Stadt, Einwohner: 20 000, Höhe: 296 m, Postleitzahl: 98574. Auskunft: Tourist-lnforma tion. Bahnstationen: Hauptbahnhof und Bahnhof Fachhochschule. Busverbindungen nach Bad Salzungen, Suhl, Steinbach-Hallenberg, Oberhof, Friedrichroda, Gotha, Erfurt, Brotterode, Bad Liebenstein, Meiningen und in die Rhön.
Die Stadt liegt zwischen Rennsteig und Werratal im klimatisch begünstigten Talkessel von Schmalkalde und Stille. Mit den umgebenden ausgedehnten Wäldern und der gepflegten his torischen Bausubstanz (vorwiegend 15. – 18. Jh.) ist Schmalkalden der Blickfang im gesamten südwestlichen Thüringer Wald-Vorland. Der 874 urkundlich erwähnte Ort hatte im Mittelalter über 200 Jahre Doppelherrschaft zu verkraften (Henneberger und Hessen), ehe er 1583 in hessischen Alleinbesitz überging, 1866 preußisch und 1945 in das Land Thüringen eingegliedert wurde. Historisch bedeutsam war der Schmalkaldische Bund als Zusammenschluss der protestantischen Landesfürsten und Städte gegen die Machtinteressen des katholischen Kaisers Karl V. In den Mauern der Stadt fanden sieben Beratungen des Bundes statt. An der bedeutendsten Tagung im Jahre 1537 nahm Dr. Martin Luther teil und legte seine „Schmalkaldischen Artikel“ zur Diskussion vor. (1580 als evangelische Glaubenssätze anerkannt). Der Schmalkaldische Krieg 1546/47 endete mit dem Sieg der kaiserlichen Truppen.
Sehenswert im Ort und in der Umgebung
Der gut erhaltene historische Altstadtkern zählt zu den schönsten in Thüringen und wird charakterisiert durch einen reichen Fachwerkbestand und die sogenannten „Steinernen Kemenaten“, stattliche in Sandstein errichtete Häuser aus dem 15./16. Jh. mit gotischen Treppengiebeln: Große Kemenate, Todenwarthsche Kemenate, Rosenapotheke, HeiliggrabesbehausungmitWohnturmund Henneberger Wappen. – Rathaus (1419): Gründungs- und Tagungsort des Schmalkaldischen Bundes. – Die Stadtkirche St. Georg mit Lutherstube wurde 1437/1509 als spätgotische Hallenkirche errichtet. – Denkmalgeschützte Fachwerkhäuser: Reformierte Schule, Evangelisches Dekanat (1549), sogenannte „Insel“ (15. Jh.), Luther-Haus (15. Jh.). – Hessenhof, erbaut 1203 mit Fachwerk von 1551/53, enthält im Kellergewölbe Wandmalereien zur Iweinsage. – Lieb augsches Haus und Stengelsches Haus mit schönen Innen höfen. – Häuserzeile „Neue Reihe“. – Von der doppelten Stadtmauer sind nur noch Reste und der Pulverturm erhalten. – Schloss Wilhelmsburg: Kunst und Kulturdenkmal der deutschen Renaissance (1585 – 1590), fast vollständig erhaltene Vierflügelanlage mit Treppentürmen und ursprünglicher Raumstruktur. Originale Wandmalereien und Stuckarbeiten schmücken Gemache, Festsäle wie auch die Schlosskirche, eine der frühesten evangelischen Predigtkirchen. Besonders wertvoll ist die „hölzerne“, noch heute bespielbare Orgel (1589). Das Museum zeigt eine ständige Ausstellung zu Renaissance, Reformation, Baugeschichte, höfischer Kultur, Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, Landgrafengemach, Hofstube mit einer Sammlung historischer Ofenplatten und Öfen, Herrenküche sowie die Kopie der Wandmalerein zum IWEIN-EPOS (Original von 1225 im Hessenhof). Sehenswert auch die Außenanlagen von Schloss Wilhelmsburg: Pfalz, Ex-erzierplatz, Torwächterhaus, Backhaus, Zwinger mit Kristallturm, Marstall, Wasserkunst, Gärten, Schloss teich. – Technisches Museum „Neue Hütte“ im Orts teil Weidebrunn, eine klassizistische Holzkohle-Hochofenanlage von 1835. Siehe auch ASBACH, Ortsteil von Schmalkalden.
Spazier- und Wanderwege 1. Schmalkalden – Burg Maienluft – Wasungen (13.3 km): Bahnhof Fachhochschule – Henneberger Haus – Herrenkuppe – Kufenrasen – Krauses Ruh’ – Burg Maienluft – Bahnhof Wasungen, Rückfahrt per Bahn möglich. – 2. Schmalkalden – Henneberger Haus – Dreiherrnstein – Dolmar (14.0 km): Bahnhof Fachhochschule – Henneberger Haus – Dreiherrnstein – Buntsandsteinrücken zwischen Christes und Metzels – Hinterer Thalkopf (543 m) – Aufstieg zum Dolmar (auf 2.8 km 260 m Höhenunterschied!) – Dolmar (739 m), Aussichtspunkt: Thüringer Wald, Rhön, Frankenland; Rückfahrt per Bus möglich. – 3. Martin- Luther-Weg (17.0 km): Schmalkalden – Luther-Haus – Obertor – Gespringweg – Kleinsteinbach – Schnellbach – Großer Steinberg – Struth-Helmershof – Brückenfelsen – Köhlerei – Wiesenberg – Krämerod – Nesselhof, Grabendelle – Alte Ausspanne – Rennsteig – Rosengarten – Spitalwiese – Rechter Tammich – Luther-Brunnen – Tambach-Dietharz – Rückfahrt per Bus möglich. Der Verlauf dieses Weges nimmt Bezug auf die Reiseroute des Reformators Martin Luther, der 1537 auf der bedeutendsten Tagung des Schmalkaldischen Bundes weilte und wegen schwerer Krankheit vorzeitig über Tambach nach Wittenberg abreiste. Das Wasser aus dem Tambachborn, heute Luther-Brunnen, soll ihm Linderung von seinen Leiden gebracht haben. – 4. Museumsrundwanderweg (14 km): Schloss Wilhelmsburg – Schellerswälchen – Asbach – Talseite des Mühlberges (Zechsteinriff) – Talseite des Kohlberges (Quarzporphyr) – Breitensteine – Besucherbergwerk Finstertal – zurück zur Ortsmitte Asbach – Hohe Straße – Kleinsteinbach – Technisches Museum „Neue Hütte“ – zurück bis Kleinsteinbach – Luther-Weg bis Stadtmitte. – 5. Rundwanderung: Schmalkalden – Promenadenweg – Ehrental – Waldhaus – Schmalkalden (9.6 km): Neuer Teich – Hotel Jägerklause – Waldhotel, historisches Wirtshaus und Wildgehege im Ehrental – Gasthaus Waldhaus – zurück auf dem Promenadenweg bis Neuer Teich. – 6. Schmalkalden –Besucherbergwerk „Hühn“ in Trusetal (10.5 km): Schmalkalden – Famberg – Röthkuppe – Mordfleck – Ruine Wallenburg – Besucherbergwerk „Hühn“. – 7. Naturlehrpfad Volkers (6.0 km): Schmalkalden – Volkers, Buswendeschleife – Volkerser Grund – Hohe Straße – Roßbachhöhe – Schulzengrund – Volkers, Buswendeschleife. – 8. Schmalkalden – Queste (4.0 km): Schloss Wilhelmsburg – Nordausgang des Schlosses – Walrabstraße links – Questenweg – Queste (425 m) mit Berggasthaus – auf gleichem Weg zurück.



