21.03.2011

Kaiserin Sissis Leben, ihre Lieblingsgerichte und deren Besonderheiten


Sissis Lieblingsrezepte

Elisabeth, geboren am 24.12.1837 in München, war die Tochter des Herzogs Max Joseph und der Herzogin Ludovika Wilhelmine in Bayern. In der Landeshauptstadt sowie im Schloss Possenhofen am Starnberger See wuchs sie zusammen mit ihren Geschwistern auf und hatte eine unbeschwerte Kindheit.

Die bayerische, eher bodenständige Küche mit Brotzeiten, Knödeln und vor allem dem köstlichen Bier prägte in dieser Zeit ihre kulinarischen Vorlieben. Insbesondere der kühle Gerstensaft blieb – neben Kräutertee, Milch und Karlsbader Mineralwasser – auch in späteren Jahren eines ihrer Lieblingsgetränke. Im Laufe ihres bewegten Lebens, welches sie auch durch zahlreiche Länder Europas führte, änderte sie ihre Ernährungsgewohnheiten verschiedentlich.

Im Sommer 1853 begleitete sie zusammen mit ihrer Mutter ihre Schwester Helene auf eine Reise nach Ischl (heute: Bad Ischl). Dort sollte Helene dem österreichischem Kaiser Franz Joseph I. vorgestellt werden. Dieser verliebte sich jedoch in die erst 15-jährige Sissi, und bereits 8 Monate später fand in Wien die prunkvolle Hochzeit statt. Ischl blieb auch in den Folgejahren ein wichtiger Bezugspunkt. Dort widmete sich der Kaiser seiner Lieblingsbeschäftigung – der Jagd, während die Kaiserin gerne über die Berge wanderte.

Allerdings „verliebte“ sie sich auch in die berühmten Mehlspeisen der Region und genoss in der Ischler Konditorei Zauner den berühmten Stollen oder die Ischler Törtchen, also alles Süße mit viel Schokolade. Ab und zu nahm sie auch ein Stück Guglhupf, den ihr Gemahl vor allem zum Frühstück so schätzte, allerdings durfte er keine Weinbeeren (Rosinen) enthalten. Daher entwickelten die kaiserlichen und königlichen Hofzuckerbäcker neue Rezepte, die der Kaiserin besser schmeckten.

Um ihr Traumgewicht von ca. 50 kg bei einer Größe von 172 cm und die gertenschlanke Taille zu halten, führte sie oftmals eine strenge Diät durch. Dann trank sie tagelang nur Fruchtsäfte oder genoss eine leichte Consommé (entfettete Rinds- oder Wildbrühe), machte Fitness-Training oder Gewaltmärsche. Keine Rücksicht auf ihre Figur nahm sie, wenn es sich um ihre Lieblingssüßigkeiten wie Veilchenbonbons oder Eis handelte. Beides mochte sie nur zu gerne, so auch die kleinen, französischen Kuchen, „petits fours“ genannt, welche in dieser Zeit in der feinen Adelsgesellschaft in Mode kamen.

Ein regelmäßiges Essen morgens – mittags – abends mit konstanter Nährstoffzufuhr gab es für Sissi eher selten. Die Donaumonarchie war ein Vielvölkerstaat mit Einflüssen aus verschiedensten Regionen. Das für die Kaiserin wohl wichtigste Land war allerdings Ungarn. Als stolze Königin „Erzébet“ wurde ihr das Schloss Gödöllö geschenkt. Sie lernte die ungarische Sprache bis zur Perfektion und liebte es, über die weiten Steppenlandschaften zu reiten. Der „tokaji“ (Tokajer) gehörte zu ihren Lieblingsweinen. Man kennt ihn trocken, aber auch sehr süß. Vor allem zu Mehlspeisen genoss sie dieses Getränk, aber auch frische Kuh- oder Ziegenmilch trank sie gerne.

Die regionalen königlichen Rezepte finden Sie in den KOMPASS Küchenschätzen "Sissis Lieblingsrezepte".


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