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Zwischen Harz und Kyffhäuser Gebirge erstreckt sich die „Goldene Aue“, eine landwirtschaftlich geprägte Niederung, die bis in die 1960er Jahre häufig durch die aus dem Harz kommenden Flüsse überschwemmt wurde. Als Gegenmaßnahme wurde die Talsperre Kelbra angelegt, heute Lebensraum für zahlreiche Wasservögel. Naturpark Kyffhäuser Klein, aber oho Das Kyffhäusergebirge zählt zu den kleinsten Mittelgebirgen Deutschlands und bietet dennoch eine unerwartete und immer wieder von neuem überraschende landschaftliche Vielfalt. Das Spektrum reicht von zum Teil uralten Buchen- und Eichenwäldern über Trockenrasen bis hin zu Steppenheiden. Seine Vielfalt verdankt das Gebirge, das sich aus den drei Höhenrücken Hainleite, Windleite und Kyffhäusergebirge zusammensetzt, seiner besonderen geographischen Lage und seiner Geologie. Während der Großteil des Höhenzugs mit Wald bedeckt ist – auf dem Muschelkalk der Hainleite steht einer der größten zusammenhängenden Buchenwälder Deutschlands – fallen am Süd- und Westrand unbewaldete, bis zu 100 m hohe Hänge ins Auge. Hier Drei Naturparks prägen die Kartenregion: der Naturpark Harz im Norden, der Naturpark Kyffhäuser südlich davon und der Naturpark Eichsfeld im Südwesten. Das Kyffhäusergebirge, dessen höchste Erhebungen zwischen 400 und 500 m liegen, ist, geologisch gesehen, ein kleines Abbild des Harzes. Wie am Südrand des Harzes, im Biosphärenreservat Südharz, findet man auch hier Karsterscheinungen wie Höhlen und Dolinen. Das Kyffhäuser Gebirge ist ein beinahe geschlossenes Waldgebiet, in dem Buchen und Eichen dominieren. Doch Magerrasen und steile Gipshänge bieten Lebensraum für Pflanzen, die sonst nur in den Steppen Osteuropas oder am Mittelmeer vorkommen. Bunte Streuobstwiesen sind hingegen ein Markenzeichen des Eichsfelds. ist der Untergrund sehr gipshaltig und stark verkarstet, die Grundwassermenge ist so gering, dass sich darauf kein Wald bilden kann. Einmalige Tier- und Pflanzenwelt Doch wer meint, entsprechend wenig würde hier wachsen, täuscht sich: Der gipshaltige Untergrund, die geringen Niederschläge (Leelage) und die intensive Sonneneinstrahlung (bis zu 40 °C sind im Sommer keine Seltenheit) haben eine in Deutschland einmalige Pflanzen- und Tierwelt hervorgerufen. Botaniker und Biologen finden hier Arten, die eigentlich in ganz anderen Klimazonen ihre Heimat haben, z. B. das Federgras, das eher aus den östlichen Steppengebieten Asiens bekannt ist, oder das Nadelröschen und die Röhrenspinne aus dem Mittelmeerraum. Manch einer wird auch überrascht vor Pflanzen stehen, die er eigentlich eher von der Nordseeküste kennt. Salzliebende Pflanzen (Halophyten) wie die Strandaster und der Queller finden sich an Salzquellen, an denen aus den Zechsteinschichten gelöste Salze an die Oberfläche treten. Das Esperstedter Ried beherbergt die größten Binnensalzstellen Thüringens: Die 500 ha große Senke entstand durch Auslaugungder in 300 m Tiefe liegenden Salzlagerstätten. Eine Ausstellung im Regionalmuseum in Bad Frankenhausen informiert darüber (Di – So 10 – 17 Uhr). Der Kyffhäuser „Grand Canyon“ Wasser spielt eine wichtige Rolle im 305 qkm großen Naturpark. Die Wipper durchschneidet den Höhenzug Hainleite im eindrucksvollen Wipperdurchbruch zwischen Seega und Günserode: Hier hat sich das Flüsschen über Jahrmillionen seinen Weg durch den Muschelkalk geschnitten und einen Canyon mit steilen Hängen geschaffen. Wer entlang der Wipper unterwegs ist, dem wird auffallen, dass die beiden Talseiten der Wipper unterschiedlich aussehen. Grund dafür ist die Geologie: Im Süden steht Muschelkalk an, auf der Nordseite Buntsandstein. Der Durchbruch ist unter Botanikern wegen seines Orchideenreichtums auf der Südseite berühmt. Wo die Kraniche rasten Die Goldene Aue – im Mittelalter ein riesiges Sumpfgebiet und im 12. Jh. trocken gelegt – erstreckt sich zwischen dem Südrand des Harzes sowie der Windleite und dem Kyffhäusergebirge und wird von der Helme durchflossen. Durch den Bau eines Staudamms wurde der Fluss zum Helme-Stausee Berga-Kelbra gestaut, heute das bedeutendste Wiesenbrüter- und Vogelrastgebiet Thüringens. Es wurde 1978 zum schutzwürdigen Feuchtgebiet gemäß der Ramsar-Konventionerklärt.Stausee mit seinen angrenzenden Feuchtwiesen zu einem Mekka der Vogelkundler und Hobby-Ornithologen:Dann legen hier rund um den See bis zu 10 000 Kraniche eine Pause auf ihrem Weg nach Süden ein. Neben den „Stars“ lassen sich aber auch Enten, Watvögel (Kiebitz, Bekassine, Rotschenkel, Großer Brachvogel), Hauben-, Zwerg-, Schwarzhalstaucher, Rallen, Höckerschwäne, Lachmöwen und Dommeln beobachten. Zu den großen Vertretern der Vogelwelt zählen Seeadler, Fischadler, Wanderfalke und Kormoran. Während des alljährlich zweimaligen Vogelzugs begeistern auch die riesigen Lerchenund Finkenschwärme. Die Naturparkverwaltung sorgt für optimale Beobachtungsbedingungen und hat Vogelbeobachtungstürme errichtet. Außerdem bietet sie in den Herbst- und Wintermonate spezielle Führungen und Exkursionen an. Information zu den hier brütenden und durchziehenden Vogelarten bietet die Broschüre „Das Esperstedter Ried und seine reiche Vogelwelt“, die das Ministeri-um für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt des Freistaats Thüringen herausgegeben hat.

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