Die Hohe Rhön, das ist das Herz der Rhön. Hier erheben sich die höchsten und bekanntesten Gipfel wie Wasserkuppe, Kreuzberg und Milseburg, hier dehnen sich die beiden großen Moorgebiete „Schwarzes Moor“ und „Rotes Moor“ aus – allesamt beliebte Ausflugsziele in der Rhön.

Diese Ziele kann man gut von der Hochrhönstraße aus, die Bischofsheim und Fladungen verbindet, erreichen. Auf einer Länge von rund zwanzig Kilometern fährt man in etwa 800 m Höhe über eine Hochebene, die kaum bewaldet und nahezu unbewohnt ist – hier wird klar, wie es zu dem Beinamen der Rhön kam, dem viel zitierten „Land der offenen Fernen“. Gelegentlich passiert man einen Wanderparkplatz, von dem aus der nächstgelegene Gipfel, wie zum Beispiel der Heidelstein, bestiegen werden kann. Abzweigende Straßen führen zu interessanten Sehenswürdigkeiten wie Basaltsee und Gangolfsberg, wo sich die vulkanische Vergangenheit der Rhön in eindrucksvollen Basaltsäulen zeigt.

Von Lava bedeckt

Wasserkuppe, Dammersfeldkuppe, Kreuzberg, Heidelstein, Stirnberg – sie sind die fünf höchsten Berge der Rhön, alle über 900 m hoch, und sie liegen nur wenige Kilometer voneinander entfernt. Hohe Rhön oder auch Hochrhön wird deshalb diese Region genannt, ein breiter Gebirgszug, an dem alle drei Bundesländer – Hessen, Bayern und Thüringen – Anteil haben. Das eigentliche Zentrum ist die Lange Rhön mit dem Heidelstein (923 m). Dieses flach gewellte Hochplateau lag im Tertiär (vor ca. 50 bis 30 Millionen Jahren) im Zentrum der vulkanischen Tätigkeit. In langen Spalten, so wird vermutet, drang dünnflüssiges Magma nach oben. Die Lava breitete sich über die damalige Landoberfläche aus wie eine Decke, die bis heute erhalten ist. Dadurch grenzt sich dieser Hauptkamm zur Südrhön und zur Vorderrhön durch eine bis zu 200 m hohe Landstufe deutlich ab.

In die Flanken dieses Gebirgszugs nagten sich Flüsse ein, unter anderem Ulster, Sinn und Brend, und lösten dadurch Gebirgsstöcke aus der Hochfläche heraus. Nördlicher Ausläufer ist der Ellenbogen (813 m). Deutlich abgesetzt vom Hauptkamm ist das so genannte Abtsrodaer Gebirge mit dem höchsten Rhön-Gipfel, der Wasserkuppe (950 m). Die südlichen Ausläufer bilden die Dammersfeldkuppe (928 m) und der Kreuzberg (928 m) sowie die Schwarzen Berge (Totnansberg, 839 m).

Im Vulkanschlot erstarrt

Anders verlief die Entstehung der zahlreichen Kuppen. Hier drang glutflüssiges Magma in Vulkanschloten nach oben, blieb jedoch im Vulkanschlot stecken und erstarrte zu wabenförmigen Basaltsäulen – ein Vorgang, der nur unter der Erdoberfläche stattfindet. Bis zu 500 solcher Durchbrüche wurden in der Rhön gezählt. Es entstanden dadurch Erhebungen, die von Sedimenten überlagert waren. Über Jahrmillionen wurden diese durch Erosion abgetragen und es entstanden die typischen Kuppen. Durch eine weitere Hebung der Rhön um rund 100 m liegen diese Basaltflöze nicht auf dem Berg auf, sondern treten an den Seiten aus. Meist stehen die Basaltsäulen senkrecht, am Gangolfsberg jedoch liegen sie horizontal.

Durch Kälte zermürbt

Noch vor zwei Millionen Jahren ragten die „Vulkanruinen“ als mächtige Felsen in den Himmel. Doch den extremen Temperaturen während der Eiszeiten konnte auch dieses harte Gestein nicht standhalten. Die Basaltsäulen zerbrachen und rutschten ab, wodurch die heutigen Basaltblockmeere entstanden. In diesen Geröllbergen Wurzeln zu schlagen, gelingt den wenigsten Pflanzen, weshalb sie nur von Moosen und Flechten bewachsen sind.