Der Bergtourismus in Nepal musste in den vergangenen Jahren einige schwere Katastrophen verkraften. Zuerst kam es 2013 zu einem Zwischenfall am Everest, bei dem Simone Moro und Ueli Steck mit einigen Sherpas in Streit gerieten, im darauffolgenden Jahr gab es am gefährlichen Khumbu-Eisfall ein schweres Lawinenunglück , das sechszehn Sherpas das Leben kostete, und schließlich forderte das Erdbeben der Stärke 7,8 im vergangenen Jahr im Himalaya und in ganz Nepal tausende Todesopfer. Auch das Basislager am Mount Everest wurde verwüstet und neunzehn Bergsteiger kamen ums Leben. Nach dem schweren Erdbeben wurde der Gipfel des Everest vorübergehend gesperrt und so gelang es im letzten Jahr keinem Bergsteiger, den höchsten Berg der Welt zu besteigen. Darunter litt auch die nepalesische Wirtschaft.

Pünktlich zu Saison-Beginn wurde der Mount Everest wieder von den Behörden freigegeben. Bereits Anfang Mai erreichten mehrere Sherpas, die zu verschiedenen Expeditionsteams gehörten, den Gipfel. Die neun Sherpas sind seit 2013 die Ersten, die ohne Hilfe eines Helikopters auf der nepalesischen Seite auf den Everest gelangt sind. Sie hatten die Route für die zahlenden Expeditionsteilnehmer vorbereitet und Fixseile am Berg angebracht. Damit war die gesamte Route fertig präpariert, auf der sich während der Pfingsttage zahlreiche Bergsteiger auf den Weg Richtung Gipfel machten.

Die ersten von ihnen haben nun den Gipfel erreicht – laut ersten Medienberichten sollen es allein heute mehr als 150 Bergsteiger gewesen sein. Unter den erfolgreichen Gipfelstürmern war auch Mike Roberts, der für das bekannte Expeditionsteam Adventure Consultants arbeitet und bereits zum achten Mal auf dem höchsten Punkt der Welt stand. Auch Lydia Bradey – die erste Frau die 1988 ohne Sauerstoff den Everest bestiegen hat – schaffte es zum vierten Mal auf den Gipfel.

Veröffentlicht am 19. Mai 2016