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[Edit]1 Fahrrad fahren
Ob man sein Fahrrad für tagelange Radwanderungen, anspruchsvolle Mountainbiketouren, waghalsige Rennen oder einfach nur für Erledigungen in der näheren Umgebung einsetzt, es ist umweltfreundlich, vielseitig und kostengünstig.
[Edit]1.1 Aufbau eines Rades
[Edit]1.1.1 Gangschaltung
Um das Übersetzungsverhältnis zwischen Pedalen und Hinterrad zu verändern benötigt man die Gangschaltung. Diese ermöglicht es, auch in einer sich verändernden Landschaft eine gewisse Geschwindigkeit zu erreichen und die Strecke mit der vorhandenen Kondition zu bewältigen.
[Edit]1.1.1.1 Arten von Gangschaltungen
[Edit]1.1.1.1.1 Kettenschaltung
Die auf der Kurbelseite angebrachten bis zu drei Zahnkränze werden mittels Umwerfer, die radseitigen bis zu 10 Ritzel werden mit Hilfe des Schaltwerkes geschaltet. Durch den Kettenspanner ist es möglich die in den verschiedenen Positionen unterschiedlichen Kettenlängen auszugleichen.
Vorteile: geringes Gewicht, einfacher Aufbau, großer Wirkungsgrad
Nachteile: hoher Wartungsbedarf, geringe Lebensdauer
[Edit]1.1.1.1.2 Nabenschaltung
Bei der Nabenschaltung werden ein oder mehrere Planetengetriebe in der Nabe des Rades kombiniert eingebaut.
Vorteile: kann nicht verschmutzen, geringerer Verschleiß, kompakt
Nachteile: teurer, vergleichsweise höheres Gewicht
[Edit]1.1.2 Fahrradrahmen
Der Rahmen eines Fahrrades dient als Grundgestell das alle anderen Komponenten des Fahrrades aufnimmt und zusätzlich das Gewicht des Fahrers auf die Räder überträgt.
[Edit]1.1.2.1 Rahmenformen
Viele verschiedene Formen die Größen wie Stabilität, Federung und Gewicht des Fahrers auf verschiedene Arten gewährleisten und aufnehmen, beeinflussen erheblich die Eigenschaften und somit auch die Einsetzbarkeit des Rades.
Eine oft verwendete Form stellt der Diamantrahmen dar, der aus zwei Dreiecken besteht, die Krafteinwirkungen optimal verteilt. Am häufigsten für Damenräder und Citybikes verwendete Rahmen ist der Waverahmen, der durch sein wellenartig gebogenes Unterrohr einen tiefen und somit leichten Einstieg ermöglicht. Y-Rahmen werden meist vollgefedert bei Mountainbikes eingesetzt. Weiter mögliche Formen: Trapezrahmen, Kreuzrahmen, Fachwerkrahmen, etc.
[Edit]1.1.2.2 Rahmenwerkstoffe
Stahl und seine Legierungen eignen sich aufgrund seiner hohen Festigkeit und Steifigkeit sowie hohen Zähigkeit hervorragend für den Rahmenbau. Weiters vorteilhaft sind die guten Verarbeitungseigenschaften, da problemlos geschweißt, gelötet und sogar geklebt werden kann. Da Stahl jedoch ein relativ hohes Gewicht hat, findet er meist nur in höheren Preisklassen Einsatz, da durch eine aufwendige Technologie mit unterschiedlichen Wanddicken, etc. durchaus ein erfreuliches Ergebnis erzielt werden kann.
Aluminium wird immer häufiger im Rahmenbau eingesetzt da auf Grund der geringen Dichte große Dimensionierungen möglich sind, was sich positiv auf die Steifigkeit auswirkt. Ein Problem stellt die hohe Steifigkeit des Materials dar, da Stöße nicht abgefedert werden und somit Spannungsspitzen entstehen. Weiters problematisch ist die Verarbeitung, da Aluminium sehr leicht oxidiert und somit unter Schutzatmosphäre verarbeitet werden muss.
Titan ist hochfest und korrosionsbeständig, verfügt jedoch nur über eine geringere Steifigkeit, ist sehr teuer und schwer verarbeitbar.
Kohlefaserverstärkte Kunststoffe überzeugen mit hoher Festigkeit und Steifigkeit bei geringem Gewicht. Jedoch gelten diese Eigenschaften nur in Faserrichtung, wodurch es nötig wird die Fasern unidirektional auszurichten und in einer sogenannten Matrix untereinander abzustützen. Als Matrix werden Kunststoffe wie beispielsweise Epoxidharze eingesetzt. Es ergeben sich hohe Entwicklungskosten, da der Kräfteverlauf genauestens berechnet werden müssen um die Stellen in denen Kraft auftritt ausreichend mit Fasern zu verstärken.
Durch Beigeben von Armidfasern (Kevlar®) können die Bruch- und Schlagfestigkeit erhöht werden.
[Edit]1.1.3 Reifen
[Edit]1.1.3.1 Reifengröße
Nennenswert im europäischen Raum sind das Zoll-Maß und das metrische Maß nach der ETROT-Norm, welches hauptsächlich in Fachkreisen verwendet wird.
Die ETROT-Norm arbeitet mit der Reifenbreite[mm] im aufgepumpten Zustand, und dem Reifendurchmesser [mm]. So kann dieses Reifenmaß beispielweise bei einem Mountainbike so aussehen: 54-559.
Das Zoll-Maß gibt ebenfalls die Reifenbreite und den Reifendurchmesser an. Ein Mountainbike könnte in diesem System somit Reifen mit den Maßen 26x2,125 erhalten.
[Edit]1.1.4 Fahrradlenker
Nach ihrer Bauform lassen sich allgemein zwei Typen von Lenkbügeln unterscheiden: der Tourenbügel und der Multifunktionsbügel.
Als Tourenbügel bezeichnet man Lenker die dem Fahrer lediglich eine Sitzposition ermöglichen. Diese einfach gebogenen Stangen mit Griffen an den Enden werden je nach gewünschter Haltung eher flach und gerade für sportliche Haltungen oder auch für aufrechtere Positionen in nach oben geschwungenen Ausführungen gefertigt.
Durch Biegungen wird beim Multifunktionsbügel erreicht, dass der Fahrer sowohl verschiedene Sitzpositionen als auch Handstellungen einnehmen kann. Sie werden meist in Form von liegenden Achtern oder auch als klassisch gebogener Rennlenker angefertigt.
[Edit]1.1.5 Pedale
Bei herkömmlichen Rädern werden meist Pedalblöcke aus Metall oder Kunststoff verwendet. Im Radsport jedoch gibt es spezielle Modelle die einen optimalen Halt, auch im Gelände gewährleisten.
[Edit]1.1.5.1 Klickpedale
Bei dieser Sonderform von Pedalen ist es erforderlich auf den Fahrradschuh sogenannte Pedalplatten anzubringen, die dann in das Pedal eingeklinkt werden können. So wir für einen festen Halt gesorgt, bei einem Sturz lässt sich der Schuh jedoch durch eine Drehbewegung leicht vom Pedal lösen.
[Edit]1.1.6 Straßenverkehr
Um sein Fahrrad im Straßenverkehr einsetzten zu können, muss man sein Rad mit bestimmten zusätzlichen Warneinrichtungen ausstatten: zwei voneinander unabhängige Bremsvorrichtungen, eine Glocke, weißer Scheinwerfer nach vorne, rotes Rücklicht hinten, weißer nach vorne wirkender Rückstrahler, roter nach hintern wirkender Rückstrahler, gelbe Rückstrahler an den Pedalen, gelbe oder weiße, durchgehende, ringförmige, Rückstrahler an den Reifenseiten oder mindestens zwei gelbe Rückstrahler in jedem Reifen.
[Edit]1.2 Fahrradtypen
Je nachdem für welchen Zweck das Fahrrad eingesetzt werden soll, unterscheidet man zahlreiche Typen von Rädern.
[Edit]1.2.1 Citybike
Eine aufrechte, rückenschonende Sitzhaltung, Ausstattungselemente wie Gepäcksträger, Kettenschutz und Schutzbleche und eine der Verkehrsordnung entsprechende Beleuchtung machen das Citybike ideal für den Einsatz im Alltag. Citybikes sind meist einer Nabenschaltung und breiten 26‘‘ Reifen ausgestattet und erreichen ein Gewicht von 15-20kg.
[Edit]1.2.2 Trekkingbike
Ähnlich dem Citybike ist da Trekkingbike auch mit zusätzlichen Ausstattungselementen bestückt und eignet sich somit auch für den Straßenverkehr. Durch die mitteldünnen Reifen verringert sich der Rollwiederstand positiv, es ist jedoch immer noch möglich unbefestigte Wege zu befahren. Üblicherweise werden 28‘‘ Reifen und eine Kettenschaltung mit 21-27 Gängen verwendet.
[Edit]1.2.3 Mountainbike
Mountainbikes finden größtenteils Einsatz im Gebirge und Gelände, verfügen auch standardmäßig über keine zusätzlichen Ausstattungselement, wodurch sie für den Straßenverkehr nicht geeignet sind. Schmaler Sattel, sportliche Sitzposition und meist eine Federung gehören zu den weiteren Merkmalen. Bei der Federung unterscheidet man verschiedene Typen: Hardtail (keine Federung am Hinterrad und Fully (Vollfederung). Breite 26‘‘ Reifen, eine 21-27 gängige Kettenschaltung und ein relativ geringes Gewicht von 9,5-19kg kennzeichnen ein Mountainbike.
[Edit]1.2.4 Rennrad
Bei Rennrädern wird versucht ein möglichst geringes Gewicht, 7-14kg, zu erzielen, daher werden modernste Rahmentechnologien eingesetzt und auch auf jegliche Zusatzausstattung verzichtet. Durch die extrem schmalen 28‘‘ Reifen eignet sich diese Art von Rad fast ausschließlich für das Fahren auf Asphalt. Eine Kettenschaltung mit 14-30 Gängen wird üblicherweise eingesetzt.
[Edit]1.2.5 Besondere Typen
BMX kurz für Bicycle Moto Cross bezeichnet Räder, die in der gleichnamigen Individualsportart eingesetzt werden. Sie verfügen über 20‘‘ Reifen und je nach speziellem Einsatzgebiet über Zusatzelemente wie zum Beispiel Pads zum Ausführen von Grinds. BMX-Räder besitzen keine Gangschaltung.
Tandemräder werden von zwei oder mehreren Personen gleichzeitig angetrieben, wobei der am vorderen Ende Sitzende als Kapitän und die Nachfolgenden als Stocker bezeichnet werden. Da der Rollwiderstand gleich dem bei einem herkömmlichen Fahrrad ist, jedoch mehrere Personen antreiben können wesentlich höhere Geschwindigkeiten erzielt werden.
Liegeräder zeichnen sich dadurch aus, dass der Fahrer bequem in einem Sitz oder auch Netz Platz nimmt und sich die Pedale vorne befinden wobei man zwischen Kurzliegern, Langliegern und Tiefliegern unterscheidet.
[Edit]1.3 Zusatzausstattung
[Edit]1.3.1 Sicherheit
Um im Falle eines Unfalls Verletzungen zu vermeiden oder zu mildern, empfiehl es sich Schützer zu tragen, wie zum Beispiel eine Fahrradhelm oder Handschuhe.
[Edit]1.3.1.1 Fahrradhelm
Man unterscheidet nach dem verwendeten Material 3 Typen von Helmen: Softshell, Hardshell und Microshell.
Ein Softshell-Helm besteht lediglich aus einer Hartschaumschicht wodurch dieser Helm vergleichbar labil ist, jedoch zu einem geringen Preis erhältlich ist.
Bei Hardshell-Helmen befindet sich über dem Hartschaum noch eine Kunststoffschicht, die aufschlagdämpfend wirkt und zusätzlich für eine höhere Robustheit sorgt.
Der Microshell-Helm ist zwischen dem Softshell und dem Hardshell-Helm einzuordnen. Bei diesem Typen ist die Hartschaumschicht von einer soliden Kunststofffolie überzogen.
Beim Kauf eines Fahrradhelms ist es wichtig darauf zu achten, dass die passende Größe erworben wird, d.h. der Helm weder wackelt noch drückt. Weiters sollte der Helm Stirn, Schläfen und Hinterkopf abdecken. Der Kinnriemen sollte weder auf Ohren noch Halsschlagader drücken und der Verschluss sollte sich seitlich schließen lassen, da somit ein Lösen im Falle eines Sturzes ausgeschlossen werden kann. Generell sollte der Helm ein anerkanntes Prüfsiegel aufweisen.
[Edit]1.3.2 Extras
[Edit]1.3.2.1 Fahrradtaschen
Speziell auf längeren Radwanderungen wird es nötig Verstauungsmöglichkeiten am Rad zu schaffen. Dazu gibt es eine Vielzahl an Befestigungsstellen, an denen durch einfache Systeme, wie etwa Schnallen oder Klicksysteme, Taschen angebracht werden können. So unterscheidet man zwischen Gepäcksträgertaschen, Vorder- und Hinterradtaschen, Satteltaschen, Rahmentaschen und Lenkertaschen.
[Edit]1.3.2.2 Kindersitze
In Kindersitzen können Kinder bis zu einem Alter von 7 Jahren von Personen älter als 16 Jahre befördert werden. Es muss dafür gesorgt sein dass alle möglichen Gefahrenstellen entfernt werden, wie beispielsweise Radverkleidungen damit die Beine des Kindes nicht eingeklemmt werden können.
Der Kindersitz darf ausschließlich hinter dem Fahrer angebracht werden und muss fest mit dem Rahmen verbunden sein. Der Sitz muss über ein für das Kind schwer zu öffnendes Gurtsystem, höhenverstellbaren Beinschutz, Fixierriemen für die Füße und eine Lehne zur Abstützung des Kopfes verfügen.
[Edit]1.3.2.3 Fahrradanhänger
Kinder können auch in einem Fahrradanhänger transportiert werden, wobei auf eine stabile Bodenwanne und stabile Rahmen um und über den Kindern geachtet werden sollte. Generell dürfen Fahrradanhänger nur über eine Achse verfügen, müssen eine Feststellbremse oder eine Radblockiereinrichtung die auf beide Räder wirkt, ausreichende Beleuchtung sowie Reflektoren und eine Anhängerkupplung, die beim Umstürzen des Rades den Anhänger nicht mitreißt, aufweisen. Falls Personen im Anhänger transportiert werden muss dieser mit einer biegsamen Fahnenstangen und einem orangen Wimpel gekennzeichnet werden und sichergestellt werden, dass die Personen nicht in die Speichen geraten können. Maximales Ladegewicht sowie vorgeschriebene maximale Personenanzahlen sind einzuhalten.
[Edit]1.3.2.4 Fahrradcomputer
Mit Hilfe eines Fahrradcomputers können während des Fahrens eine Vielzahl an Daten erhoben und angezeigt werden. Standardmäßig wird die Momentangeschwindigkeit und die zurückgelegte Streckte gemessen und auf einem kleinen Display angezeigt. Zusätzlich können, je nach Ausführung des elektronischen Messgeräts auch noch beispielsweise Trittfrequenz, Meereshöhe, Steigung sowie über besondere Sensoren der Herzschlag gemessen werden.
