Auf Entdeckertour im Chiemgau



Raus aus dem Alltag und hinein in die weißblaue Urlaubswelt im Chiemgau. Majestätische Berge und kristallklare Seen in geschützter Natur verbinden sich hier zu einer einzigartigen Landschaftssymphonie in grün und blau. Mit einem fröhlichen „sche, dass da seids“ begrüßen die lebensfrohen Chiemgauer ihre Gäste. Lassen Sie sich von „Bayerns Lächeln“ verzaubern.

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Bilder & Video: © Chiemgau Tourismus e.V.

Die Wanderregion Chiemgau



Stolz und erhaben ragen die Chiemgauer Alpen in den Himmel. Seit alten Zeiten sind die vermeintlich unnahbaren Gipfel der Berge Faszination und Herausforderung zugleich. Die Anfänge des Alpinismus fallen in die Zeit der zunehmenden Technisierung der Gesellschaft. Der Wunsch, an die Grenze zwischen „Himmel und Erde“ zu gelangen, zog die Menschen ins Gebirge. Getrieben von der Sehnsucht nach unberührter Natur und Ruhe, aber auch aus Abenteuerlust und um eigene Grenzerfahrungen zu machen. Bis heute ist diese Magie ungebrochen und die Zahl derer, die Erholung in den Bergen suchen, steigt.



Die Chiemgauer Alpen bieten aufgrund ihrer Vielseitigkeit sowohl leichte Almwanderungen als auch anspruchsvolle Bergtouren. Familien, aber auch Individualisten können aus einer großen Anzahl von Touren mit unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden und Längen wählen.

„Das Hörndl”



Ein Beispiel: Die Ruhpoldinger Hörndlwand, von Einheimischen auch liebevoll „das Hörndl” genannt. Mit seiner markanten Felsnase gehört das Hörndl – neben der Kampenwand – zu den auffälligsten Bergen in der Chiemgauer Alpenkette. Die Annäherung an den Gipfel erfolgt über die Brander Alm. Ausgangspunkt für die Tour ist der Wanderparkplatz beim Gasthaus „Seehaus” zwischen Ruhpolding und Reit im Winkl. Für den Anstieg gibt es mehrere Möglichkeiten. Einmal über die Forststraße oder über einen kleinen Steig, der bereits einen leichten Vorgeschmack auf die alpine Herausforderung bietet. Die gleichmäßig ansteigende Forststraße führt südlich am Rammelbach vorbei, hinauf zur Brander Alm und ist ideal für Familien mit kleineren Kindern. Angenehmen Schutz vor der Sommersonne bieten die Bäume des Mischwaldes. Zwischen Licht und Schatten gibt es eine Menge zu entdecken. Anfang Juni blühen am Wegesrand noch Veilchen, Buschwindröschen und vereinzelte Schlüsselblumen. Auf den Almwiesen recken „Schusternagerl” (ein kleiner Enzian) ihre Köpfchen in die Sonne und, wo das Wasser den Weg kreuzt, wachsen leuchtendgelb die Sumpfdotterblumen.

Nach einer Stunde Gehzeit, kurz vor der Brander Alm, trennen sich erneut die Wege. Linkerhand geht es durch das Ostertal in etwa eineinhalb Stunden hinauf zum Gipfel der Hörndlwand. Beim Aufstieg bahnt man sich den Weg durch die weithin sichtbare Felswand. Jetzt sind Trittsicherheit und etwas Erfahrung erforderlich. Für den Abstieg kann man auch den Weg nach Süden über Löden und Förchensee wählen und sich im klaren Wasser der Bergseen erfrischen. Der Weg ist gut ausgeschildert. Familien mit Kindern rasten bei der Brander Alm, die geschützt in einer Mulde zwischen dem steilen Aufstieg zum „Hörndl-Gipfel” und dem Unternberg liegt.

Auch vom Unternberg kann man sich der Hörndlwand annähern. Bis Ende September ist die Brander Alm durchgehend bewirtschaftet, an Sonn- und Montagen jedoch ab 18 Uhr geschlossen. Auf der Alm sind im Sommer auch Kühe untergebracht. Mit deren Milch werden die bergtypischen Brotzeiten zubereitet. Auf der Speisekarte stehen selbst gemachter Käse, Kräuterquark und die „Hausspezialität”, der Käsekuchen. Dazu trinkt man eine frische Buttermilch. Für den Rückweg empfiehlt sich der schmale, schattige Steig hinunter zum Seehaus.

Abkühlung in den „Drei Seen”



Nach dem Gipfelrausch lockt das Drei-Seen-Gebiet mit Löden-, Weit- und Mittersee, das in unmittelbarer Nachbarschaft zum Seehaus Richtung Reit im Winkl liegt. Im kühlen Bergwasser werden die müden Geister schnell wieder munter. Übrigens, vom Parkplatz Seegatterl kurz vor Reit im Winkl führt ein Rundweg entlang der Hörndlwandseite bis zum Weitsee mit der markanten baumbestandenen Insel Bidlieger. Dann geht es hinauf zum Dürrfeldkreuz und entlang des Dürrnbachhorns bis zur Wildbachfurt. Von dort auf der Hörndlwandseite wieder zurück nach Seegatterl.

Die Radregion Chiemgau – Radeln wie ein König



Eine goldbestickte Decke gleitet über den edlen Pferderücken. Die Kutsche ist gespannt. Der Abend dunkelt herauf. Wir schreiben das Jahr 1885. König Ludwig II. begibt sich in den Chiemgau. Ziel: Schloss Herrenchiemsee. Sein Märchenschloss – und ein bisschen auch das Schloss des französischen Sonnenkönigs – dessen Zeit allerdings bereits 200 Jahre zurückliegt. Der Zeitreisende besucht sein Versailles mitten im Chiemsee. Auch 125 Jahre später fühlt man sich im Chiemgau königlich. Über das bayerische Meer dämmert der Morgen herauf. Vor der Herberge wartet ein sportliches, mit Pferdestärken ausgestattetes Gefährt. Mit dem Pedelec, dem Zweirad der Zukunft, folgt der Zeitreisende dem bayerischen Märchenkönig.



Mit den Pedelecs zum Märchenschloss



Früher Morgen in Seebruck. Die Sonne kriecht über das Ostufer. Sanft umspült das Wasser das Kiesbett. In der Ferne knattert leise ein Fischerboot und vermischt sich mit dem Gemurmel der Wellen und dem Geschrei der Möwen. Am Hotel warten bereits vollbetankte Ausflugsräder. Pedelecs heißen die Fahrräder mit Akku-Antrieb, die an rund 30 Stationen im Chiemgau angemietet werden können.

Für den frühen Morgen in Seebruck bedeutet das: aufsitzen und losfahren. Der erste Antritt entlockt dem Radler ein verblüfftes „Huch“. Dank der kleinen Batterie am Gepäckträger flitzt man völlig geräuschlos mit bis zu 25 Stundenkilometer um den See. Die erste Etappe führt von Seebruck nach Chieming. Am Ausgangsort ließen sich einst Kelten, dann Römer nieder. An der Ortskirche entdeckt man Reste einer römischen Mauer. Während man noch über das Verhältnis von Zeit und Raum nachdenkt, schlängelt sich der Weg am Seeufer entlang, vorbei an vielen kleinen Badebuchten. Der lange Holzsteg in Schützing fordert geradezu zur Pause auf. Unvergesslich bleibt der Blick über den See auf die Chiemgauer Alpen. Nach dem Zwischenstopp geht es rund einen Kilometer weiter bis nach Chieming. Dort setzt man radlos mit dem Dampfer hinüber zur Herreninsel. Sachte schaukelt der Dampfer an Badegästen, Kanuten und Segelbötchen vorbei und nähert sich behutsam dem Heim Ludwigs II. Nach einem kurzen Fußweg – mit etwas Glück sieht man Rehe und Vögel – gelangt man zum Schloss. Wenn nicht die Außenflügel des Gebäudes fehlten, weil dem König damals das Geld ausging, gäbe es im Chiemgau einen Versailles-Zwilling:

Bayerisches sucht man vergeblich. Alles erinnert an den absolutistischen Herrscher Frankreichs, den Sonnenkönig: Gold, Marmor, Kronleuchter, Porzellan und wieder Gold. In den fertiggestellten Räumen des Schlosses zeigt sich die opulente Märchenwelt des bayerischen Visionärs. Vielleicht Geschmackssache – aber unbestritten sind Schöngeist und Technikverständnis des Monarchen. Man bestaunt unendliche Spiegelungen und im Boden versenkbare Esstische. Man wundert sich über ein winzig wirkendes Bett, in dem doch ein 1,92 Meter großer König schlummerte und beäugt neugierig am Fuße des Nachtlagers eine große blaue Kugel, die sich als Nachtlämpchen entpuppt. So fortschrittlich man sich beim Radeln mit den Pedelecs gefühlt hat, so fortschrittlich war Ludwig II. allemal.

„Götterdämmerung. König Ludwig II. und seine Zeit”



Nach den Prunkräumen gelangt der Besucher in den unvollendeten Teil des Schlosses, in dem das Haus der Bayerischen Geschichte zum Ludwig-Jahr 2011 die Landesausstellung „Götterdämmerung. König Ludwig II. und seine Zeit” zeigt. Anlass für die multimediale Ausstellung zum Mythos Ludwig II. ist der 125. Todestag des Königs. Nach dem Kulturerlebnis tafeln Königsanwärter im Schlosshotel. Zum allerdurchlauchtesten Wohle! Ob das Schiff einen anschließend nach Chieming bringt und man dann weiterradelt, oder ob es auf direktem Weg nach Seebruck geht, entscheidet „Eure Hoheit” selbst.

Die Seenregion Chiemgau – Leinen los


Freundlich lächelt die Sonne vom Himmel und ergießt ihre warmen Strahlen über die glitzernde Wasseroberfläche: Es ist einer dieser strahlenden Sommertage, an denen die Luft nach Sonnenmilch, Moorwasser und Hitze riecht. Es ist einer dieser unbeschwerten Ferientage, die nie enden sollen.



Ein Tag am Waginger See



Es ist ein Tag am Waginger See. Tief im Süden des Traunsteiner Landkreises verbergen sich die siamesischen Zwillinge: Waginger- und Tachinger See. Bescheiden und ruhig liegt das Seenpaar vor der Bergkulisse der Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen, immer ein bisschen im Schatten des großen Nachbarn, des Chiemsees. Das milde Klima und die warme Wassertemperatur vermitteln ein mediterranes Urlaubsgefühl, und das tief in Oberbayern. Nur die traditionsreichen Bauernhäuser mit ihren filigranen Balkonschnitzereien und der Muttergottes, die die Fassade der schmucken Höfe ziert, geben der Region das unverwechselbare Gesicht Oberbayerns.

Dem Waginger See kann man sich auf viele Arten annähern, mit dem Rad einmal rundherum fahren, mit dem Wohnwagen an einen der vielen Strandcampingplätze rollen oder mit dem Boot mitten hinein ins moosgrüne Herz segeln. Nach einigen „Trockenübungen” am Strand schieben die Segelschüler ihre Jollen mit einem kleinen Wägelchen ans Ufer. Zu zweit packen sie das sportliche Schiff und lassen es vorsichtig zu Wasser. Wackelig ist es in einer Jolle, die sekundenschnell kentert. Am Waginger See ist die Jolle aber die beste Wahl. Nur selten herrscht hier mehr als Windstärke zwei oder drei. Da braucht es ein sportliches Boot, das auch bei geringem Wind an Zug gewinnt und elegant durchs Nass gleitet. Immer weiter entfernen sich die Segler vom Ufer. Vom Land wehen Wortfetzen zu ihnen hinüber, die kurz über dem Wasser hängen, bevor sie sich unbeschwert verlieren. Der Bootsführer spreizt sich in die Fußschnallen am Boden und hängt sein Gewicht nur ein wenig ins Trapez. So bleibt das Schiff im Gleichgewicht und auf Kurs. Jede Bewegung muss sitzen: Segel setzen, anluven, wenden. Die Segler schippern rechts herum und lassen Petting und Schönram links liegen. Langsam sinkt das Adrenalin. Das Boot liegt schräg, aber ruhig im See.

Zeit zu träumen



Zeit, sich hinzuträumen zu den Seglern der Lüfte. Weißblaue Symphonie. Die gibt es in dieser Intensität nur in Bayern. Dann: ein Windstoß. Eine Unachtsamkeit. Die Jolle schlingert, kippt seitwärts ins Wasser und spuckt den Segler aus der schützenden Hülle. Doch im Waginger See ist selbst ein Schiffbruch nichts Gefährliches. Das Wasser ist launig warm. Es umhüllt den Gekenterten, umspielt ihn fast wärmend und vermittelt ein wohliges Gefühl von Geborgenheit. Schließlich misst der wärmste See Oberbayerns im Sommer bis zu 27 Grad Celsius. Vorsichtig geworden tastet man sich hinüber nach Kühnhausen. Am langen Holzsteg bindet man seinen Kahn fest und legt sich erschöpft auf die warmen Bretter. An die Planken des Segelbootes schlagen die weichen Wellen und die Jolle wippt und wackelt im Rhythmus der Blasmusik, die man sonntags oft hört, hier in Oberbayern. Wenn die Blechmusiker pausieren, erklingt das feine Klirren der Haken und Ösen am Segel. Die Sonne trägt die Gedanken hinweg, hinauf zu den eilenden Wolken. Erst als die Sonne schwächer wird, schlägt man seine Augen auf, geht hinüber zum Segelboot, tut die notwendigen Handgriffe und fährt davon, die Segel flattern leicht. Jemand ruft: „Fahre zu!“, und wir, am Ufergebliebenen, überlegen, ob wir nicht morgen schon einen Segelkurs buchen sollten. Nein: Wir wissen, morgen segeln wir los.


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