Im mitteleuropäischen Raum gewinnt das Freeriden, respektive Skifahren und Snowboarden im freien, unpräparierten Gelände, immer mehr an Bedeutung. Den aktiven und abenteuerlustigen Wintersportlern wird das Carven auf Skiern oder dem Snowboard auf den meist überfüllten Pisten zunehmend zu langweilig und so drängt man abseits der präparierten Abfahrten hin zu unverspurten Tiefschneehängen und dem „weißen Gold“ in seiner vollen Pracht.

Für Anfänger klingt der Begriff Freeriden allerdings oftmals gefährlich, hört man doch gelegentlich von Lawinenabgängen und anderen Gefahrensituationen. Deswegen möchten wir euch einige Freeride Basics näherbringen, mithilfe derer ihr euch auch in ungewohnten Situationen am Ski oder dem Snowboard besser zurecht finden könnt.

Am Material darf es nicht scheitern

Für das Freeriden wird nicht unbedingt eigenes Equipment benötigt, normale Ski- und Snowboard-Bekleidung ist mehr als ausreichend. Natürlich kann es aufgrund der großen Schneemassen sinnvoll sein, Jacken und Hosen mit sogenannten Schneefängen auszustatten – wer schon einmal in einen Meter Tiefschnee geköpfelt ist, weiß wieso.

Wo das Snowboard bereits die perfekte Form für ein tolles Tiefschneeerlebnis mit sich bringt, ist der konventionelle Ski meist etwas zu schmal, um guten Auftrieb im Schnee zu leisten. Vor allem für einen Anfänger kann es sinnvoll sein, sich einen Freeride-Ski auszuleihen. Dieser besticht durch eine höhere Bindungsbreite und eine weichere Schaufel und pflügt damit leichter durch tiefen Schnee. Die neueren Modelle haben deutlich kürzere Laufflächen und sind somit auch auf der Piste relativ wendig und einfach zu handhaben.

Das LVS-Gerät als Lebensretter

Das LVS-Gerät – auch „Pieps“ genannt – ist für alle Freerider, egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener, ein absolutes Muss! Da wir unsere Umwelt nicht immer beeinflussen können und es in seltenen Fällen auch zu spontanen Lawinenauslösungen ohne menschliches Zutun kommt, kann ein LVS-Gerät am Körper schnell zum Lebensretter werden. Die Kameraden-Bergung ist eine der wichtigsten Instrumente bei der Verschüttung von Skifahrern im Gelände und erhöht die Lebenschancen des Verschütteten ungemein – deshalb sollte man auch nie alleine Freeriden gehen. Für Anfänger empfiehlt sich jedenfalls ein kurzer Einführungskurs in die Technik des LVS-Gerätes durch einen Skiführer.

Auch sehr gute Skifahrer und Snowboarder vertrauen bei ihrer ersten Fahrt im freien Gelände oft einem sogenannten Skiführer. Die bestens ausgebildeten Alpinisten können nicht nur dabei helfen, die richtige Technik im Tiefschnee anzuwenden, sondern sind vor allem für die Sicherheit ihrer Kunden auf Ski und Snowboard verantwortlich. Der Skiführer wählt die bestmögliche Abfahrtsroute im Gelände, prüft die Schneebedingungen und evaluiert das Können seiner Kunden, um jedem Gast ein optimales Tiefschneeerlebnis bieten zu können.

Beim Freeriden zählt vor allem euer individuelles Wohlbefinden. Sollte euch eine Abfahrt zu steil oder schwierig erscheinen, wählt eine andere Route oder lasst euch von Kollegen oder einem Profi helfen. Denn das Gefühl, frischen Tiefschnee zu zerpflügen ist einzigartig und hängt nicht davon ab, ob man die anspruchsvollste Line fährt.

Veröffentlicht am 22. Februar 2016