchster Berg: Zugspitze, 2.962 m

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