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[Edit]1 Skitouren
Auf nicht präparierten, bevorzugt unverspurten Hängen arbeitet sich der Tourengeher auf Skiern den Berg hinauf, um anschließend, idealerweise bei Pulverschnee, seine Spur in unberührtes Gelände zu ziehen.
[Edit]1.1 Bewegungsabläufe
[Edit]1.1.1 Aufstiegstechniken
Um beim Aufstieg möglichst Kraft zu sparen sollte man auf die richtige Technik achten. Allgemein helfen eine hüftbreite Spuranlage, ein ausgeprägter Belastungswechsel und ein minimales Anheben beim Vorwärtsschieben. Um eine Spur anzulegen ist es erforderlich Richtungsänderungen vorzunehmen. Dabei unterscheidet man zwischen verschiedenen Techniken.
[Edit]1.1.1.1 Bogentechnik
Wenn man sich in flachem bis mittelsteilem Gelände befindet ist es möglich die vergleichsweise einfache Bogentechnik anzuwenden. Dabei wird der Außenski ausgewinkelt, wobei darauf zu achten ist dass die Skispitze jedoch in der Spur bleibt. Danach wird das Skiende nach Außen gesetzt und darauffolgend der Innenski parallel angestellt. Bei dieser Technik ist es möglich Gehrhythmus als auch Schrittlänge annähernd gleichbleibend fortzusetzen.
[Edit]1.1.1.2 Spitzkehre
Bei zu steilen Hängen ist es nicht mehr möglich die Bogentechnik einzusetzen, daher sollte in gegebenem Fall auf die kraftsparende Spitzkehrtechnik zurückgegriffen werden. Man läuft bis ans Ende der Spur bis man eine fast waagrechte Position eingenommen hat, nimmt die Stöcke stabilisierend zur Hilfe und dreht anschließend den Bergski in die neue Richtung und stellt in möglichst parallel zum Hang. Dann verlagert man sein Gewicht auf den in die neue Richtung weisenden Ski, hebt den nun entlasteten Ski an und dreht ihn ebenfalls in die neue Richtung und bringt ihn in eine waagrechte Position.
[Edit]1.1.1.3 Kickkehre
Als Kickkehre bezeichnet man eine optimierte Spitzkehre. Sobald der in die neue Richtung weisende Ski belastet wird, hebt man den Anderen und gibt ihm mit der Ferse einen Kick, woraufhin sich die Skispitze hebt und in diesem Moment eine leichte Drehung des Skis möglich wird.
[Edit]1.1.2 Spuranlage
Durch vorausschauendes Gehen kann eine günstige Spur gewählt werden. So sollte man die Neigung seiner Spur möglichst gleichmäßig wählen, ungünstiges Gelände umgehen, dafür aber günstiges Wählen und auf die richtige Technik zurückgreifen. Bei der Spitzkehre ist darauf zu achten, dass man vor und nach dem Richtungswechsel einige Meter waagrecht angelegt werden sollten, um eine Wende leicht und sicher bewältigen zu können.
[Edit]1.1.3 Abfahrt
[Edit]1.1.3.1 Parallelschwung
Um den Schwung zu gestalten, entlastet man durch Strecken des Körpers die Skier, dreht die Beine, achtet jedoch darauf dass die Skier stets parallel zueinander stehen. Text
[Edit]1.1.3.2 Stemmschwung
Der bogenäußere Ski wird ausgewinkelt, dessen Skispitze hält die Spur und das Skiende wird nach Außen gesetzt. Der bogeninnere Ski wird anschließend hüftbreit daneben gesetzt.
[Edit]1.2 Ausrüstung
[Edit]1.2.1 Tourenski
In ihrer Ausführung fallen Tourenski meist kürzer, breiter, weicher und auch leichter aus um sich den Anforderungen beim Skitouren gehen anzupassen. So erleichtert das geringe Gewicht den Aufstieg und die Weichheit und Breite das Fahren bei Tiefschnee und nassem Schnee.
[Edit]1.2.2 Felle
Um beim Aufstieg das Abrutschen der Skier zu vermeiden und das Gleiten zu ermöglichen werden auf den Laufflächen der Skier Felle aufgeklebt. Dabei ist darauf zu achten dass die Flächen vollständig bedeckt, die Kanten jedoch frei bleiben.
[Edit]1.2.3 Tourenbindung
Im Gegensatz zu herkömmlichen Skibindungen können bei der Tourenbindung auch nur die Schuhspitzen fixiert werden, was ein Aufsteigen ermöglicht. Beim Abfahren kann dann jedoch der gesamte Schuh fest verankert werden. Zusätzlich verfügen diese Bindungen meist über Steighilfen, Schneestopper oder Fangriemen und Harscheisen können an speziellen Vorrichtungen befestigt werden.
[Edit]1.2.4 Harscheisen
Um auf harschigen oder eisigen Stellen dennoch vorranzukommen werden Harscheisen eingesetzt, die an der Bindung angebracht werden. Darunter versteht man metallische Klingen die durch ihre günstig gewählte Geometrie ein abrutschen verhindern.
[Edit]1.2.5 Tourenskischuhe
Da der Schuh beim Aufstieg möglichst bequem sein, bei der Abfahr jedoch perfekten Halt geben sollte, ist beim Tourenskischuh auf einen guten Kompromiss dieser Größen und natürlich auch auf eine geeignete Passform zu achten.
[Edit]1.2.6 Stöcke
Die Stöcke dienen zur Stabilisierung und helfen vor allem auch bei Richtungsänderungen beim ausbalancieren. Allgemein wichtig sind große Teller, da sie das Einsinken bei tiefem Schnee verhindern.
[Edit]1.2.7 VS-Gerät, Lawinensonde und –schaufel
Um im Falle eines Lawinenabgangs vorbereite zu sein gehört auch ein VS-Gerät (Verschütteten Such-Gerät), Lawinensonde und –schaufel zur Grundausstattung. VS-Geräte erscheinen in verschiedenen Ausführungen, wobei moderne digitale Geräte sogar die Richtung und Entfernung zum Verschütteten anzeigen. Um im Ernstfall vorbereitet zu sein, sollte im Vorfeld der Umgang mit diesen Geräten geübt werden.
[Edit]1.3 Schneearten
Bei Skitouren sollte auf eine den Schneeverhältnissen entsprechende Ausrüstung geachtet werden um einen sicheren Ausgang zu gewährleisten. Dazu lässt sich Schnee nach der Feuchtigkeit und seinem Alter in verschiedene Kategorien einteilen.
[Edit]1.3.1 Feuchtigkeit
Pulverschnee – Trockener Schnee, der auch unter Druck keinen Zusammenhalt bildet. Feuchtschnee – Unter Druck lässt sich der Schnee verkleben, jedoch kann kein Wasser herausgepresst werden. Nassschnee – Durch aufbringen von Druck lässt sich sowohl ein Zusammenhalt bilden als auch Wasser herauspressen. Faulschnee – Ein Gemenge aus Schneebrocken und Wasser das keinen richtigen Zusammenhalt mehr zeigt.
[Edit]1.3.2 Alter
Neuschnee – Eiskristalle mit fein verzweigten spitzen Zacken die gerade erst gefallen sind Altschnee – Dieser Schnee ist vor mindestens 3 Tagen gefallen. Die Eiskristalle sind weniger verzweigt und runder. Harsch – Eine oberflächlich feste, gefrorene Schicht die durch Schmelzen und Gefrieren von Altschnee entstanden ist. Firn – Über einen längeren Zeitraum als ein Jahr haben ständiges Auftauen und Gefrieren die Kristalle zu größeren Brocken mit hoher Dichte verschmolzen. Gletscher können so entstehen.
[Edit]1.4 Lawinen
[Edit]1.4.1 Lawinenarten
Lawinen können nach verschiedenen Kriterien unterteil werden:
Form des Anrisses Schneebrett (linienförmig, scharfkantig) - Lockerschneelawine (punktförmig)
Form der Bewegung Fließlawine (vorwiegend fließend) – Staublawine (vorwiegend Staubend, d.h. Luft-Schnee-Gemisch mit großen Luftdruckschwankungen)
Form der Gleitfläche Oberlawine (eine Schneeschickt rutscht auf einer anderen ab) - Bodenlawine (die Schneemasse rutscht auf dem Boden ab)
Feuchtigkeit des abgleitenden Schnees Trockenlawine - Nasslawine
Länge der Bahn Tallawine (kommen erst am tiefsten Punkt, d.h. im Tal zum Stillstand) - Hanglawinen (kommen am Hangfuß zu stehen)
Art des abbrechenden Materials Schneelawine - Eislawine
[Edit]1.4.2 Lawinengefahrskala
Um die aktuelle Lawinengefahr einschätzen zu können wird mit Werten von 1-5 der europäischen Lawinengefahrenskala bewertet.
1 – gering Eine Lawinenauslösung ist nur bei großer Zusatzbelastung an sehr wenigen, extremen Steilhängen möglich. Allgemein sichere Tourenverhältnisse. 2 – mäßig Eine Lawinenauslösung ist bei größerer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen wahrscheinlich. Unter Berücksichtigung lokaler Gefahrenstellen günstige Tourenverhältnisse. 3 – erheblich Eine Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. Schitouren erfordern lawinenkundiges Beurteilungsvermögen. Tourenmöglichkeit eingeschränkt. 4 – groß Eine Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an den meisten Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. Schitouren erfordern großes lawinenkundiges Beurteilungsvermögen. Tourenmöglichkeit stark eingeschränkt. 5 – sehr groß Spontan sind zahlreiche Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände, zu erwarten. Schitouren sind allgemein nicht möglich.
[Edit]1.4.3 Lawinenschutz
Permanenter Lawinenschutz Technischer Schutz – darunter versteht man beispielsweise das errichten von Stütz-, Verwehungs-, Ablenk- und Bremsbauten. Forstlicher Schutz – Pflanzen, Pflegen oder Wiederaufbauen stufig aufgebauten Waldes Raumplanerische Maßnahmen – keine Neuansiedelung in Gefahrengebieten
Temporärer Lawinenschutz Warnungen – durch Kennzeichnung von Gefahrenstellen und Veröffentlichung von Gefahrenwarnungen (mit Hilfe der Lawinengefahrenskala) Evakuierungen – Räumung von Häusern, Orten, Gebieten Künstliche Lawinenauslösung – durch etwas Sprengungen wird eine Gefahrenstelle entschärft Sperren – Verkehrsflächen die sich in Gefahrengebieten befinden werden abgesperrt
