istockphotos.com / buchwerkstatt.com

Kreisfreie Stadt Regierungsbezirk: Düsseldorf Bundesland: Nordrhein-Westfalen Einwohner: 579.800 Postleitzahl: 45001 – 45359 Tel.-Vorwahl: 0201

Essen nimmt den sechsten Rang unter den einwohnerstärksten Städten in Deutschland ein. Sie gilt als Metropole des Ruhrgebiets. Der Kohlestaub, der einst „wie Nebelschwaden in London“ (Levin Schücking, 1872) über dieser Stadt lag, ist längst verzogen, nachdem auch die letzte Zeche ihren Betrieb eingestellt hat. Geschichte: Siedlungsspuren aus vielen Epochen wurden gefunden, doch entstand eine kontinuierliche Siedlungstätigkeit wohl erst aus den frändiesenkisch-sächsischen Grenzkriegen, die eine Befestigungsanlage unter dem heutigen Burgplatz vermuten lassen.

796 beginnt der friesische Missionar Liudger mit dem Bau einer Kirche in ‘Werithina’, dem heutigen Werden. Nördlich des Burgplatzes, nahe dem Viehofer Platz, gründet 852 der sächsische Adlige Altfrid vom Hof ‘Asnide’ ein Damenstift. Um die heutige Marktkirche entstehen die ersten Siedlungen. Schon zu Beginn des 14. Jh. wird im Gebiet nach Kohle gegraben. Die um das Münster entstandene Siedlung wird 1377 reichs unmittelbare Stadt, ohne dass die Äbtissinen des Damenstifts an Ein fluss verlieren. Erst mit Einführung der Reformation in Essen (1563) verlieren die kirchlichen Damen allmählich ihre Privilegien zugunsten der Bürgerschaft, bis 1803 die Säkularisation das Kloster gänzlich auflöst. 1587 lässt sich ein Arndt Krop (Krupe), ein Vorfahre der Familie Krupp, als Kaufmann in Essen nieder.

Sein Nachfahre Friedrich Krupp gründet 1811 eine Fabrik zur Erzeugung von Gussstahl – der Grundstein zur Industriestadt ist gelegt und die Familiendynastie Krupp verhilft der Stadt fortan zu Weltruhm. Und noch ein Ereignis revolutioniert die Technik von Essen aus: 1832 gelingt das Abteufen eines Schachts in bisher verschlossene Tiefen, so dass nunmehr ein weitflächiger Kohleabbau unter Tage möglich ist – die Montanstadt Essen ist geboren. 1945 versinkt die Stadt im verheerenden Bombenhagel in Schutt und Asche, doch der Wiederaufbau hat sämtliche Kriegswunden geschlossen. Kohle und Stahl geraten in die Krise: in Essen wird 1986 auf der „Zeche Zollverein“ die letz te Schicht gefahren.

Heute ist Essen eine Stadt mit viel Grün und seit 1972 auch Universitätsstadt. Sehenswertes: Am Burgplatz, dem vermutlichen Standort einer frühen fränkischen Befestigungsanlage, erhebt sich das dreischiffige Münster (1275- 1307), dessen Westwerk, Krypta und achteckiger Turm noch ottonischen Ursprungs (um 1000) sind. In der Domschatzkammer wird mit über 1000 Jahren die älteste vollplastische Marienfigur des Abendlandes, die „Goldene Madonna“, aufbewahrt. Nördlich, am Flachsmarkt, steht seit dem 11.Jahrhundert die Marktkirche, 1563 Aus gangs punkt der Reformation in Essen. Einen guten Steinwurf östlich des Münsters mahnt die Alte Synagoge (1911/13) an die Schrecken des Nazi-Regimes in Essen.

Der repräsentive, in Muschelkalk errichtete Kuppelbau an der Steeler Straße (Nr. 29) gilt als größtes jüdisches Gotteshaus in Deutschland. An der Goethestraße im Stadtteil Rüttenscheid hat sich ein Museumszentrum gebildet: das Folkwang-Museum mit einer bemerkenswerten Kunstsammlung von Meisterwerken der Romantik bis heute. Daneben das Ruhrlandmuseum mit Exponaten zur Geologie, Industrie und Sozialgeschichte des Ruhrgebiets. Der Gruga-Park im Stadtteil Margarethenhöhe beansprucht ohne Bescheidenheit das Prädikat „einer der schönsten und größten deutschen Stadt gärten“ für sich. Mit viel Fachwerk des 17. bis 19. Jh. wartet der mit verwinkelten Gassen durchzogene, mittelalterliche Ortskern von Kettwig auf. Von jenseits der Ruhr grüßt Schloss Hugenpoet (1647), ein barockes Wasserschloss (heute Hotel-Restaurant) mit kostbarer Innenausstattung (reliefverzierte Kamine).

Folgt man von Kettwig der Ruhr flussaufwärts bis zum
Baldeneysee, einem 8 km langen Stausee mit bedeutender Erholungsfunktion,erblickt man bald am bewaldeten Hochufer die Villa Hügel (1872), einst Residenz der Fabrikantendynas tie Krupp, heute Schauplatz großer Ausstellungen und stilvoller Kammerkonzerte. Der 75 ha große Hügel-Park rund um die Villa beeindruckt durch botanische Raritäten und alten Baumbestand.

Östlich der Villa Wandern und Radeln Hügel versteckt sich am Bottlenberg mitten im Wald die Ruine Isenburg, am besten erreichbar vom Ausflugslokal „Heimliche Liebe“. Dieser Burg des Grafen Dietrich von Isenberg war kein langes Leben beschieden: 1242 erbaut – 1288 aus Rache zerstört. Jenseits des Baldeneysees erhebt sich im alten Ort Werden, Brückstr. 77, die St. Ludgerus-Basilika, die ehem. Kirche der fürstlichen Reichsabtei mit Schatzkammer, 1256 an Stelle der 799 vom Friesen-Missionar Liudger begonnenen Klosterkirche in staufischer Romanik errichtet.

Unweit, Klemensborn 39, residierten in der barocken Abtei (1745-57) bis 1803 die fürstlichen Äbte des Benediktiner-Klosters Werden. An der Grafenstraße hat sich eine his -torische Kuriosität erhalten: die Kemnate (1336), mit 2,24 m Breite das schmalste Haus.Am östlichen Ende des Baldeneysees, im Stadtteil Kupferdreh, verkehrt zwischen dem dortigen Alten Bahnhof und Haus Scheppen der Museumszug Hespertalbahn. Die historische Dampflok fährt von Mai bis Oktober an jedem ersten und dritten Sonntag sowie an Feiertagen (Sonderfahrten n. Vereinb.).

Das Mineralien-Museum an der Kupferdreher Straße Nr. 141-143 mit Mineraliensamm lung und Schwerpunktthemen wie „Stein kohle“ oder „Evolution der Wirbeltiere“ dient nur als Übergangslösung bzw. Außenstelle des Ruhrlandmuseums. Entlang eines Rundwanderweges durchs Deil bachtal kann man in der Museumslandschaft Deilbachtal an Ort und Stelle erhaltene Natur-, Bau- und Technik-Denkmäler (Hammerschmie de aus dem 16.Jh.!) hautnah erleben.

Wetter

Wetter heute in Köln (46m)
Temp. min: 5.4°
Temp. max: 22.2°
Ein recht sonniger Tag, zeitweise versteckt sich die Sonne aber auch hinter Wolken.
© ZAMG
NatureWatch