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Kreisfreie Stadt, Höhenlage: 201-468 m, Bundesland: Thüringen, postleitzahl: 99423, Tel.-Vorwahl: 03643 

Weimar wurde von den Kulturministern der Europäischen Gemeinschaft zur Kulturstadt Europas für 1999 erkoren. Im gleichen Jahr feierte die Klassikerstadt den 250. Geburtstag des Dichterfürsten Goethe. Jährlich besuchen rund zwei Millionen Touristen die Stadt Goethes und Schillers.Geschichte: Die vor dem Nordrand der Ilm-Saale-Platte in einer weiträumigen Talmulde von Ilm, Asbach und Lottenbach gelegene Stadt wurde erstmals anno 975 als ‘wihmari ‘(= heiliges Wasser) genannt. Der Name nimmt Bezug auf die sumpfige Umgebung des Ortes, der auf einer hochwasserfreien Muschelkalkinsel am linken Ilmufer angelegt wurde. Wie die Funde in den Travertinbrüchen von Taubach und Ehringsdorf beweisen, war die Weimarer Offenlandschaft bereits in der letzten Zwischeneiszeit besiedelt. Der mittelalterliche Siedlungskern lag nördlich der heutigen Altstadt im Jakobsviertel. Da abseits von wichtigen Handelswegen gelegen, konnte sich die Stadt (Stadtrecht um 1250) kaum entwickeln. Dies änderte sich erst 1547, als die bisherigen Kurfürsten als Herzöge von Wittenberg nach Weimar übersiedelten und die Stadt zu ihrer Residenz kürten. 200 Jahre später hatte sich Weimar zu einem kulturellen Zentrum Mittel europas entwickelt, in dem bedeutende Persönlichkeiten wirkten. Besonders hervorzuheben sind dabei die „Weimarer Vier“ (Goethe, Schiller, Herder und Wieland), die durch ihren Einfluss und mit ihren Werken Weimars Entwicklung weit über dessen klassische Zeit hinaus bestimmten. 

Sehenswertes:

Wir beginnen unseren Stadtrundgang auf dem Marktplatz mit dem Erscheinungsbild des 16. Jh. Der „Schwarze Bär“ (1540) gilt als älteste Gaststätte und der „Elephant“ ist sicher das bekannteste Hotel von Weimar. Weiterhin sehenswert an der Ostseite des Marktes ist das Cranachhaus, ein reich ornamentiertes Renaissancegebäude mit dem Cranachwappen. Hier lebte Lucas Cranach der Ältere von 1552 bis 1553. Daneben steht das Stadthaus, in dem zur Zeit Goethes Bälle, Konzerte und Vorträge stattfanden. Das 1547 erbaute Haus wurde am 9.2.1945 bei einem Luftangriff schwer beschädigt, jedoch Anfang der 1970er-Jahre mit originalgetreuer Fassade wiedererrichtet. An der Westseite des Marktes das 1841 fertiggestellte neugotische Rathaus. Das im Turm installierte Glockenspiel aus Meißner Porzellan erfreut seit 1987 mehrmals täglich die Besucher. Den Marktbrunnen schmückt eine Neptunfigur. Das Rote Schloss, ein Renaissancegebäude, war im 18. Jh. Wirkungsstätte von Johann Sebastian Bach, der 1708-1717 in Weimar lebte. An der Südseite eine überlebensgroße Bronzebüste des Komponisten. Der Platz der Demokratie wird von Schlössern umgeben und stellt die ehemalige Residenzstadt dar. Auffallend das Reiterstandbild von Herzog Carl August (1757-1828). Das ehemalige Residenzschloss kann auf eine 1000-jährige Geschichte zurückblicken. Mehrere Brände und Wiederaufbauten veränderten die einstige Burganlage. Besonders sehenswert sind das Treppenhaus und der Festsaal – beidesKunstwerke, die zu den schönsten Schöpfungen des deutschen Klassizismus zählen. Nach dem letzten Schlossbrand von 1774 bezog die herzogliche Familie ein nahes Gebäude, das zum fürstenhaus (Fürstenplatz) wurde. Seit 1951 ist darin die Hochschule für Musik untergebracht. Das Grüne Schloss aus dem 16. Jh. wird von herrlichen Rokoko-Ornamenten geschmückt. 1761-1766 ließ Anna Amalia, die Mutter von Herzog Carl August, das Schloss zu einer Bibliothek umbauen. Dabei entstand über drei Etagen der herrliche Bibliothekssaal im Stil des Rokoko. Wenige Schritte weiter steht das Haus von Stein, in dem Charlotte von Stein 50 Jahre lang wohnte. Blick in den herrlichen Park an der Ilm, in dem sich Goethes Gartenhaus befindet. Hier wohnte Goethe zwischen 1776 und 1782. Im park stoßen wir auf ein Shakespeare-Denkmal, das erste auf europäischem Festland, und auf das Tempelherrenhaus, das 1786 im neugotischen Stil errichtet wurde. Für geologisch Interessierte sei die Parkhöhle am Eingang erwähnt. Nahebei das liszt-Haus. Von 1869-1886 bewohnte der Komponist Franz Liszt in den Sommermonaten die ehemalige Hofgärtnerei.Über den Fußgängerüberweg kommen wir zum Hauptgebäude der Bauhaus-Universität. 1860 gründete Großherzog Carl Alexander hier eine Kunstschule, 1902 entstand noch eine Kunstgewerbeschule. Aus beiden wurde das Staatliche Bauhaus. Der historische friedhof wurde 1818 nach Schließung des Jakobsfriedhofes eröffnet. Eine Allee führt im Friedhof zur Fürstengruft, in der 1827 Schiller, 1828 Herzog Carl August und 1832 Goethe beigesetzt wurden. In der Amalienstraße befindet sich das Museum für Ur- und frühgeschichte Thüringens. Über den Wielandplatz (Denkmal) weiter zum Frauenplan. Diesen Platz beherrscht das Goethehaus, das 1709 erbaut und von 1782 bis 1832 von Goethe bewohnt wurde. Hier entstanden viele seiner großen Dichtungen und wissenschaftlichen Werke, Goethe trug 50.000 Sammlungsstücke zusammen. Dieses Haus war Treffpunkt von Schriftstellern, Künstlern, Philosophen und Gelehrten. Haus, Inventar undSammlungen gingen 1885 in den Besitz des Großherzogtums über und wurden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die nahe Schillerstraße wurde im Verlauf der ehemaligen Stadtmauer angelegt. Das älteste Haus in dieser Straße ist das Schillerhaus (1777), von Schiller 1802 gekauft. 1847 erwarb die Stadt das Haus und richtete eine Schiller-Gedenkstätte ein. Das Ende dieser Straße bildet das Wittumspalais, das 1767 im Stil des Barock entstand. 1774 kaufte die verwitwete Herzoginmutter Anna Amalia das Gebäude und bewohnte es bis zu ihrem Tod im Jahre 1807. In diesem
Haus kamen viele Persönlichkeiten, die das Leben in Weimar bestimmten, zur so genannten „Tafelrunde“ zusammen. Es beherbergt nun das Wieland-Museum. Am Theaterplatz steht das Wahrzeichen Weimars, das Goethe- und Schiller-Denkmal (1857), ein Werk des Dresdner Bildhauers Ernst Rietschel. Das Deutsche Nationaltheater ist schon das vierte Theatergebäude an dieser Stelle. Hier wirkten auch Goethe, Schil-ler, Franz Liszt und auch Richard Strauss. Gegenüber steht das Bauhaus-Museum, 1823 als Remise im klassizistischen Stil errichtet. Weiter auf den Goetheplatz. Dort lädt der Russische Hof (1803), einst beliebter Treffpunkt von Künstlern und Gelehrten, zur Einkehr ein. An schließend der Kasseturm, ein Eckturm der einstigen Stadtbefestigung. Nun über den Rollplatz zur Jakobs kirche. Der jetzige Bau stammt von 1712/13, ein Vorgängerbau aus demJahr 1168. An der Kirchenwand steht der Grabstein von Lucas Cranach dem Älteren, der hier 1553 beigesetzt wurde. Das Original des Grabsteins befindet sich in der Herderkirche. Ebenso hier der Grabstein für Goethes Frau Christiane. In der Sakristei dieser Kirche wurde 1806 ihr Ehebund geschlossen. In der Jakobstraße das Kirms-Krackow-Haus. Es wurde 1917 als Museumbürgerlicher Wohnkultur des 19. Jh. eröffnet. Nach großzügigen Renovierungsarbeiten ist es der Öffentlichkeit wieder zugänglich. Am Herderplatz die Herderkirche. Ihre älteste Erwähnung stammt aus dem Jahr 1253. Zwei Brände (1299,1424) machten Neubauten notwendig. Von 1284 bis 1513 unterstand sie dem Deutschritterorden. Nachdem Weimar Mitte des 16. Jh. Residenzstadt wurde, bekam die Stadtkirche die Bedeutung einer Haupt- und Grabkirche für die Weimarer Herzöge. Martin Luther hielt hiermehrmals Predigten, Johann Sebastian Bach, Hoforganist in der Schlosskirche, spielte auch auf der Orgel dieser Kirche. Für seine mitreißenden Predigten war Johann Gottfried Herder bekannt, der 27 Jahre das Kirchen- und Schulwesen im Land leitete. Er wurde 1803 in der Kirche bestattet. Das beeindruckende dreiflügelige Altarbild, von Lucas Cranach dem Älteren entworfen, wurde durch Lucas Cranach den Jüngeren 1555 vollendet. Die Kaufstraße führt zum Marktplatz, unserem Ausgangspunkt. Rund um die Stadt befinden sich weitere sehenswerte Schlösser und Parks. Das barocke Schloss Belvedere (Rokokomuseum mit Porzellan, Fayencen, Möbeln, Schmuck und Gemälden des 18. Jh.; Musikgymnasium Franz Liszt). In Tiefurt ein Schloss mit Museum, Park und Kirche. Schloss Ettersburg wurde 1706/12 errichtet. Wenige Kilometer nördlichwestlich von Weimar liegt auf der Anhöhe des Etters berges Buchenwald. 1937 begannen die Nazionalsozialisten hier Kasernen und ein Kon zentra tionslager zu errichten. Wegen der in der Umgebung wachsenden Buchen erhielt die Anlage den Namen „Bu chenwald“. Von der Ruine des Bahnhofes führt der „Carachoweg“ vorbei an den ehemaligen SS-Kasernen, die später als Wohnhäuser benutzt wurden, zum ehemaligen Konzentrationslager. Zwischen 1937 und 1945 sperrten die Nazis hier 250 000 Menschen ein. Obwohl Buchenwald kein Vernichtungslager war, fanden doch 56 000 von ihnen hier den Tod. Nach dem Krieg war das Grauen jedoch noch nicht vorbei. Die Sowjets übernahmen die Anlagen und richteten darin ein „Speziallager“ ein. Nicht nur Nazis, sondern auch Gegner der kommunistischen Ordnung oder einfach Unschuldige, die versehentlich in die Fänge der sowjetischenStreitkräfte geraten waren, wurden hier unter unwürdigsten Bedingungen gefangen gehalten. Das einstige Konzentrationslager mit dem Arrest, dem Krematorium und dem Kammergebäude ist als Museum zugänglich (für Kinder Zutritt verboten). Vorbei am Steinbruch und den Ruinen der SS-Villen gelangt man vom Lager zur am Südhang des Berges errichteten Nationalen Mahn- und Gedenkstätte (1954/58) mit dem Buchenwalddenkmal. Dahinter erhebt sich der 50 Meter hohe Glockenturm. Unterhalb des Turmes verbindet die „Straße der Nationen“, die an die Gefangenen aus 33 Nationen erinnern soll, drei große Ringgräber. Der Stelenweg mit sieben Reliefs führt wieder hinauf auf den Gipfel.

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