Ausgedehnte Wälder, romantische Schluchten und anmutige Täler, dazwischen idyllische Dörfer mit engen Gassen: Der Odenwald protzt nicht mit großen Bergen oder weltberühmten Sehenswürdigkeiten – wer jedoch einen zweiten Blick auf das Mittelgebirge riskiert, der wird mit zahlreichen Naturschönheiten, abenteuerlichen Geschichten, tollen Wanderwegen, de würzigen Duft der Wälder und einer alles überziehenden wohltuenden Ruhe belohnt.

Über große Teile des Odenwaldes erstrecken sich der Naturpark Neckartal-Odenwald sowie der UNESCO Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald. Geoparks sind Landschaften mit geologischen Sehenswürdigkeiten (Geotopen) von herausragender Schönheit.

 

Felsenmeer im Odenwald: Beeindruckend und mystisch

Es ist wohl das bekannteste Naturdenkmal des Odenwaldes: das Reichenbacher Felsenmeer. Aber auch wenn jeder immer nur von „dem Felsenmeer“ spricht – ursprünglich gab es mal insgesamt 18 dieser mächtigen Blockströme. Einige wurden von den zahlreichen Steinhauern in der Region abgetragen und finden sich heute in Treppen, Sockeln oder Grabsteinen wieder.

Inzwischen steht jedoch der gesamte Felsberg und die anderen verbliebenen Felsenmeere unter Naturschutz. Und wenn jemand vom Felsenmeer im Odenwald spricht, meint er in der Regel das berühmteste der steinernen Meere, das große Felsenmeer in Lautertal-Reichenbach im Vorderen Odenwald.

Die gigantische Landschaft aus rundlichen Felsblöcken zieht sich über einen Kilometer den Felsberg hinauf und lädt zum Klettern, Erkunden und Staunen ein. Imposant ist auch die gigantische Riesensäule, ein Überbleibsel aus der Zeit der Römer, die das Gestein für sich nutzten und fast 300 unfertige Werkstücke zurückließen.

Das Reichenbacher Felsenmeer ist ein beliebtes Ausflugsziel und ein gigantischer Abenteuerspielplatz für Wanderer, Boulderer und Naturgenießer.

Etwas ruhiger geht es in diesen beiden Felsenmeeren zu:

  • Ebersberger Felsenmeer bei Erbach im Odenwald: Erkundung am besten über die Rundwanderung „Höhendorf-Weg“.
  • Felsenmeer auf dem Königsstuhl bei Heidelberg: Hier sind zwischen den Blockschutthalden seltene Pflanzen und Tieren anzutreffen.

 

Was ist überhaupt ein Felsenmeer?

Felsenmeere sind Landschaftsformen, die zum größten Teil aus Steinen oder Felsen bestehen. Sie strahlen mit ihrer oftmals urtümlichen Erscheinungsform eine ganze eigene Faszination aus. Und auch, wenn man inzwischen weiß, wie sie entstanden sind (vor Millionen von Jahren durch gewaltige Erdkräfte und die Verwitterung über die Jahrtausende), sind sie immer noch Schaupatz für phantasievolle Sagen und Geschichten.

Im Odenwälder Felsenmeer etwa bekamen sich angeblich zwei Riesen in die Haare und bewarfen sich mit Felsbrocken. Der Felsberger Riese hatte für seinen Kontrahenten auf dem gegenüberliegenden Hohenstein nicht genügend Felsen als Wurfmaterial und wurde bald unter den Blöcken begraben. Noch heute ruht er unter dem Felsenmeer – und wer ganz besonders gut die Ohren spitzt, kann ihn angeblich manchmal schnaufen hören…

 

Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten

Aber auch abseits des berühmten Felsenmeeres bietet der Odenwald zahlreiche große und kleine Sehenswürdigkeiten und Highlights entlang der vielfältigen Wanderwege. Wir stellen euch einige davon kurz vor:

 

Katzenbuckel: Höchster Berg im Odenwald

Er ist mit 626 Metern Höhe die höchste Erhebung im Odenwald: Der Katzenbuckel. Auf dem erloschenen Vulkan steht ein Aussichtsturm, der eine fantastische Rundsicht über die Wälder des Odenwaldes und bis in die benachbarten Mittelgebirge bietet. An guten Tagen sind hier Fernsichten bis hin zum 120 Kilometer entfernten Kreuzberg in der Röhn möglich.

Im einem ehemaligen Steinbruch ist heute der Katzenbuckelsee anzutreffen. Hier beginnt auch der geologische Lehrpfad „Weg der Kristalle“, der euch die Entstehungsgeschihcte des Katzenbuckels erklärt und euch bis rauf auf den Aussichtsturm führt. Der Weg ist gut ausgeschildert und rund 1,5 Kilometer lang.

 

Margarethenschlucht: Folgt dem Flursbach

Sie zählt zu den höchsten Wasserfällen Deutschlands: Die Margarethenschlucht bei Neckargerach. Über acht Wasserfallstufen strömt das Wasser des Flursbachs durch die wildromantische Schlucht und bahnt sich seinen Weg durch den Buntsandstein. Dabei verliert er insgesamt 110 Höhenmeter. Die Schlucht steht bereits seit 1940 unter Naturschutz.

Auf dem Naturpark-Pfad ausgehend vom Bahnhof in Neckargerach könnt ihr auf rund drei Kilometern die beeindruckende Schlucht und die darauffolgenden tollen Ausblicke auf das Neckartal genießen. Festes Schuhwerk dringend empfohlen!

 

Tropfsteinhöhle Eberstadt: Ab unter die Erde

Wen es eher unter die Erde zieht, der sollte bei Buchen Station machen: Im Stadtteil Eberstadt befindet sich diese ehemalige Tropfsteinhöhle, die zufällig bei Sprengarbeiten in den 70er Jahren freigelegt wurde. 600 Meter dieser ehemaligen Flusshöhle sind begehbar, die Tropfsteinhöhle ist zwischen zwei und acht Metern hoch und breit.

 

Burgen, Schlösser und Ruinen

Der Odenwald ist nicht nur bekannt für seine Wälder und Naturschönheiten, sondern auch für seine vielen Burgen und Schlösser. Ganz besonders im Süden: Hier durchschneidet der Neckar den Odenwald und wie an einer Perlenkette reihen sich Burgen, Schlösser und Ruinen hoch über den steilen Berghängen aneinander. Es gibt keine andere Region in Deutschland, die mit einer solchen Dichte an Burgen, Ruinen und Schlössern ausgestattet ist, wie das Neckartal.

Elegante Schlösser, verzauberte und verfallene Ruinen, gut erhaltene Burgen oder dunkle Gewölbe – Im Odenwald gibt es für jeden das richtige Gemäuer.

  

Wanderwege durch den Odenwald

Egal ob Spaziergang, Tageswanderung oder Fernwanderweg – auch hier hat der Odenwald für jedes Wanderherz das richtige Angebot:

Neckarsteig: Von Heidelberg bis nach Bad Wimpfen

Ideal für die Erkundung einiger dieser Gemäuer ist der Neckarsteig: Dieser führt euch Immer am Neckar entlang, 128 Kilometer von Heidelberg bis nach Bad Wimpfen: Auf dem Qualitätswanderweg durchstreift ihr Fluss-, Wald und Wiesenlandschaften,  erkundet die ein oder andere Schlucht und kommt an unzähligen Burgen und Ruinen vorbei. Der Neckarsteig bietet eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, ist also auch ideal für Tageswanderungen.

 

Nibelungensteig: Vom Rhein bis an den Main

4000 Höhenmeter im Odenwald? Auch das geht: Der Nibelungensteig führt euch ab Zwingenberg an der Bergstraße durch den Odenwald bis Freudenberg am Main. Und weil es immer durch die Höhen und Täler des Odenwaldes geht, sammelt ihr hier auf 130 Kilometern satte 4.000 Höhenmeter. Nicht schlecht für ein Mittelgebirge, oder?  Ein rotes „N“ auf weißem Hintergrund ist das Kennzeichen des Nibelungensteigs.

Namensgeber des Steiges ist natürlich das Nibelungenlied, das wahrscheinlich bekannteste Deutsche Nationalepos, welches übrigens im Jahre 2009 von der UNESCO in das Weltdokumentenerbe aufgenommen wurde.

 

Europäischer Fernwanderwege durch den Odenwald

Ihr habt noch nicht genug vom Fernwandern? Kein Problem: Europäisches Fernwanderfieber lässt  sich auch im Odenwald ausleben: Der Europäische Fernwanderweg 1 durchquert den Odenwald von Nord nach Süd und der Europäische Fernwanderweg 8 von West nach Ost. Und unterstreicht damit auch aus internationaler Sicht das Herausragende der Wanderlandschaft Odenwald.

 

Der Philosophenweg: Kultur-Highlight

Kein Fernwanderweg, dafür ein Highlight für Kulturfans ist der Philosophenweg: Er ist eine der Sehenswürdigkeiten Heidelbergs und einer der berühmtesten Spazierwege Deutschlands. Mit Blick auf die Schlossruine und den Königstuhl am Gegenhang führt er euch auf circa zwei Kilometern auf den Heiligenberg.

 

Ihr habt Lust auf den Odenwald bekommen?

 

 

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bietet euch 60 abwechslungsreiche Touren von Burg Frankenstein bis zum Fürstenlager in Auerbach, vom Reichenbacher Felsenmeer bis zur Siegfriedquelle bei Grasellenbach, vom aussichtsreichen Melibocus bis zum Kaiserturm auf der Neunkircher Höhe, der höchsten Erhebung des hessischen Odenwalds, von der Margarethenschlucht bis zur Minneburg, vom Philosophenweg bis zum Katzenbuckel (626m), der höchsten Erhebung des gesamten Odenwalds.

 

Dorothea Neu