Skilaufen in Tirol macht Spaß – Winterwandern macht noch mehr Spaß! Zweifellos sind die meisten Touristen, die im Winter nach Tirol kommen, Skifahrer. Aber in den hektischen Skigebieten geht oft ein wenig das Naturerlebnis und die Entspannung verloren. Wer hat auf den Pisten schon Zeit, den Anblick der winterlichen Bergwelt zu genießen? Wandern dagegen ist naturverbunden und birgt deutlich weniger Verletzungsrisiko als das Skifahren. Im Zillertal finden Winterwanderer gute Luft, Erholung und rund vierhundert Kilometer gepflegte Winterwanderwege!

Das Zillertal erstreckt sich in nordsüdlicher Richtung im Osten des österreichischen Bundeslandes Tirol. Es wird im Süden von den Zillertaler Alpen, im Osten von den Kitzbüheler Alpen und im Westen von den Tuxer Voralpen begrenzt. Von Osten her – also  aus dem Salzburger Land – erreichen Autofahrer das Zillertal über Zell am See, das Pinzgau und den Gerlos-Pass. Der Gerlos-Pass ist trotz einer Scheitelhöhe von 1.628 m auch im Winter befahrbar, allerdings ist er ganzjährig mautpflichtig. Wer von Norden her auf der Autobahn E 46 (Innsbruck – Kufstein) anreist, wählt die Abfahrt Jenbach und fährt von dort in südlicher Richtung ins Zillertal hinein. Zugreisende fahren ab Jenbach in Richtung Mayrhofen. Auch der zentrale Ort des Tals, Zell am Ziller, besitzt einen Bahnhof.

Zell am Ziller liegt auf 575 m Höhe. Im ganzen Tal und insbesondere auf den Berghöhen, liegt in aller Regel während der Wintermonate viel Schnee. Tagsüber werden sogar im Januar nicht selten Plusgrade erreicht und es ist im Zillertal auch im Winter recht sonnig: Im November scheint die Sonne durchschnittlich zwei Stunden am Tag, im Februar drei Stunden. Die Gemeinden im Zillertal sind hervorragend auf den Tourismus eingestellt – zu jeder Jahreszeit stehen Ferienquartiere in großer Auswahl zur Verfügung, von der preisgünstigen Pension, über die Ferienwohnung bis zum Ski- und Wellness-Hotel.

Winterliche Wandertouren im Zillertal

An den ersten Tagen des Aufenthalts werden viele Wanderer erst einmal kürzere Strecken wandern wollen. Da empfiehlt es sich, die Zillerpromenade für kurze Touren zu nutzen. Am Flüsschen Ziller entlang geht es von Zell am Ziller flussaufwärts nach Hippach und Mayrhofen, flussabwärts nach Aschau und Kaltenbach. Die Strecke ist romantisch und bietet den Vorteil, dass unterwegs in den Dörfern Einkehrmöglichkeiten vorhanden sind. Alle Wanderer, denen die Tour nach Mayrhofen oder Kaltenbach mit jeweils acht Kilometern zu weit ist, könnten mit dem Bus zum Ausgangspunkt zurückfahren.

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Zillertal Tourismus GmbH/Bernd Ritschel

Auch geführte Schneeschuhwanderungen sind ein idealer Einstieg für Anfänger. In der Gemeinde Tux im Tuxer Tal, einem Seitental des Zillertals, werden beispielsweise verschiedene Schneeschuhwanderungen angeboten, darunter auch eine nächtliche „Trappertrail“-Tour bei der Fackeln den Weg beleuchten. Oder wie wäre es mit einer Rundwanderung entlang dem Naturlehrpfad „Glocke“? Die Tour beginnt in Finkenberg im Tuxer Tal, führt über die Friedhofsbrücke und auf dem Naturlehrpfad durch die Wälder des 33 Hektar großen Naturschutzgebiets. Insgesamt dauert die Wanderung etwa eine Stunde und ist somit auch für Kinder geeignet.

Eine rund zweistündige Wanderung zur Wallfahrtskirche Maria Rast, welche bereits 1738 erbaut wurde, beginnt in Zell am Ziller. Zunächst geht es von Zell zum Gasthof Waldhorn, der eine gute Einkehrmöglichkeit bietet, weiter vorbei an der Lourdesgrotte bis zur Wallfahrtskirche. Der Ausblick von dort ist wunderschön.

Geführte Wanderungen, die im Dorf Fügen – in der Regel bei der Talstation der Spieljochbahn – beginnen, führen weit durch die verschneite Landschaft und dauern zwischen zwei und drei Stunden. Es empfiehlt sich, beim Wandern den Fotoapparat bereit zu halten, denn Schneehasen und Rehe kreuzen manchmal den Weg der Winterwanderer.

Eine Wanderung durchs Eis

Eine der größten Touristenattraktionen im Zillertal ist die Eishöhle beim Hintertuxer Gletscher. Die Eishöhle ist täglich zu begehen, allerdings nur im Rahmen von Führungen, bei denen jeder Besucher einen Helm aufsetzen und sich mit einem Gurt sichern muss. Die sogenannten Schnupperführung dauern 30 Minuten oder eine Stunde bei regulären Führungen. Die Besucher der Höhle wandern über einen gefrorenen Gletschersee und betreten verschiedene unterirdische Säle, die „Eiskapelle“ und den „Eispalast“, die in geheimnisvollem Blau erstrahlen oder auch künstlich illuminiert sind.

Veröffentlicht am 02. November 2015