Heutzutage ist Abenteuer schwer zu finden. Der Berg ist weit weg und der Himmel ist wolkenverhangen. Für viele Menschen zieht das Abenteuer des Lebens, seine Schönheit, all seine Verbindungen unbemerkt vorbei. Komischerweise sind die Trails oft gar nicht soweit entfernt. Im Gebirge oder im Wald sind Trails integraler Bestandteil, um den Zugang zu schwer erreichbaren Regionen zu ermöglichen. Sie werden nicht gebaut oder angelegt – Trails entstehen einfach durch Wiederholung. Je öfter ein Weg beschritten wird, desto breiter wird er. So durchziehen heute unzählige Trails die Gebirgsregionen, Wälder und Nationalparks.

Ursprünglich von Wanderern und Reitern benutzt, trifft man heute in zunehmender Zahl auf eine der effizientesten Erfindungen der Menschheit: das Mountainbike. Komplexes Design, hochwertige Materialien und innovative Technik machen aus den heutigen Mountainbikes hochentwickelte Fahrmaschinen, welche durch Robustheit und Belastbarkeit fast jedem Trail gewachsen sind. Das Mountainbike ist die effizienteste Möglichkeit einen Trail zu durchqueren.

Im Mountainbike-Sport ist in jüngster Zeit der Begriff „Singletrail“ entstanden. Unter einem Singletrail versteht man einen Pfad, welcher so schmal ist, dass man dort nicht nebeneinander fahren kann. Singletrails werden in unterschiedliche Schwierigkeitsstufen eingeteilt. Die Singletrail Scala (STS) unterscheidet zwischen leicht, mittel und schwer. Dabei orientieren sich die Schwierigkeitsstufen am Fahrkönnen des Mountainbikers und an der technischen Ausstattung des Bikes. Die technische Ausstattung eines Mountainbikes ist wiederum von seiner jeweiligen Klassifizierung abhängig.

Man unterscheidet sechs verschiedene Bike-Typen:

Unter einem All Mountain (AM) versteht man ein vollgefedertes (Full Suspension) Mountainbike. Die Schwerpunkte werden hier weniger auf Gewicht, als mehr auf Komfort und Zuverlässigkeit gelegt. Lange Federwege und eine robuste Rahmenkonstruktion bieten ein breites Einsatzspektrum. Mit dem All Moutain sind einfache Trails im Flachland bis zu Gebirgsüberquerungen möglich.

Das Cross Country (CC) ist hingegen weniger für Einsatz in schwierigem Gelände geeignet. Mit einem geringeren Federweg liegen seine Stärken mehr auf Straße oder Feldweg. Cross Country-Bikes sind als vollgefederte (Full Suspension) oder teilgefedert (Hardtails) erhältlich.

Das Downhill (DH) Mountainbike ist speziell für schnelle Abfahrten auf schwierigstem Terrain konzipiert. Durch die stabile Bauart in Verbindung mit massigen Federgabeln und hydraulischen Scheibenbremsen erreichen diese Bikes nicht selten ein Gewicht von bis zu achtzehn Kilogramm. Das Hautaugenmerk liegt auf Stabilität und Sicherheit bei der Abfahrt.

Enduro-Mountainbikes sind vollgefedert und besitzen einen deutlich größeren Federweg als All Mountain- und Cross Country-Bikes. Eine andere Rahmengeometrie begünstigt eine aufrechte Sitzposition. Enduros bieten Reserve bei Downhill-Fahrten und eignen sich hervorragend für Sprünge.

Freeride-Bikes stellen für Mountainbike-Fans oft die Königsklasse an Rädern dar. Mit diesen Bikes ist fast alles möglich. Sie sind extrem stabil und oft vollgefedert. Sämtliche Komponenten wie Bremsen, Schaltung und Federn sind für extreme Belastung ausgelegt. Aufgrund der stabilen Rahmengeometrie können Freeride-Bikes können bis zu zwanzig Kilogramm wiegen.

Das Dirt Jump (DJ) ist ein kleineres, kompaktes Mountainbike. Dirtbikes sind meist nur mit einer Federgabel oder mit Starrgaben ausgestattet. Auf Schaltwerk wird in der Regel verzichtet. Statt 26-Zoll-Rädern finden hier auch 24-Zoll-Räder Verwendung. Das Dirt Jump ist somit ideal zum Springen geeignet.

Für alle Mountainbike-Typen gilt: Das Bike ist nichts anderes, als Kreise, die Kreise drehen. Erst der menschliche Motor macht es elegant. Neben einem guten Bike sind bei einem Trail noch andere Komponenten von großer Bedeutung. Ob im Gebirge oder im Flachland, dem Wetter und den Verhältnissen angepasste Kleidung gehört genauso zum Equipment, wie professionelles Kartenmaterial.