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Die landschaftlichen Höhepunkte der Region

Wo sich heute die Schwäbische Alb erstreckt, lagerte in der Erdfrühzeit ein tropisches Meer, das langsam zurückwich, als sich die Alpen auffalteten, der Oberrheingraben einbrach und sich das Grundgebirge des Jurameeres mit seinen Sedimentschichten nach oben schob und zerbrach. Rest der einstigen Meeresküste auf der Ostalb ist das Heldenfinger Kliff bei Gerstetten. Bizarre Felsformationen findet man überall auf der Ostalb, besonders schön anzusehen in den „Steinernen Jungfrauen“ im Eselsburger Tal bei Herbrechtingen.

Durch die heutigen Trockentäler flossen einst Bäche und Flüsse, bevor sie im karstigen Untergrund versickerten und ihren Lauf unter der Erde fortsetzten. Oberhalb der Wasserlinie nahm der frühe Mensch Besitz von den Höhlen, die sich im Karst gebildet hatten. Berühmtheit erlangte vor allem das Lonetal bei Niederstotzingen, wo in der Vogelherdhöhle nahe Stetten die ersten Kunsthandwerke der Menschheit gefunden wurden. Auch in den Höhlen des Rosensteins bei Heubach fand der frühe Mensch Unterschlupf. Andere Höhlen bildeten Tropfsteine aus, wie die Charlottenhöhle bei Giengen-Hürben. Auch das Wental bei Bartholomä ist ein albtypisches Trockental, reizvoll besonders durch seine bizarren Felsen. Aus dem verkarsteten Boden treten allerorts Karstquellen ans Tageslicht, wie der idyllische Brenztopf in Königsbronn. Als die Schwäbische Alb noch in Bewegung war, gelangten witterungs resistente Gesteinsmassen nach oben, die heute als Zeugenberge im Vorland der Alb stehen. Ein schönes Beispiel dafür ist der Ipf bei Bopfingen, der schon vor der Zeitenwende als befestigter Siedlungsplatz diente. Bei Steinheim und Nördlingen schlugen vor etwa 15 Millionen Jahren Meteoriten ein und bildeten riesige Krater (Ries), die sich deutlich von ihrem Umland abheben.

Zur Geschichte Württembergs
Vor- und Frühgeschichte In der Jurazeit (vor 130 bis 190 Millionen Jahren) bedeckt das Jurameer große Teile des heutigen Württembergs. In den Sedimenten dieses tropischen Meeres fanden sich zahlreiche Fossilien. In der Kreidezeit zieht sich das Meer zurück, tektonische Bewegungen formen das Land, aus dem Erdinnern bricht sich Vulkanismus seine Bahn bis an die Erd oberfläche. Vor etwa 700.000 Jahren erscheint dann auch der Mensch als Jäger und Sammler in diesem Gebiet. Etwa 35.000 Jah re alt ist eines der ältes ten Kunstwerke der Welt, gefunden in der Vogelherdhöhle im Lonetal. Vor etwa 10.000 Jahren geht die letzte Eiszeit zu Ende, Jäger und Sammler müssen sich nun nicht mehr dem wandernden Gletschereis anpassen, sondern können allmählich sesshaft werden und Ackerbau betreiben. Das dürfte vor etwa 7.000 Jahren so gewesen sein.

Ihre zunehmende Sesshaftigkeit wird eindrucksvoll durch eine Vielzahl fundgesicherter Urnen- und Hügelgräber belegt. Besonders das Volk der Kelten (5.-1. Jh. v. Chr.) prägt sich unauslöschlich in die Geschichte dieses Landes ein. Im 1. Jh. v. Chr. verdrängen allmählich die Römer die keltischen Stämme und besetzen bis ins 3. Jh. n. Chr. das Land, gesichert durch Grenzwälle (Limes), Kastelle und Siedlungen (Donnstetten, Heidenheim, Köngen, Rottweil, Rottenburg u.a.). Alemannische Landnahme und schwäbisches Herzogtum Dann fegt ab 260 n. Chr. der Alemannensturm übers Land, dem die Römer weichen müssen. Vom 3. bis 6. nachchristlichen Jahrhundert bestimmen nun die Alemannen die Siedlungstätigkeit („ingen“-Orte), danach auch die Franken („heim“-Orte), die 746 das alemannische Herzogtum zerschlagen.

Es bildet sich im 10./11. Jh. ein schwäbisches Herzogtum heraus, in dem Zähringer und später Staufer den Ton angeben und eine Vielzahl von Städten gründen. Mit dem Tod des letzten Staufers (1268) erlischt das Herzogtum Schwaben. Grafengeschlechter (Wirtemberg, Tübingen, Zollern) gewinnen an Einfluss, von denen um 1300 vor allem die Grafen von Württemberg (Wirtemberg) durch Gebietszuwächse ihre Hausmacht mehren können. 1442 kommt es zur Württemberger Landesteilung in die Herrschaften Urach und Stuttgart, bis man sich 1482 im „Münsinger Vertrag“ auf die gemeinsame Hauptstadt Stuttgart einigt. Mit Graf Eberhart im Bart steigt die Grafschaft 1495 zum Herzogtum Württemberg auf. Vorboten von Bauernunruhen, wie der „Arme Konrad“ in Schorndorf, bescheren Württemberg im „Tübinger Vertrag“ (1514) erste verfassungsmäßige Grundrechte auf deutschem Boden. Als dann 1525 Bauernaufstände offen ausbrechen, behalten die im „Schwäbischen Bund“ vereinten Städte die Oberhand, die zuvor den württembergischen Herzog vertrieben haben (1520-34), wodurch Österreich einen Fuß ins Land setzt („vorderösterreichische Gebiete“).

Der Herzog erobert jedoch sein Land zurück und führt nach 1534 die Reformation in Württemberg ein. Von der Reformation zum Königreich Aus Glaubensgründen steht daher Württemberg auch im Dreißigjährigen Krieg auf Seiten der protestantischen Union. In der historischen Schlacht bei Nördlingen (1634) unterliegt Württemberg der kaiserlichen Liga. Auch nach dem „Westfälischen Frieden“ (1648) bleiben die Zeiten unruhig: Die französischen Réunionskriege (1679-97), denen Heidelberg mit seinem Schloss zum Opfer fällt, der Pfälzische Erbfolgekrieg (1688-97) und der Spanische Erbfolgekrieg (1701-14) werfen auch auf Württemberg erhebliche Schatten. Doch es folgt auch die Zeit des Barock, die dem Land unvorstellbaren kunsthistorischen Reichtum beschert. 1805 erhebt Napoleon das Herzogtum zum Königreich Württemberg, das bis 1918 Bestand hat. Nach 1945 wird das Land unter den Besatzungsmächten neu aufgeteilt, bevor es sich nach Volksabstimmung (1951) zum neuen deutschen Bundesland Baden-Württemberg zusammenschließt.

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