Auf dem Sonnenplateau

Am Südostende des Achensees bei Maurach spielt sich das Skitouren-Geschehen größtenteils auf dem südwestwärts geneigten Hochplateau des Rofan zwischen verschachtelten Felslandschaften ab. Es lohnt sich, mit dem Lift der Rofanbahn auf 1840 Meter hoch zu schweben: Man spart sich den Pistenhatscher im Wald und kann außerdem zwei Spritztouren mit jeweils um die 500 Höhenmetern Aufstieg kombinieren.

Bei der Tour zur Seekarlspitze wechselt das Janusgesicht des Rofan mit seinen gegliederten Spornkämmen bei jeder Routenwendung den Ausdruck von wüst zerhackten Felstrümmer-Landschaften über sanft gewellte Hochflächen und weite Kare bis zu lotrecht in den Himmel schießenden Wänden. Und das auf kleinstem Raum! Nach dem verzwickten Durchstieg am Rand des schütter mit Zirben bestandenen Felsengewirrs der Grubastiege, quetscht man sich um eine steile Ecke unter eine kurze Steilstufe. „Per aspera ad astra“, wie die alten Römer schon sagten: durch Anstrengung zum Erfolg: Darüber gleitet man auf dem breiten Südsporn der Seekarlspitze im Wiegeschritt durch einen hübschen „Steingarten“ auf die steile Gipfelflanke zu. Kaum zu glauben, dass dieser makellos weiße, vielversprechende Firnhang im Sommer mit Schrofen durchsetzt ist. Am kleinen schmiedeeisernen Kreuz (2261 m, 500 Hm/1250 Hm Abfahrt, 2 Std., P Talstation Rofan-Seilbahn) steht man über der lotrecht abbrechenden Nordwand. Die Rundumsicht zwischen den grauen Felsbastionen der Guffertspitze im Norden und dem Wilden Kaiser im fernen Osten, dem schroffen Karwendel im Westen und dem Gletscherglast der weiß herüberleuchtenden Zentralalpen im Süden ist gewaltig. Die rassige Firnabfahrt wird am Südsporn durch die Variante einer Rinne versüßt, die bis zu 40° steil zwischen Seekarlspitze und Spieljoch herabzieht.

Gleitet man beim Aufstieg am flachen Grubasattel gerade nordostwärts weiter, ändert sich das Gebirgspanorama schlagartig wie bei einem Filmschnitt: Über eine weite, ebenmäßige Senke schweift der Blick zur fernen Rofanspitze. Das Bild scheint aus Skandinavien hierher projiziert zu sein - wäre das Hochtal nicht eingerähmt von der Firnflanke der Seekarlspitze zur Linken, den Wandstufen der Haidachstellwand zur Rechten und dem gegenüber aufragenden Kalkturm des Roßkopfs. Allerdings ist man auf dieser abwechslungsreichen, relativ leichten Route selten allein unterwegs. Der scharfe Gipfelkamm (2259 m, ebenfalls 500 Hm/1250 Hm Abfahrt, 2 Std.) zwischen Südflanke und nördlichem Wandabbruch lauert aber mit Wechten auf unerfahrene Skitourengeher, während die südseitige Umgehung hinter der Grubascharte lawinengefährdet sein kann. Freeride-Freaks werden von hier nicht den zahmen Rutscher und die eventuell vereiste Piste zurück zur Talstation nehmen, sondern gerade süwärts hinabschießen nach Wiesing ins Inntal und per Bus zum blauen Achensee zurückfahren.

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Wetter

Wetter heute in Salzburg (430m)
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Achensee-Info

Tourismusverband Achensee, Tel. 0043 (0)5246/5300-0

Anfahrt: Auf der Salzburger Autobahn A8 bis Ausfahrt Holzkirchen, am Ort vorbei zum Tegernsee und über Rottach-Egern ins Weißachtal. Über Achenpass und Grenze nach Achenkirch (zwischen Achental und Achensee) bzw. per Bundesstraße an Ort und See vorbei Richtung Inntal nach Eben (Maurach, Lärchenwiese, Pertisau). ÖV: Per Bahn auf der Inntalstrecke nach Jenbach und umsteigen in Zahnradbahn oder Bus zum Achensee.

KOMPASS-Karten 1:50 000:

WK 027 Achensee
WK 28 Vorderes Zillertal-Rofan-Wildschönau (mit Skirouten)
WK 182 Isarwinkel (für Nordwesten)

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