Spuren von Menschen, die aus Sizilien stammten, fanden sich auf dem maltesischen Archipel (Malta, Gozo, Comino) aus der Zeit um 5.000 v. Chr. Jungsteinzeitliche Siedler (4.000-3.000 v. Chr.) hinterließen die vielerorts ausgegrabenen Megalithtempel. Eindrucksvoll hat sich die Bronzezeit (2.000-1.000 v. Chr.) mit rätselhaften Karrenspuren ins Gedächtnis eingeprägt.
Aus dem östlichen Mittelmeerraum landeten um 700 v. Chr. erstmals Phönizier auf Malta und kolonisierten von ihrer nordafrikanischen Niederlassung Karthago aus den maltesischen Archipel, bis sie 218 v. Chr. von den Römern vertrieben wurden. Ein ganz wichtiges Datum in der Geschichte Maltas ist das Jahr 59 n. Chr., in dem der Apostel Paulus an den Gestaden Maltas Schiffbruch erlitten haben soll, als er von Römern als Gefangener nach Rom gebracht werden sollte. Dieses Datum markiert der Beginn der Christianisierung der Malteser und Gozitaner.
Im Jahr 395 zerfiel das Römische Weltreich in zwei Teile, Westrom und Ostrom, das von Byzanz (Konstantinopel) aus nunmehr die Geschicke der zivilisierten Welt lenkte. So richteten sich die Byzantiner auch auf Malta ein und blieben dort bis zum Jahr 870, als die Araber von Sizilien aus die Inseln besetzten. 1090 mussten die Araber christlichen Eroberern, den Normannen, weichen, die sich später in der Herrschaft über den Archipel mit den Königen von Anjou und Aragon ablösten. 1530 schlug dann die Stunde der Ordensritter, die aus dem östlichen Mittelmeerraum weichen mussten: Kaiser Karl der V. übertrug die Verwaltung Maltas an den Ritterorden der Johanniter. Diese etablierten fortan eine Hochburg der europäischen Zivilisation auf Malta. Doch nicht ohne Bedrohung von außen.
1565 überfielen die Türken Malta und belagerten monatelang erfolglos die Verteidigungslinien der Ordensritter. Dieses denkwürdige Jahr ist als „Große Belagerung“ in die Geschichte eingegangen. Die Ordensritter behielten letztendlich die Oberhand und beendeten das osmanische Expansionsstreben im Mittelmeer. Bereits ein Jahr nach der türkischen Belagerung wurde planmäßig mit dem Aufbau der neuen Hauptstadt Valletta begonnen, wobei zuerst gewaltige Festungsmauern um die zukünftige Stadt gezogen wurden. Fast 270 Jahre lang stützten Ritter aus vielen europäischen Nationen die Ordensfestung Malta, bevor auch sie von den Stürmen der Französischen Revolution hin weggefegt wurden. Auf seinem Feldzug nach Ägypten nahm Napoleon die Insel ein. Ausgerechnet der einzige deutsche Großmeister, Ferdinand von Hompesch, in der langen Geschichte der maltesischen Ordensritter musste Malta an die Franzosen übergeben.
Napoleons Eroberungssturm rief im Mittelmeerraum vor allem die Engländer auf den Plan, die schließlich anno 1800 Malta in ihren Besitz brachten. Zu einer Wiedereinsetzung der Ordensritter kam es jedoch nicht, denn die Briten erkannten sehr bald den hohen strategischen Wert des Archipels für das Mittelmeer. So bauten sie für sich die Inselgruppe vor allem als Flottenstützpunkt aus und stellten Malta als Kolonie unter die englische Krone. Zwischen 1940 und 1942 wurde Malta von Deutschen und Italienern belagert und häufig massiv bombardiert. Viel historische Bausubstanz fiel diesen sinnlosen Bombardements zum Opfer, vieles davon konnte original wieder aufgebaut werden. Die britische Kolonialzeit endete 1964, Malta wurde als unabhängiger Staat Mitglied des Commonwealth. Zehn Jahre später (1974) rief der erste gewählte Präsident Maltas die Republik aus. Am 31. März 1979 verließ der letzte britische Soldat maltesischen Boden, ein Tag, der zum Nationalfeiertag erkoren wurde. 2003 sprach sich die maltesische Bevölkerung in einer Volksabstimmung mehrheitlich für einen Beitritt in die Europäische Union (EU) aus. Seit Mai 2004 ist Malta Vollmitglied der Europäischen Union.
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