[Article: Wandern | Diskussion ]
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Inhaltsverzeichnis

[Edit]1 Wandern




Ob auf kurzen Strecken oder bei tagelangen Märschen, ob im Tal oder in gewagten Höhen, beim Wandern bewegt man sich durch unterschiedlichste Landschaften und kann die Natur bewusst erleben und beobachten.





[Edit]1.1 Wanderarten

Nach unterschiedlichen Weiten, Lagen und auch Zielen können verschiedene Wanderarten definiert werden.

[Edit]1.1.1 Bergwandern

Bergwandern bezeichnet Wandern in gebirgigen Gebieten wobei relativ große Höhenunterschiede bewältigt werden. Im Gegensatz zum Bergsteigen sind keine Kletterfähigkeiten erforderlich.

Da es sich bei Bergwanderungen durchaus um anspruchsvolle Touren handeln kann, sollte unbedingt die eigene Kondition und die der Mitwandernden bei der Auswahl der Strecke berücksichtigt werden. Um nicht plötzlich von einem Unwetter überrascht zu werden, zuvor auf jeden Fall Wetterprognosen einholen und rechtzeitig kehrt machen.

[Edit]1.1.2 Weitwandern oder Fernwandern

Schon vor langer Zeit wurde das Weitwandern entdeckt, jedoch wurde es damals nicht bewusst sondern eher notwendigerweise ausgeübt, beispielsweise wanderten Kaufleute kilometerweit von Ort zu Ort um ihre Waren anzupreisen.

Als Weitwanderwege bezeichnet man überregionale Wege die international oder auch national über mindestens 300km verlaufen. Die Europäische Wandervereinigung(EWV) hat ein Fernwandernetz mit 11 Weitwanderwegen, die insgesamt ca. 55000km Wegstrecke bieten, entwickelt und markiert. Sie wartet diese auch.

Auf einer Weitwanderung, die sich über Tage, Wochen oder auch Monate erstrecken kann, wird meist auf regionale Infrastruktur zurückgegriffen, d.h. Übernachten in am Weg gelegenen Schutzhütten. Man kann sich jedoch auch mit eigener Zeltausrüstung auf den Weg machen.

[Edit]1.1.3 Themenwanderungen

Bei Themenwanderungen stehen nicht nur das Gehen im Vordergrund, zusätzlich kann zum Beispiel Wissen aufgenommen, die Sinne geschult oder die Natur kennengelernt werden.

Beim Barfußwandern, begibt man sich, wie der Name bereits verrät, ohne Schuhe auf die Wanderung. Dabei können sich die Füße entspannen und auf besonders eingerichteten Barfußwanderwegen werden durch wechselnden Untergrund, wie etwa Moos, Schotter, Sand, Schlamm, etc. die Sinne angeregt. Zudem stärkt barfußgehen auf Naturboden Muskeln, Bänder und Gelenke, verbessert die Blutzirkulation in den Beinen und stärkt das Immunsystem.

Auf Naturlehrpfaden wird Wissen zu einem naturbezogenen Thema übermittelt. Dazu folgt man einem Weg der einen zu verschiedenen Stationen, die meist mit Schautafeln und Schaukästen ausgestattet sind, führt. Das Erlernte wird üblicherweise vor Ort veranschaulicht. So wird man beispielsweise wenn man einem Naturlehrpfad zum Thema Baumarten folgt, in jeder Station auf einen neuen Baum stoßen über den man Informationen von einer Schautafel ablesen kann, welche man dann gleich vor Ort am Objekt selbst erkunden kann.

Kulturwanderungen bieten eine Mischung aus leichter Naturwanderung und Kulturerlebnis. Unterwegs durch die Landschaft führt einen der Weg vorbei an kulturell interessanten Stellen. So wird man beispielsweise auf einer Burgenwanderung zwischen Gehstrecken immer wieder auf Burgen stoßen, welche in diesem Zug besichtigt und erklärt werden können.

[Edit]1.1.4 Winterwandern

Wer auch im Winter nicht aufs Wandern verzichten möchte kann auf zahlreichen, geräumten Wanderwegen verschneite Landschaften genießen. Dabei ist auf wintertaugliche Ausrüstung zu achten.
Wenn man jedoch abseits geräumter Wege durch unberührte Gebiete gehen möchte, kann man dies beim Schneeschuh wandern erleben.

[Edit]1.2 Orientierung

[Edit]1.2.1 Wege

Wanderwege verlaufen in Dauersiedlungsgebieten und oder im angrenzenden Wald und setzten keine Bergerfahrung und –ausrüstung voraus. Beschilderungen basieren auf der Grundfarbe gelb, können jedoch bei erhöhter Gefahr mit zusätzlichen Piktogrammen, wie etwa für Steinschlag versehen werden.

Bergwege befinden sich außerhalb von Dauersiedlungsgebieten, meist oberhalb der Waldgrenze. Die Grundfarbe der Beschilderung ist ebenfalls gelb, jedoch werden zusätzlich rote (mittelschwer) und schwarze (schwer) Schwierigkeitsangaben hinzugefügt.
Um rote Bergwege zu begehen ist alpine Erfahrung, Trittsicherheit und eine entsprechende körperliche Verfassung erforderlich. Diese Wege bestehen aus kurzen versicherten Gehphasen und auch kurzen versicherten Kletterphasen (durch Gebrauch der Hände können diese Stellen überwunden werden).
Schwarze Bergwege sind schwer zu bewältigen da sie über sehr steile und auch schmale Passagen verlaufen und auch längere versicherte Kletterphasen beinhalten. Wanderer sollten konditionsstark, schwindelfrei und alpinerfahren sein, zusätzlich über eine passende Bergausrüstung verfügen.

[Edit]1.2.2 Wanderkarten

Um sich im Gelände orientieren zu können, sollte unbedingt eine Wanderkarte mitgeführt werden. Wanderkarten werden idealerweise in großen Maßstäben, meist 1:25.000 oder 1:50.000 ausgeführt. Neben herkömmlichen gedruckten Karten, können neuerdings auch GPS -Karten eingesetzt werden.
Ein kleine Hilfe beim Karten lesen lernen: http://www.kompass.at/outdoor/berichte/karten_lesen/" target="_blank" title=http://www.kompass.at/outdoor/berichte/karten lesen/>kompass.at (http://www.kompass.at/outdoor/berichte/karten_lesen/)

[Edit]1.3 Ausrüstung

[Edit]1.3.1 Schuhe

Um eine Wanderung erfolgreich und unverletzt zu bewältigen kommt es im Wesentlichen auch auf den richtigen Schuh an. Daher sollte man sich im Vorfeld einige Gedanken über die Anforderungen an das geeignete Modell machen.

Am entscheidendsten für die Auswahl ist das Einsatzgebiet für das der Schuh verwendet werden soll. Führen mich meine Wanderungen über Wiesen und befestigte Wege, durchs Mittelgebirge oder gar Hochgebirge oder plane ich mich damit in hochalpinen Gebieten durch Schnee und Eis zu bewegen. So reicht die Palette an Modellen vom leichten Allrounder, über feste Trekkingschuhe bis hin zum steigeisenfesten Alpinstiefel.

Zu beachten ist generell, dass mit zunehmender Höhe und Steifigkeit des Schuhs dem Fuß mehr Halt gegeben wird und somit auch die Gefahr des Umknickens sinkt.

Als Außenmaterial wird immer noch meistens Leder verwendet, da es sehr robust, stabil und auch wasserdicht ist. Zudem passt es sich bei häufigem Tragen der individuellen Fußform an. Kunstfaser kann ebenfalls zum Einsatz kommen.

Die Sohlen können entweder angespritzt oder montiert werden, wobei angespritzte Sohlen (meist aus Polyurethan) sehr kostengünstig in ihrer Herstellung sind, jedoch hohe Abnutzung aufweisen und meist nicht austauschbar sind und montierte Sohlen durch mehrere Schichten idealere Eigenschaften aufweisen, jedoch teurer sind.

Generell sollten Wanderschuhe robust, stabil, wasserdicht und leicht sein, möglichst wenige Schwachstellen wie etwa Nähte aufweisen und ein gutes Profil besitzen.

[Edit]1.3.2 Stöcke

Durch Gehen mit Stöcken werden Gelenke und auch die Wirbelsäule entlastet und das Gleichgewicht leichter gehalten, jedoch befürchten Mediziner, dass durch ständigen Stockeinsatz die Fähigkeit normal zu Gehen verloren gehen kann, da Gleichgewichtssinn und Koordinationsfähigkeit nicht mehr ausreichend trainiert werden.

[Edit]1.3.2.1 Gehtechnik

Entscheidet man sich für den Einsatz von Stöcken auf seiner Wanderung so sollte man auf den richtigen Gebrauch achten.

Ebenen
Die Länge des Stocks muss so eingestellt werden, dass sich auf waagrechtem Untergrund zwischen Ober- und Unterarm ein Winkel von 90° ergibt. Durch das natürliche nach vorne pendeln der Arme beim Gehen werden die Stöcke parallel zum Körper mitgeführt und diagonal eingesetzt.

Bergauf
Die Stöcke werden je nach Steilheit des Geländes verkürzt so dass die Armgelenke nicht geknickt werden. Der Einsatz der beiden Stöcke erfolgt gleichzeitig gerade vor dem Körper.

Bergab
Damit die Arme nicht ganz ausgestreckt werden, müssen die Stöcke je nach Steilheit verlängert werden. Falls man sich mit Stöcken hierbei unsicher fühlt sollte man lieber auf ihren Einsatz verzichten und die Hände zu Hilfe nehmen.

Traversieren
Für einen optimalen Einsatz muss der bergseitige Stock verkürzt und der talseitige Stock verlängert werden. Falls der Hang serpentinenförmig begangen wird und ein ständiges verstellen oder Wechseln der Stöcke mühsam erscheint, kann auch einfach unterhalb des Griffes gehalten werden.

Seitstütz
Befindet man sich in extrem steilem Gelände auf einer Querung so können die Stöcke parallel aufeinander gelegt und so gemeinsam schräg vor dem Körper eingesetzt werden.

[Edit]1.4 Österreichischer Alpenverein

[Edit]1.4.1 Geschichte

1862 wurde in Wien der österreichische Alpenverein mit dem Zweck „die Kenntnis von den Alpen zu verbreiten, die Liebe zu ihnen zu fördern und ihre Bereisung zu erleichtern“ gegründet. Nur kurze Zeit später bildete sich unter der Führung von Franz Senn, einem ötztaler Pfarrkurat, eine Gegenbewegung die darum bemüht war dass die Berge für jedermann zugänglich werden und die Zusammenarbeit zwischen erholungssuchenden Stadtbewohnern und Bergbewohner gefördert wird. Dazu sollten Wege erschlossen, Hütten errichtet, Karten hergestellt und Bergführer bereitgestellt werden.

1869 entstand teils aus den Ideen Senns und der Zusammenarbeit zahlreicher deutscher und österreichischer Bergsteiger der Deutsche Alpenverein.

1873schlossen sich der deutsche und österreichische Alpenverein zusammen(DuÖAV), in Sektionen mit abgegrenzten Arbeitsgebieten unterteilt und ehrenamtlich geführt.

1927 wurde die Satzung hingehend Naturschutz erweitert und der Schwerpunkt "Erhaltung der Ursprünglichkeit und Schönheit des Hochgebirges" hinzugefügt.

1938 entstand aus dem Deutsch-Österreichischen Alpenverein nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland der Deutsche Alpenverein (DAV).

1945 wurde der Österreichische Alpenverein neu gegründet und übernahm bis zur Unterzeichnung des Staatsvertrags 1955 die treuhändische Verwaltung der deutschen Gebiete des ehemaligen DuÖAV.

Heute arbeiten der OeAV eng mit dem DAV und dem AVS (Alpenverein Südtirol) zusammen. 196 Sektionen und ca. 320000 Mitglieder bilden den heutigen Verein. Der OeAV betreut ca. 240 Schutzhütten ( http://www.alpenverein.at/huettenHome/index.php?navid=8" target="_blank" title=http://www.alpenverein.at/huettenHome/index.php?navid=8>Hüttenfinder des OeAV (http://www.alpenverein.at/huettenHome/index.php?navid=8)) mit insgesamt fast 12000 Schlafplätzen und 25600 km Wanderweg.



Last changed: 08.08.2007 11:48 (CID: 656) by Daniel Stockner - HomePage Reload page Edit Versions Download HTML