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Leinen los

Freundlich lächelt die Sonne vom Himmel und ergießt ihre warmen Strahlen über die glitzernde Wasseroberfläche. Es ist einer dieser strahlenden Sommertage, an denen die Luft nach Sonnenmilch, Moorwasser und Hitze riecht. Es ist einer dieser unbeschwerten Ferientage, die nie enden sollen.

 

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Ein Tag am Waginger See

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Es ist ein Tag am Waginger See. Tief im Süden des Traunsteiner Landkreises verbergen sich die siamesischen Zwillinge: Waginger- und Tachinger See. Bescheiden und ruhig liegt das Seenpaar vor der Bergkulisse der Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen, immer ein bisschen im Schatten des großen Nachbarn, des Chiemsees. Das milde Klima und die warme Wassertemperatur vermitteln ein mediterranes Urlaubsgefühl, und das tief in Oberbayern. Nur die traditionsreichen Bauernhäuser mit ihren filigranen Balkonschnitzereien und der Muttergottes, die die Fassade der schmucken Höfe ziert, geben der Region das unverwechselbare Gesicht Oberbayerns.

Dem Waginger See kann man sich auf viele Arten annähern, mit dem Rad einmal rundherum fahren, mit dem Wohnwagen an einen der vielen Strandcampingplätze rollen oder mit dem Boot mitten hinein ins moosgrüne Herz segeln. Nach einigen „Trockenübungen” am Strand schieben die Segelschüler ihre Jollen mit einem kleinen Wägelchen ans Ufer. Zu zweit packen sie das sportliche Schiff und lassen es vorsichtig zu Wasser. Wackelig ist es in einer Jolle, die sekundenschnell kentert. Am Waginger See ist die Jolle aber die beste Wahl. Nur selten herrscht hier mehr als Windstärke zwei oder drei. Da braucht es ein sportliches Boot, das auch bei geringem Wind an Zug gewinnt und elegant durchs Nass gleitet. Immer weiter entfernen sich die Segler vom Ufer. Vom Land wehen Wortfetzen zu ihnen hinüber, die kurz über dem Wasser hängen, bevor sie sich unbeschwert verlieren. Der Bootsführer spreizt sich in die Fußschnallen am Boden und hängt sein Gewicht nur ein wenig ins Trapez. So bleibt das Schiff im Gleichgewicht und auf Kurs. Jede Bewegung muss sitzen: Segel setzen, anluven, wenden. Die Segler schippern rechts herum und lassen Petting und Schönram links liegen. Langsam sinkt das Adrenalin. Das Boot liegt schräg, aber ruhig im See.

 

Zeit zu träumen

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Zeit, sich hinzuträumen zu den Seglern der Lüfte. Weißblaue Symphonie. Die gibt es in dieser Intensität nur in Bayern. Dann: ein Windstoß. Eine Unachtsamkeit. Die Jolle schlingert, kippt seitwärts ins Wasser und spuckt den Segler aus der schützenden Hülle. Doch im Waginger See ist selbst ein Schiffbruch nichts Gefährliches. Das Wasser ist launig warm. Es umhüllt den Gekenterten, umspielt ihn fast wärmend und vermittelt ein wohliges Gefühl von Geborgenheit. Schließlich misst der wärmste See Oberbayerns im Sommer bis zu 27 Grad Celsius. Vorsichtig geworden tastet man sich hinüber nach Kühnhausen. Am langen Holzsteg bindet man seinen Kahn fest und legt sich erschöpft auf die warmen Bretter. An die Planken des Segelbootes schlagen die weichen Wellen und die Jolle wippt und wackelt im Rhythmus der Blasmusik, die man sonntags oft hört, hier in Oberbayern. Wenn die Blechmusiker pausieren, erklingt das feine Klirren der Haken und Ösen am Segel. Die Sonne trägt die Gedanken hinweg, hinauf zu den eilenden Wolken. Erst als die Sonne schwächer wird, schlägt man seine Augen auf, geht hinüber zum Segelboot, tut die notwendigen Handgriffe und fährt davon, die Segel flattern leicht. Jemand ruft: „Fahre zu!“, und wir, am Ufergebliebenen, überlegen, ob wir nicht morgen schon einen Segelkurs buchen sollten. Nein: Wir wissen, morgen segeln wir los.

 



Bilder & Video: © Chiemgau Tourismus e.V.

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